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Vom „Tanja-Effekt“ in den Gemeinden

Die zahlreichen Anhänger der Freien Wähler im Regensburger Landratsamts feierten einen Abend lang ihren Wahltriumph – und andere freuten sich mit.
Von Felix Jung, Mz

Und schon wieder jubelt er: Harald Stadler, Kreisvorsitzender der Freien Wähler ( 2. von rechts), machte bei jedem neuen Zwischenergebnis Luftsprünge. Foto: Tino Lex

Regensburg.Herbert Heidingsfelder hatte wie alle um ihn herum ein Dauergrinsen im Gesicht. Vor zwei Wochen hatte er seinen persönlichen Triumph gefeiert in der 3000-Seelen-Gemeinde Alteglofsheim. Dort hatte er den CSU-Amtsinhaber aus dem Rathaussessel gehievt.

Nun jubelte er im Foyer des Landratsamts gemeinsam mit den zahlreich erschienenen Anhängern der Freien Wählern über den Erdrutschsieg nicht nur von Tanja Schweiger, der neuen Landrätin, sondern auch die Fortführung der Erfolgsgeschichte der Freien Wähler bei den Bürgermeisterwahlen in der Region. Die Stichwahl-Kandidaten gingen allesamt durch .

„Für uns ein Frühling in Orange“

„Wenn Sie so wollen, ist das für uns ein Frühling in Orange“, sagte Heidingsfelder und zeigte auf eine virtuelle Landkreiskarte im Foyer. 39 von 41 Gemeinden in Orange, zwei in Schwarz gefärbt. Nur in Regenstauf und Holzheim am Forst musste Schweiger ihrem Konkurrenten Peter Aumer (CSU) das Feld überlassen.

„So eine Landrätin, und das auch noch von den Freien Wählern, ist schon etwas Besonderes. Das ist wie im Märchen, einfach gigantisch!“, fasste Heidingsfelder zusammen. Und: „Mit so vielen Freien Bürgermeistern wird vieles leichter für sie und für uns.“ In den Rathäusern des Landkreises sitzen nun 15 Freie Wähler auf dem Chefsessel.

Als das Ergebnis aus Obertraubling – das knappste von allen mit zwei Stimmen Vorsprung – als Letztes die Runde machte und mit Rudi Graß der nächste Überraschungssieg verkündet wurde, gab es kein Halten mehr, auch bei Harald Stadler, der nach jedem Zwischenergebnis fast vor Freude hüpfte. Er sprach von einem Tanja-Effekt auch in den Gemeinden: „Sie war ein Zugpferd für uns alle!“

Auch andere freuten sich mit. Albert Wagner etwa, neu gewählter Gemeinderat der Bürgerliste aus Bernhardswald – und das mit 75 Jahren – war schier aus dem Häuschen über den Schweiger-Coup. Er hielt ein „Schweiger-Bier“ – das mit dem Konterfei der frisch gewählten Landrätin auf dem Etikett – in die Kamera und sagte: „Das ist ihre Wundermedizin – und so schön kann Demokratie sein!“

Lob vom SPD-Bürgermeister

Auch Jürgen Sommer war eigens ins Landratsamt gekommen, um zu gratulieren. Der SPD-Bürgermeister aus Donaustauf hatte für Schweiger in der Marktgemeinde am Fuße der Walhalla höchstpersönlich für sie Plakate geklebt. „Ich denke, jetzt geht manches schneller im Landratsamt voran als in den vergangenen Jahren.“

Bevor das Endergebnis verkündet wurde, erklang plötzlich Blasmusik: „Wir freuen uns für Tanja!“, stellte einer von den „Zwiefltreter“ aus Kneiting fest.

Und die CSU-Granden? Sie hielten sich – wie schon vor zwei Wochen – lieber im Hintergrund und überwiegend sprachlos angesichts der kleinen Umwälzung im Landkreis. Schuldzuweisungen gab es dieses Mal keine.

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