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Tegernheimer bringen Verein auf den Weg

Für die Gründung wurden die Weichen gestellt. Aber die Bedürftigkeit der Hilfesuchenden soll geprüft werden.

tegernheim.Die Weichen für eine Bürgerhilfe in Tegernheim sind gestellt. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung der Gemeinde zur Gründung einer „Bürgerhilfe Tegernheim e. V.“ fanden sich mehrere Interessierte für eine Arbeitsgemeinschaft ein. Die Arbeitsgemeinschaft werde sich in der nächsten Zeit intensiv mit der Thematik befassen, so Bürgermeister Meinrad Hirschmann.

Der Rathauschef freute sich, dass die Resonanz zur Infoveranstaltung so groß war. Dr. Gaby von Rhein, Freiwilligenagentur des Landratsamtes, und Norbert Gerner, Servicestelle für Senioren des Landkreises, standen Hirschmann fachlich zur Seite. Der demografische Wandel und die Auflösung traditioneller Familienstrukturen seien ausschlaggebend für die Schaffung eines Netzwerks für Nachbarschaftshilfe.

„Bürgerhilfe Tegernheim“ solle das organisierte Hilfsnetzwerk in Tegernheim heißen, sagte er. In Tegernheim werde bereits vielfach Seniorenarbeit geleistet. In den letzten Wochen und Monaten sei er jedoch öfter angesprochen worden von Menschen, die sich in so einem Netzwerk engagieren wollen. Ein Forum, eine Anlaufstelle, die dies bündelt, sei notwendig, sagte Hirschmann. Eine Reihe von Fragen sei mit dem Thema verbunden. Wo sei beispielsweise die Grenze zwischen sinnvoller Hilfe und dem bewussten Ausnutzen zu ziehen? Auch der Bedarf an Versicherungsschutz müsse abgeklärt oder die Abtrennung zu einem gewerblichen Unternehmen, welches Hilfsleistungen anbiete, müsse eindeutig sein.

Dr. Gaby von Rhein sah in der Gründung eines Vereins, so wie dies in Tegernheim geplant ist, einen „sehr guten Schritt.“ Sie informierte zunächst über die momentane Situation im Landkreis über bereits bestehende Bürger- bzw. Nachbarschaftshilfen.

Hirschmann selbst warf die Frage der Vereinsmitgliedschaft auf. Dr. von Rhein empfahl, dass sowohl die Helfer, als auch die Hilfe in Anspruch nehmenden Mitglieder werden sollten. „Keine Hilfe ohne Beitritt, könne man salopp sagen“, so die Fachfrau. Werner Laudehr sah dies skeptisch. Wenn jemand nur sehr begrenzt oder auch nur einmal Hilfe benötige, sei für ihn der Zwang einer Mitgliedschaft bedenklich. Er gab auch zu bedenken, dass nicht alle Personen dies finanziell leisten könnten.

„Ein Mitgliedsbeitrag schreckt vielleicht viele ab“, sagte er. Jürgen Beier hatte ebenfalls Bedenken wegen einer automatischen Mitgliedschaft. Es könne dadurch eine Erwartungshaltung auf Hilfeleistungen entstehen. Olga Wesselsky regte an, eine Art Leistungskatalog zusammenzustellen. Unkostenbeiträge könnten festgelegt werden. Die Basis von freiwilligen Spenden sah sie eher als problematisch an. Werner Laudehr sprach die Gefahr des Ausnutzens solcher Hilfsleistungen an. Es solle geprüft werden, ob wirklich eine Bedürftigkeit bestehe, forderte Laudehr.

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