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Kreistag

Tanja Schweiger will keine Koalition

Die frisch gekürte künftige Landrätin setzt auf die Zusammenarbeit aller Parteien. Bei den Verhandlungen wird es auch um ihre Stellvertreter gehen.
Von Christof Seidl, MZ

Peter Aumer versprach Tanja Schweiger eine konstruktive, kritische Zusammenarbeit. Die künftige Landrätin setzt auf die Zusammenarbeit aller politische Kräfte im Kreistag.Foto: Lex

Regensburg.So ein Sieg muss gefeiert werden – und das haben die Freien Wähler um die frisch gekürte Landrätin Tanja Schweiger am Sonntag auch getan. Beim Mayer-Wirt in Schweigers Heimatort Pettendorf ging es bis weit nach Mitternacht hoch her.

Am Montagvormittag war die „Neue“ trotzdem bereits voll im Geschäft. Auf der Tagesordnung standen die Vorbereitung auf die Kreisausschusssitzung – und Überlegungen und Gespräche über die künftige Zusammenarbeit im Kreistag. Das hatte Schweiger bereits am Wahlabend angekündigt.

„Ich will keine fixe Kooperation“

Im Gespräch mit der MZ macht die 35-Jährige deutlich, in welche Richtung sich diese Gespräche bewegen sollen. Sie habe im Wahlkampf immer damit geworben, dass sie eine „Landrätin für alle“ sein wolle. Daran werde sich auch bei der Zusammenarbeit im Kreistag nichts ändern. „Ich will keine fixe Koalition mit einer Fraktion.“

Schweigers Überlegungen gehen davon aus, dass die ganz große Mehrheit der Entscheidungen im Kreistag unstrittig ist. Dass sei auch in den vergangenen sechs Jahren so gewesen. Die wichtigen Beschlüsse, bei, denen dies nicht so war, lassen sich nach ihren Angaben an einer Hand abzählen. Die Integration des Jobcenters in den Neubau des Landratsamts oder der Standort für das jetzige Gymnasium Lappersdorf sind Beispiele für solche Ausnahmen.

Die künftige Landrätin ist überzeugt, dass eine Zusammenarbeit im Kreistag auf der Basis von Vernunftentscheidungen gut funktioniert. Sie setzt darauf, dass sich diese Überzeugung auch bei der CSU als stärkster Kraft im Kreistag durchsetzt. Immerhin habe ihr CSU-Kontrahent bei Landratswahl, Peter Aumer, nach seiner Niederlage eine vertrauensvolle, aber auch kritische Zusammenarbeit angekündigt. Damit könne sie sehr gut leben.

Schweiger verweist zugleich darauf, dass Koalitionen auch Nachteile haben können, das habe sie in ihrer Zeit als Landtagsabgeordnete in der Opposition miterleben müssen. „Da war mehr als einmal die große Mehrheit des Gremiums eigentlich dagegen, aber die CSU drückte einen Beschlussvorschlag trotzdem durch, weil sie durch eine Koalitionsvereinbarung mit der FDP gebunden war.“

In einem Punkt wird die neue Landrätin aber auf Absprachen mit den verschiedenen Kräften im Kreistag nicht verzichten können – bei der Wahl ihrer drei Stellvertreter, die vom Kreistag gewählt werden. Eine besondere Bedeutung kommt dem ersten Stellvertreter zu, weil er Schweiger bei deren Abwesenheit vertreten wird – nicht nur bei Terminen, sondern auch im Amt, beispielsweise wenn sie Urlaub nimmt.

Der Stellvertreter soll Zeit haben

Schweiger sagte gegenüber der MZ, dass Sie auch in diesem Punkt nach allen Seiten offen sei. Wichtig ist ihr allerdings eines: „Ich hätte gerne jemanden, der auch genug Zeit hat, um diesen Posten auszufüllen.“ Ein Stellvertreter, der selbst sehr stark eingebunden ist, sei sicherlich nicht der Idealfall.

Als Beispiel nennt die künftige Landrätin den früheren Schierlinger Bürgermeister Otto Gascher (CSU). Er sei für den Landkreis eine gute Lösung gewesen, weil er bei Bedarf verfügbar gewesen sei und über viel Erfahrung in Verwaltungsfragen gehabt habe. Schweiger: „Das war ein gut funktionierendes Modell.“ Namen nannte sie nicht.

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