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Tegernheim: Bürgermeister wirft Bauträger Desinformation vor

Tiefgestaffelt stehen drei Sechsfamilienhäuser auf einem schmalen Grundstück. Einer solchen Verdichtung des Ortskerns will der Gemeinderat mit seinem Bebauungsplan für die Ortsmitte von Tegernheim begegnen. Foto: Jaumann

Der Bürgermeister ist sauer. Der Grund: Während er vergangene Woche zusammen mit dem Architekten Gerhard Plöchinger der Bevölkerung den vereinfachten Bebauungsplan für die Ortsmitte, also jenen Bereich der von der Ringstraße und der Hauptstraße umgrenzt wird, vorstellte, habe Bauträger Karl-Heinz Deller im Saal Flugblätter verteilt, so Meinrad Hirschmann. Und auf denen seien die durch den Bebauungsplan bewirkten Veränderungen verzerrt und falsch dargestellt, wirft der Bürgermeister dem in Tegernheim ansässigen Geschäftsführer einer Wohnbaufirma vor. Bedingungen, wie sie nur im Extremfall auf Grundstücken gelten würden, teils sogar durch die von Deller erbauten Sechsfamilienhäuser, würden von diesem zum Regelfall hoch stilisiert. Damit, so Hirschmann, werde die von der Gemeinde geplante „maßvolle Verdichtung“ von Deller als Beschränkung verkauft.

Mit dieser „Desinformation“ so Hirschmann wörtlich, würden die Bürger verschreckt. „Mein Anliegen ist, dass die Leute die Wahrheit erfahren“, so Hirschmann im Gespräch mit der MZ. Wie der Bürgermeister anhand der vom Architekten erstellten Bestandserhebung ausführte, sei die Ortsmitte durch lang gezogene schmale Grundstücke gekennzeichnet. Diese seien in der Regel zu 40 Prozent durch Bebauung versiegelt. Wo bereits nachverdichtet wurde, liege die Überbauung bei 60 Prozent und in Extremfällen bei über 80 Prozent. Bei der Geschossfläche zeige sich ein ähnliches Bild. Ursprünglich geringe Bebauungsdichte sei in Teilbereichen nachverdichtet und bei „baulichen Fehlentwicklungen“ durch sehr große Baumassen gekennzeichnet. Bei den Vollgeschossen zeige sich im Bestand entlang der Straßen eine Bebauung mit zwei Geschossen plus Dachausbau, im Innenbereich mit zwei Vollgeschossen und bei einzelnen „Fehlentwicklungen“ drei Vollgeschosse bzw. drei Geschosse plus Dachausbau.

Vorherrschend seien bisher zwei bis drei Wohneinheiten. Es gebe derzeit keine Vierfamilienhäuser, jedoch einige Gebäude mit fünf und mehr Wohneinheiten.

In der Ortsmitte soll nach dem Bebauungsplan eine Verdichtung möglich sein, aber nicht mehr mit solchen Baumassen und extremen Versiegelungsgrad, wie es vereinzelt erfolgt sei. Der Gemeinderat strebe dort eine Bebauung mit maximal vier Wohneinheiten an. Die Zahl der Vollgeschosse dürfe zwei nicht übersteigen. Entlang der Hauptstraße soll es keine Festsetzungen bezüglich der Wohneinheiten geben. Im Gegenteil: Eine durch diese Festsetzungen mögliche Riegelbebauung wirke als Lärmschutz für die Ortsmitte, so Bürgermeister Hirschmann.

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