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Taxis für Kröten und Salamander

Der siebenjährige Nahel half in Weihern bei der Schutzaktion für die gefährdeten Amphibien mit.

  • Der siebenjährige Nahel aus Wiesenfelden war bei der Krötenaktion dabei Foto: Schaumburg.
  • Zwei gerettete Kröten: Sie waren nicht die einzigen. Foto: Stadler

Wörth.Der siebenjährige Nahel aus Wiesenfelden ist heuer extra mit seiner Mama nach Weihern gefahren, um bei der Amphibien-Schutzaktion dabei zu sein. Er hatte gesehen, dass ab Mitte März an der Ortseinfahrt von Weihern ein Schild mit der Abbildung eines Frosches stand. Gleichzeitig bauten Mitarbeiter des Straßenbauamts einen niedrigen Zaun aus Plastik hinter der Leitplanke auf der Straßenseite gegenüber des Sees auf. Wer im Wörther Ortsteil Weihern lebt, der weiß , dass alljährlich um diese Zeit die Krötenwanderung beginnt.

19 verschiedene Amphibienarten gibt es noch in Bayern. Zu ihnen gehören Frösche, Unken, Kröten, Molche und Salamander. Sie leben sowohl an Land als auch im Wasser. Die Tiere wandern, sobald der Frühling beginnt, aus dem Winterquartier am Waldrand zu den Laichplätzen in den Gewässern. Dabei müssen sie auch Straßen überqueren und werden oft massenhaft überfahren.

Um sie vor diesem Schicksal zu bewahren, sammeln jedes Jahr viele freiwillige Helfer die Amphibien am Straßenrand ein und tragen sie in Eimern über die Straße. Peter Bauer und Josef Stadler vom Bund Naturschutz, die abwechselnd zweimal am Tag die Eimer mit den Amphibien in Weihern leerten, freuten sich über die Hilfe aus Wiesenfelden. Stolz berichtete der Bub, der die 2.Klasse besucht, dass er an einem Tag über 130 Kröten und auch einige Salamander eingesammelt und sicher auf die andere Straßenseite zum See gebracht habe. Sogar die Hunde Lindir und Rübe halfen mit, die Amphibien in der Wiese vor der Straße aufzuspüren.

Auch in Brennberg haben Helfer einen Straßenabschnitt betreut. Und in ganz Bayern sind so bis zu 700000 Amphibien vor dem Überfahren gerettet worden. Inzwischen ist der Schutzzaun abgebaut, die Amphibien-Wanderung ist beendet. Jetzt beginnt die Laichzeit. Dann findet eine erstaunlichen Metamorphose statt. Aus Eiern werden erst Kaulquappen und diese wachsen dann zu erwachsenen Tieren heran. Damit diese faszinierende Welt erhalten bleibt, steht das Krötentaxi nächstes Jahr wieder bereit.

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