MyMz
Anzeige

Stichwahl

Tanja Schweiger ist die neue Landrätin

Mit 60,88 Prozent der Stimmen entscheidet die FW-Kandidatin das Duell gegen ihren CSU-Kontrahenten Peter Aumer deutlicher als erwartet für sich.
Von Christof Seidl, MZ

  • Im Landratsamt gratuliert Landrat Herbert Mirbeth seiner Nachfolgerin Tanja Schweiger. Fotos: Lex
  • Wahlsiegerin Tanja Schweiger mit ihrem Lebensgefährten Hubert Aiwanger (rechts) und FW-Kreisvorsitzendem Harald Stadler
  • Peter Aumer ist gefasst. Hier im Bild mit der CSU-Landtagsabgeordneten Sylvia Stierstorfer aus Pfatter.
  • Tanja Schweiger freut sich mit Maria Scharfenberg von den Grünen.
  • Die Freien Wähler jubeln: (von links) Hubert Aiwanger, Harald Stadler und Willi Hogger.
  • Die Nachricht muss hinaus in die Welt: Tanja Schweiger, Harald Stadler und Willi Hogger (von links).
  • Peter Aumer im Gespräch mit seinem Nachfolger im Bundestag, Philipp Graf von und zu Lerchenfeld

Regensburg.Es ist amtlich. Tanja Schweiger (35) ist die neue Landrätin im Landkreis Regensburg. Mit 60,88 Prozent der Stimmen entschied die Kandidatin der Freien Wähler das Duell gegen ihren CSU-Kontrahenten Peter Aumer deutlicher als erwartet für sich. Aumer brachte es auf 39,12 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag nach einer ersten Meldung bei 54,39 Prozent, deutlich höher als in der Stadt Regensburg (46,16).

Die Tendenz war schon nach der ersten Schnellmeldung des Landratsamts gegen 18.30 Uhr klar. Nach Auszählung von fünf Gemeinden lag Tanja Schweiger mit 62 Prozent in Führung. Zu diesem Zeitpunkt hatte Peter Aumer noch Hoffnung. Im Gespräch mit der MZ vor Ort im Landratsamt meinte er, es sei zu früh für eine Prognose, er werde in aller Ruhe die restlichen Ergebnisse abwarten.

Aumer räumt seine Niederlage ein

Doch der Trend für Schweiger verstärkte sich. Die 35-Jährige gewann eine Gemeinde nach der anderen. Lediglich in seiner Heimat Regenstauf (der einwohnerstärksten Kommune im Landkreis) lag der CSU-Mann mit 65 Prozent deutlich in Front. Aber auch dort hatte Schweiger im Vergleich zum ersten Wahlgang mehr zugelegt als der 37-Jährige.

Nach der Auszählung von 31 der 41 Gemeinden im Landkreis räumte Aumer seine Niederlage ein. „Die Bürgerinnen und Bürger haben entschieden“, sagt er in einem ersten kurzen Statement und fügt hinzu: „Ja, es ist wirklich ein klares Ergebnis.“

Derweil steppte bei den Freien Wählern der Bär. Schon bei Schweigers Ankunft im Landratsamt – da lagen bereits die Ergebnisse aus zwölf Gemeinden vor – feierten sie ihre zahlreichen Anhänger mit langanhaltendem Beifall.

Die Pettendorferin blieb trotzdem zurückhaltend. Erst als völlig klar war, dass sie die erste Frau an der Spitze des Landkreises Regensburg ist, nahm sie Gratulationen entgegen. Und erst nachdem das Ergebnis aus der letzten Gemeinde – Wenzenbach – um 19.48 Uhr eingetroffen war, gab es eine dicke Umarmung von ihrem Lebensgefährten Hubert Aiwanger, Blumen von FW-Kreisvorsitzendem Harald Stadler und lautstarke Tanja-Tanja-Rufe.

In einer kurzen Ansprache kündigte die designierte Landrätin bereits für den nächsten Tag erste Gespräche mit den Parteien im neuen Kreistag an. Sie werde mit allen Fraktionen reden und wolle die Zeit im April nutzen, um klare Verhältnisse zu schaffen, „damit wir im Mai sofort loslegen können.“ Wenig später unterzeichnete sie die Ernennungskurkunde zur Landrätin.

Scharfenberg setzt auf Schweiger

FDP und Grüne äußerten sich positiv über das Wahlergebnis. Maria Scharfenberg, unterlegene Landratskandidatin der Grünen, setzt große Hoffnungen auf Schweiger: „Ich bin überzeugt, dass sie versuchen wird, alle mit einzubeziehen.“

Zu den ersten Gratulanten gehörte ein sichtlich gerührter Herbert Mirbeth. Der amtierende CSU-Landrat wünschte seiner designierten Nachfolgerin viel Glück und meinte, auf sie warte keine einfache Aufgabe. Im Gespräch mit der MZ hatte Mirbeth keine Erklärung für die deutliche Niederlage Aumers. Er sprach wie auch etliche andere CSU-Vertreter von einer Wechselstimmung bei den Wählern, von der Tanja Schweiger profitiert habe. Das zeige sich auch an den Niederlagen der CSU bei den Bürgermeister-Stichwahlen.

FW bei Bürgermeisterwahlen top

Die CSU hat nicht nur bei der Stichwahl um den Landrat, sondern auch bei den Bürgermeister-Stichwahlen im Landkreis schmerzliche Niederlagen einstecken müssen. In Lappersdorf siegte Christian Hauner von den Freien Wählern souverän. Er kommt auf 62,63 Prozent der Stimmen, Joachim Strauß von der CSU auf 37,37.

Das Endergebnis in Obertraubling fiel hauchdünn aus. Mit zwei Stimmen Vorsprung gewann Rudolf Graß von den Freien Wählern vor Jürgen Hofer von der CSU. Daran änderte sich auch nach einer zweiten Stimmenauszählung nichts.

In Tegernheim wurde amtierende Bürgermeister Meinrad Hirschmann von der SPD abgewählt. Max Kollmannsberger von den Freien Wählern gewann hauchdünn mit 50,63 Prozent und 31 Stimmen Vorsprung.

In Nittendorf hatte der CSU-Kandidat Josef Weigl letztlich keine Chance. Helmut Sammüller von den Freien Wählern gewann klar mit 54,17 Prozent der Stimmen.

Ähnlich deutlich fiel das Ergebnis in Pentling aus. Barbara Wilhelm von den Freien Wählern siegte mit 55,7 Prozent der Stimmen, Wolfgang Heigl von der CSU kam in Pentling auf 45,3 Prozent.

In Beratzhausen gewann die CSU ihre einzige Stichwahl. Amtsinhaber Konrad Meier lag klar vorne. Er kam auf 59,65 Prozent. Georg Thaler von der SPD erreicht 40,35 Prozent.

Dagegen hatte CSU-Kandidat Johannes Wiesbeck in Wenzenbach keine Chance. Sebastian Koch von der SPD erreichte dort 60,84 Prozent der Stimmen, Wiesbeck 39,16.

Sehr eng ging es in Thalmassing zu. Die Bürgermeisterwahl gewann Helmut Haase von den Freien Wählern mit 51,03. Er hatte 36 Stimmen. Vorsprung auf seinen Kontrahenten Thomas Stadler von der CSU.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht