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Feuerwehr

Vermisste aus Gebäude gerettet

Feuer und Verletzte im Bernhof: Dieses Szenario spielten die fünf Beratzhausener Feuerwehren bei ihrer Großübung durch.
Von Daniela Lang

Bei einer Großübung arbeiteten die fünf Beratzhausener Feuerwehren auf dem Bernhof zusammen. Foto: Johannes Landfried
Bei einer Großübung arbeiteten die fünf Beratzhausener Feuerwehren auf dem Bernhof zusammen. Foto: Johannes Landfried

Schwarzenthonhausen.Mit dem lauten Aufheulen der Sirene wird die Großübung der Feuerwehren von Beratzhausen am Freitag um 18 Uhr eingeleitet. In Windeseile sind die Feuerwehrmänner und -frauen aus Schwarzenthonhausen abfahrbereit. Vom Feuerwehrhaus, dem „Herzen von Schwarzenthonhausen“, wie es einer der Feuerwehrleute nennt, ist es nicht weit zum Einsatzort. Der benachbarte Bernhof, der sich im Besitz der Familie Höllriegl befindet, wurde für die Übung bereitgestellt. Angenommen wird ein Brand in dem landwirtschaftlichen Anwesen mit Personenrettung und Drehleiter-Einsatz.

Kinder verfolgen das Geschehen

Kaum ist der Wagen der Feuerwehr ausgerückt, schon kommen die Bewohner aus ihren Häusern. Vor allem die Kinder sichern sich gleich die besten Plätze gegenüber des Bernhofs und das eine oder andere Handy wird gezückt. Direkt vor der eigenen Haustür die Feuerwehr in Aktion sehen können, ohne dass es gefährlich wird – das ist spannend.

Die Wehr aus Schwarzenthonhausen um Kommandant Florian Söllner beginnt mit dem Absperren der Straßen und dem Löschen. Seit dem ersten Aufheulen der Sirene sind gerade einmal fünf Minuten vergangen und schon treffen die ersten Kollegen der Feuerwehr Mausheim zur Unterstützung ein. Innerhalb nur weniger Minuten folgen die Wehren aus den Ortsteilen Rechberg und Oberpfraundorf, die Feuerwehr aus Beratzhausen rückt mit der Drehleiter an. Blitzschnell ist die Leiter ausgefahren, die Schläuche sind ausgerollt und angeschlossen, das Wenderohr ist angebracht und ein Kamerad beginnt mit der „Brandbekämpfung“ von oben.

Einsatzleiter zeigt sich mehr als zufrieden

Schauplatz der Übung war der Bernhof in Schwarzenthonhausen. Foto: Johannes Landfried
Schauplatz der Übung war der Bernhof in Schwarzenthonhausen. Foto: Johannes Landfried

Die Kinder kommen aus dem Staunen nicht heraus – wenngleich sie sich fragen, wo denn nun das Feuer sei. Dass die Scheune nicht wirklich brennt, sorgt nur kurz für Enttäuschung. Aus dem Bernhof dringt dicker Rauch, die Einsatzkräfte rücken mit Atemschutzausrüstung an. Zwei Trupps machen sich auf die Suche nach insgesamt vier vermissten Personen, die im Gebäude vermutet werden. Innerhalb weniger Minuten gelingt es den Suchtrupps, alle Vermissten zu retten und zu versorgen. Die Übung gilt somit als erfolgreich beendet.

Florian Söllner, Einsatzleiter der Großübung, ist mehr als zufrieden: „Die Kommunikation war einwandfrei, mit der Anfahrt hat alles geklappt und die Rettung, beziehungsweise Erstversorgung hat exzellent funktioniert!“ Dass er als Einsatzleiter nicht eingreifen musste, zeuge davon, dass die Gruppenführer selbstständig die richtigen Entscheidungen getroffen hätten und jeder Einzelne überlegt gehandelt habe, lobt er die Rettungskräfte. Das sei viel wichtiger als Schnelligkeit, wobei die Zeitspanne von neun Minuten vom ersten Alarm bis zum Eintreffen aller Wehren sich durchaus sehen lassen könne.

„Ein- bis zweimal im Jahr finden solche Großübungen statt“, erklärt Kreisbrandmeister Johannes Nigl. „Diese Übung heute ist Teil der Brandschutzwoche.“ Kreisbrandrat Wolfgang Scheuerer war ebenfalls vor Ort, musste allerdings gleich weiter zum nächsten Termin.

Ein Appell an die Aktiven

Dichter Rauch drang aus dem Obergeschoß des alten Gehöfts im Landkreis. Foto: Ingrid Kroboth
Dichter Rauch drang aus dem Obergeschoß des alten Gehöfts im Landkreis. Foto: Ingrid Kroboth

Zum Ausklang treffen sich die Einsatzkräfte zum gemeinsamen Essen in der Scheune des Bernhofs. Kreisbrandinspektor Bernhard Ziegaus bedankt sich bei allen Anwesenden für ihren Einsatz. Er hebt hervor, wie wichtig und erhaltenswert die kleinen Feuerwehren vor allem auf dem Land seien. Genügend Mitglieder zu haben, die zu jeder Tages- und Nachtzeit freiwillig zur Stelle seien, sei jetzt und in Zukunft die größte Herausforderung. „Bleibt der Feuerwehr treu!“, appelliert er an die Aktiven.

Bürgermeister Konrad Meier lobt in seinem Grußwort das Zusammenspiel der fünf Feuerwehren und weist auf den organisatorischen Aufwand im Vorfeld der Großübung hin. Man habe bei der Zusammenarbeit gesehen, was die Feuerwehren der Marktgemeinde leisteten. „Wir werden auch künftig gerne Geld in die Hand nehmen, um die Feuerwehren zu unterstützen“, verspricht Rathauschef Meier.

Nach dem offiziellen Teil sprechen die Feuerwehrleute schließlich bei Schnitzeln mit Kartoffelsalat die eine oder andere Situation noch einmal durch und stoßen auf die gute Zusammenarbeit an.

Die Brandschutzwoche:

  • Auftakt:

    Bei der Brandschutzwoche wurde von der Feuerwehr Beratzhausen eine umfangreiche Übung vorbereitet. Das angenommene Szenario waren der Austritt von Chlorgas im Schwimmbad sowie die Kontamination zahlreicher Badegäste. Die Feuerwehren aus Beratzhausen und Laaber waren mit Chemikalienschutzanzügen ausgerüstet. Die Feuerwehren Rechberg, Oberpfraundorf und der ABC-Zug aus Pentling kümmerten sich derweil um die Versorgung der Patienten.

  • Patenbitten:

    Zum Abschluss der Brandschutzwoche, die vom 21. bis 28. September stattfand, kam die Feuerwehr Beratzhausen am Samstagnachmittag zum Patenbitten in die Nachbargemeinde Laaber. Im Vorfeld ihrer 150-Jahr-Feier bat die Feuerwehr Beratzhausen den Patenverein um die Übernahme der Patenschaft für das Fest 2020. Die Beratzhausener mussten einige Aufgaben erfolgreich meistern und konnten dann auf die Erneuerung der Patenschaft anstoßen.

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