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Jubiläum

Trachtler feiern mit 51 Vereinen

Die Brennberger bewiesen Ausdauer beim Feiern und auf dem Tanzboden. Zum Fest im Burgdorf kamen tausende Besucher.
Von Resi Beiderbeck

Erstmals fand ein Festgottesdienst auf der Niebauernwiese statt - ein wunderbarer, stimmungsvoller Ort. Foto: Beiderbeck
Erstmals fand ein Festgottesdienst auf der Niebauernwiese statt - ein wunderbarer, stimmungsvoller Ort. Foto: Beiderbeck

Brennberg.Bodenständig und beschwingt ging es zu, als der Trachtenverein „Burglinden“ voller Lebensfreude sein 50-jähriges Bestehen feierte. Die Volkskultur der Region kam eindrucksvoll zur Entfaltung. Der 354 Mitglieder zählende Traditionsverein bewies, dass Tracht, Mundart und Brauchtum kein bisschen altmodisch, sondern erfrischend lebendig sind. „Heute, wo mancher nur noch auf Sensationen, Skandale und WhatsApp reagiert, braucht der Mensch etwas, das ihn innerlich berührt“, sagte Vorsitzender Christian Beiderbeck. Die gewaltige Resonanz der Besucher unterstrich seine Worte.

Viele besondere Momente werden von diesem Trachtenfest in Erinnerung bleiben, etwa das Totengedenken mit Fürbitten in Mundart und einem „bayerischen Halleluja“. Johanna Weigl und Theresa Doblinger trugen es nach der Melodie von Leonard Cohen zweistimmig im Duett vor, als ob nichts dabei wär. „Du bist die Liab, du bist die Kraft, du bist die Macht, die Hoffnung schafft“ sangen sie. Tief bewegt lauschten die Menschen diesem modern interpretierten Ausdruck von Gläubigkeit.

Vorbildliche Jugendarbeit

Durch das ganze Fest zog sich deutlich erkennbar der Erneuerungswille, den ein Trachtenverein heutzutage braucht, um beim Nachwuchs gefragt zu sein. Kein Wunder, dass alle Redner die vorbildliche Jugendarbeit lobten. „Wie schaffen sie es bloß, 90 Kinder und Jugendliche für das Brauchtum zu begeistern?“, fragte sich mancher. „Man muss den jungen Leuten etwas zutrauen“, wissen die Älteren. Immer wieder frische Ideen ausprobieren und eine große Bandbreite anbieten, darin sieht Jugendleiter Korbinian Fink das Erfolgsrezept.

Sehen Sie hier mehr Bilder von der Feier:

Brennberger Trachtler feierten Jubiläum

Das bemerkenswerte Miteinander der Generationen wurde deutlich, als der Jubelverein den Brauchtumsabend mit 80 Tänzerinnen und Tänzern eröffnete. Das Zelt wurde zur Bühne und der Auftritt zog sich durch den ganzen Mittelgang. Das staunende Publikum sollte an diesem Abend noch mehr Grund zur Begeisterung bekommen bei dem fröhlichen Wirbeln und Stampfen, Drehen und Schwingen. „Spitzzwerge“, „Burgfinken“ und „Tanzmäuse“ ließen ihrer Bewegungsfreude freien Lauf, von der „Krebspolka“ bis zur „Schwedischen Maskerade“. Die Erwachsenen gaben den anspruchsvollen „Nagelschmied“ zum Besten. Ferse, Spitze, Wechselschritt, Kreuzschritt und Galopp – da ging es rasant zu. „Gut gemacht“, lobte Vortänzerin Eva Schreier.

Das Publikum applaudierte heftig, musste sich aber nicht aufs Zuschauen beschränken. Zum Volks-Tanz spielten die in Bestform auftretenden Gsteckenriebler Musikanten zwischen den Aufführungen schneidige Polkas, Dreher und Zwiefache. Beim prächtigen Festzug am Sonntag gaben Trachtler aus Niederbayern und der Oberpfalz den Brennbergern die Ehre und präsentierten die Vielfalt ihrer Heimattrachten. Schirmherr Dr. Oliver Ebenbeck freute sich über ausgezeichnetes Fest-Wetter und Organisationsleiter Gottfried Markl lobte den Zusammenhalt.

Fahnenbänder überreicht

Die Treue zu Sitte, Tracht und Heimat könne eine Brücke zum Glauben sein, sagte Pfarrer Jürgen Lehnen in seiner Predigt. Dahinter verberge sich der gute Wille, menschenfreundliche Manieren zu haben, Anstand und Höflichkeit zu leben. Was das Erhalten von Traditionen angehe, so liege die große Kunst darin, zu unterscheiden, was unbedingt mitgenommen werden muss in die Zukunft und was man getrost hinter sich lassen kann. Festmutter Christine Kainzbauer, Festbraut Theresa Meilinger, Lena Graf und Carolin Kerscher überreichten die Fahnenbänder und Verena Schießl übergab das Patenband der „Hofbergler“.

Das Vereinssymbol der Brennberger Trachtler ist die Linde. Sie steht für Lebensfreude und Kraft. Beides hat der Verein zu bieten, was am Wochenende eindrucksvoll bewiesen wurde. Die Erfahrung der Alten und der Übermut der Jungen – mit dieser Mischung kann der Jubelverein optimistisch in die Zukunft tanzen. Zweifellos ist das aufgeschlossene Wohlwollen, das jeden seinen Platz im Verein finden lässt, für junge Leute anno 2019 attraktiv.

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