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Verkehr

Veto ärgert Obertraublinger

Der Neutraublinger Stadtrat hatte die R30-Planungen abgelehnt. Doch ohne den angedachten Stich macht das Konzept keinen Sinn.
Von Petra Schmid

Mit großen Interesse befassten sich die Bürger mit den Entwürfen der geplanten Umfahrung Niedertraubling. Foto: Petra Schmid
Mit großen Interesse befassten sich die Bürger mit den Entwürfen der geplanten Umfahrung Niedertraubling. Foto: Petra Schmid

Obertraubling.Täglich zieht sich zur Hauptverkehrszeit beim sogenannten Kreuz des Südens in Obertraubling eine Blechlawine. Viele aus dem südlichen Landkreis wollen zum Arbeiten oder Einkaufen nach Neutraubling oder sind in Richtung Regensburg unterwegs. Um den neuralgischen Punkt zu entschärfen, soll die neue geplante R30 in Verbindung mit einer Ortsumfahrung von Niedertraubling, die in die Südumfahrung Neutraublings mündet, Abhilfe schaffen.

Knackpunkt ist derzeit der geplante Stich zur Neutraublinger Umgehung, der auf Höhe der Pommernstraße oder Berliner Straße vorgesehen ist. So, wie die Planung dem Neutraublinger Stadtrat vorgestellt wurde, lehnte das Gremium nämlich einstimmig den Entwurf ab.

Gemeinderat und Bürger über Neutraublinger Veto verärgert

Diese Absage zu den Planungen, mit dem Hinweis, dass sich der Stadtrat mit vorgelegten Varianten der Planung wieder befassen wolle, sorgte freilich nicht nur im Obertraublinger Rathaus, sondern auch bei den Gemeinderäten und vor allem auch bei den Bürgern für Unwillen. Die Hausaufgabe, die Neutraubling quasi an den Landkreis weitergab, sich Alternativen zu überlegen, da man befürchte, dass viele Autofahrer den Stich nach Neutraubling als Abkürzung zur Autobahn nutzen würden und dass man ein zukunftsweisendes Verkehrskonzept erstellen solle, sei nun erfüllt, hieß es bei einer Infoveranstaltung, die für Obertraublinger Bürger in der Aula der Grundschule stattfand.

Dr. Christoph Häusler, Bereichsleiter Verkehrsentwicklung und Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) des Landkreises Regensburg, stellte bereits in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Obertraubling den veränderten Planungsstand vor und informierte nun gemeinsam mit Norbert Biller vom Staatlichen Bauamt und Bürgermeister Rudi Graß die interessierten Bürger. Eines stehe für ihn fest: die Umfahrung funktioniere nur mit dem Stich, hob Dr. Häusler hervor.

Stich nach Neutraubling ist Zukunftsvision

Während die Trasse der Südspange R30 Poing – Köfering fest stehe, seien die östlich und nördlich davon vorgesehene Ostumfahrung Niedertraublings, ausgehend von Köfering bis nördlich Obertraubling, Vorplanungen, erklärte der Experte. Die Verlängerung der R30 mit Verlegung der 2111 und Stich zur Südumgehung Neutraubling seien noch Zukunftsvision, sagte der Verkehrsexperte weiter. Er erläuterte die neuen Pläne, die nun dem Wunsch Neutraublings nachkommen, beim Stich das Abbiegen nach rechts (zur Autobahn) verhindern oder erschweren sollen. Biller vom Staatlichen Bauamt stellte die in die Zukunft gerichtete Planung, die unter anderem auch eine Umfahrung Mangoldings beinhaltet, diese sei dann auf alle Fälle für diejenigen, die zur Autobahn wollten, attraktiver, als den Neutraublinger Stich zu nutzen, betonte er.

Projekt

Es geht endlich los mit der Südspange

Nach sieben Jahren Klagen und Gerichtsverfahren ist der Baubeginn für die R 30 greifbar. Bald beginnen Arbeiten bei Köfering.

Bürgermeister Graß sagte mehrfach, dass sich alle die Umfahrung mit der Verbindung nach Neutraubling wünschen würden und man keine weitere Zeit verlieren solle. Es sei wichtig, gemeinsam mit Neutraubling einen Konsens zu finden, um vorwärts zu kommen. Freilich sei auch für ihn das „Nein“ zum Stich überraschend gekommen. Im Vorfeld habe sich dies nicht abgezeichnet, man habe lediglich zwischen Pommernstraße und Berliner Straße für die Anbindung geschwankt, versicherte er.

Zeitplan Umfahrung

  • Grundstücke:

    Für den ersten Bauabschnitt um Köfering herum gehöre dem Landkreis bereits der Grund. Mit weiteren Eigentümern sei man in Verhandlungen,

In der Diskussionsrunde kochten die Emotionen teilweise hoch und es wurde beispielsweise nachgefragt, ob man nun den Neutraublingern restlos ausgeliefert sei. Ehemaliges Bundestagsmitglied Maria Eichhorn widersprach Bürgermeister Graß und meinte, dass sich im Vorfeld schon abgezeichnet habe, dass Neutraubling nicht zustimmen werde und außerdem forderte sie, dass man nun anpacken müsse.

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