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Brutal

Tierquäler schießt 14 Mal auf Katze

Froya wurde regelrecht von Kugeln durchsiebt. In der Tierklinik dann die Überraschung: Manche stecken schon länger im Körper.
Von Lisa Pfeffer

Zehn Wochen muss Froya jetzt mit der Halskrause aushalten. Laut den Ärzten war es ein Wunder, dass sie überlebt hat. Foto: Lisa Pfeffer
Zehn Wochen muss Froya jetzt mit der Halskrause aushalten. Laut den Ärzten war es ein Wunder, dass sie überlebt hat. Foto: Lisa Pfeffer

Eilsbrunn.Die Norwegische Waldkatze Froya schleicht benommen durch das Wohnzimmer. Immer wieder bleibt sie stehen und schüttelt sich. Die Halskrause, die ihr Gesicht umgibt, stört sie. Sie kommt gerade von der Tierklinik. Dass sie überhaupt noch am Leben ist, grenzt laut den Ärzten an ein Wunder.

Wenn die Katze abends nicht nach Hause kommt wie gewohnt, vermuten Herrchen und Frauchen oft das Schlimmste. So auch Familie Schweiger aus Eilsbrunn. Am Mittwochabend kam ihre Katzendame einfach nicht mehr heim – obwohl sie sonst nie über Nacht draußen bleibt. Als Froya am nächsten Tag immer noch nicht zurück war, wurde David Schweiger schließlich aktiv. „Ich habe sie bei Tasso vermisst gemeldet und angefangen, Flyer zu erstellen“, sagt der 43-Jährige. Mit diesen ist er losgezogen und hat sie in der Nachbarschaft rund um die Röhrl-Bräu-Straße verteilt. Dann führte ihn eine Aneinanderreihung von Zufällen zu seiner Katze.

Schon öfter auffällige Wunden

Jakob Schels hat wenig Hoffnung, dass der Täter gefunden wird. Foto: Polizei
Jakob Schels hat wenig Hoffnung, dass der Täter gefunden wird. Foto: Polizei

Als Schweiger am Freitag wieder Flyer verteilte, traf er einen fremden Mann mit Hund. Er sprach ihn an und übergab ihm den Zettel. Der Hundehalter erzählte zu Hause seiner Frau von der Begegnung. Als diese wenige Tage später den Hund ausführte und er ungewöhnlich intensiv zu einer Stelle in der Hecke zog, dachte sie an die vermisste Katze zurück und schaute nach. Mit Erfolg: Tatsächlich lag die Katzendame von Familie Schweiger zusammengekauert in einer Ecke. „Sie war schlecht beieinander“, erinnert sich David Schweiger, der sofort zum Fundort eilte.

Froya war von Verletzungen übersäht. Schweiger fuhr mit ihr in die Tierklinik nach Hasl-bach. Er ging anfangs von einem Hundebiss aus. In der Tierklinik stellte sich dann jedoch heraus, dass die Verletzungen keine Bissspuren, sondern Einschüsse sind – allein drei davon im Kopf.

Sehen Sie hier ein Video von Katze Froya:

Katze Froya wurde von 14 Kugeln getroffen

Jakob Schels, Polizeihauptkommissar in Nittendorf, ist mit dem Fall betraut. „Das Tier wurde eindeutig absichtlich beschossen, mit so genannten Diabolo-Kugeln“, sagt er. In der Tierklinik stellte sich jedoch auch heraus: Froya wurde nicht das erste Mal beschossen. Einige der Kugeln in ihrem Körper waren bereits abgekapselt, das heißt, sie sind da auf jeden Fall schon länger drin. Daraufhin erinnerte sich auch David Schweiger an einen auffälligen Vorfall in der Vergangenheit. „Ungefähr zwei Wochen vor dem Angriff hatte Froya schon mal eine Wunde am Rücken.“ Seine Freundin sei Tierärztin, hatte die Wunde untersucht und auch dort bereits eine Bleikugel aus der Katze geholt. „Aber wir haben uns da nichts weiter dabei gedacht, wir sind von einem Querschläger oder sowas ausgegangen“, erzählt die Familie. Doch nach dem Vorfall vergangene Woche ist auch ihnen klar: Von Zufall kann bei vierzehn Einschusswunden keine Rede mehr sein.

Das Röntgenbild zeigt die zahlreichen Kugeln im Körper. Foto: Matthes
Das Röntgenbild zeigt die zahlreichen Kugeln im Körper. Foto: Matthes

Auffällig ist außerdem, wie viele Menschen in Eilsbrunn Waffen-affin sind. Über 200 Leute in dem Ort haben laut Polizei einen großen Waffenschein. Die Schüsse auf Froya wurden allerdings aus einem Luftgewehr abgefeuert – wofür man überhaupt keinen Waffenschein braucht. Die Kugeln sind auch nicht auf bestimmte Modelle zurück zu führen, was die Tätersuche zusätzlich erschwert.

Froya stellt traurigen Rekord auf

Im Landkreis Regensburg waren dieses Jahr schon mehrmals Tierhasser unterwegs. Im Februar erwischte es Kater Spakus. Er hatte fünf Projektile im Körper, die Ärzte bezeichneten den Fall als den Brutalsten, den sie je hatten. In dieser Hinsicht hat Froya wohl nun einen traurigen neuen Rekord aufgestellt. In Hagelstadt hat es außerdem vor kurzem jemand auf ein Pferd abgesehen. Die Stute wurde mit einem scharfen und spitzen Gegenstand im Genitalbereich verletzt. Hinweise auf den Täter gibt es bei solchen Fällen fast nie. Trotzdem hat Familie Schweiger eine Belohnung von insgesamt 1000 Euro ausgesetzt.

Froya geht es den Umständen entsprechend gut, alle nötigen Projektile wurden entfernt. Nur an die Halskrause muss sie sich noch gewöhnen. Auch draußen streunern ist zu ihrer eigenen Sicherheit erst einmal tabu.

Zeugen Gesucht

  • Zeitraum:

    Die Schüsse müssen zwischen dem 24. und 26. Oktober abgefeuert worden sein.

  • Ort:

    Vermutlich geschah die Tat in der Nähe der Röhrl-Bräu-Straße.

  • Kontakt:

    Wer Hinweise hat, soll sich an die Polizeiinspektion Nittendorf wenden. Telefon: 0 94 04 9 51 40.

  • Belohnung:

    Die Familie Schweiger hat für die Aufklärung der Straftat eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro ausgesprochen.

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