mz_logo

Landkreis
Dienstag, 25. September 2018 15° 1

Politik

Vorwürfe: Bürgermeister Hauner wehrt sich

In der Marktratssitzung widersprach Bürgermeister Christian Hauner der Kritik der CSU. Die TSV-Halle wird saniert.
Von Josef Dummer

Im Marktrat sorgt es für Diskussionsstoff, aber Eltern und Kinder freuen sich über das neue Kinderhaus, das am Sonntag offiziell eingeweiht wird. Foto: Dummer
Im Marktrat sorgt es für Diskussionsstoff, aber Eltern und Kinder freuen sich über das neue Kinderhaus, das am Sonntag offiziell eingeweiht wird. Foto: Dummer

Lappersdorf. „Für die CSU ist das Maß voll“ titelte die MZ in ihrer Ausgabe vom 5. Juni. In dem Bericht wurden Aussagen des CSU-Vorsitzenden Joachim Strauß aus der Jahresversammlung der Lappersdorfer CSU wiedergegeben, die jetzt Bürgermeister Christian Hauner zu einer Stellungnahme in der Marktratssitzung am Dienstagabend herausforderten.

Neben der Kritik zum Alleingang von Bürgermeister Hauner bei der Genehmigung der AfD-Veranstaltung im Aurelium warf Strauß unter anderem dem Bürgermeister und der Verwaltung vor, dass „alle Projekte, die angepackt werden, finanziell aus dem Ruder laufen“. Dies wollte Bürgermeister Hauner nicht auf sich sitzen lassen, und so ging er ausführlich auf die einzelnen Vorwürfe ein.

Bereits in der Sitzung des Marktrats im März 2016 sei dargestellt worden, dass die beschlossenen Bauprojekte nicht mit dem aktuellen Personal zu schaffen seien. Der Marktrat habe sich deshalb einstimmig für die Einschaltung eines Projektsteuerers bei den Baumaßnahmen Kinderhaus am Sportzentrum und für den sozialen Wohnungsbau in Oppersdorf ausgesprochen.

Alles im Budgetrahmen

Darüber hinaus erläuterte Hauner die Notwendigkeit von Umbesetzungen und Neueinstellungen in der Bauabteilung, ebenso die Kostenentwicklung beim Kinderhaus mit veranschlagten 3,8 Millionen Euro und beim Mietwohnungsbau (3,7 Millionen Euro), über die auch laufend im Marktrat berichtet worden sei. Beide Projekte befinden sich nach Angaben des Bürgermeisters nach wie vor im Budgetrahmen. Auch finde regelmäßig eine Kostenkontrolle statt. Nicht anders verhalte es sich bei den Kosten für die Feuerwehrgerätehäuser in Lappersdorf, Hainsacker und Oppersdorf.

Auch eine Kostensteigerung für den Umbau der Grundschule Hainsacker von rund sieben Prozent bei Gesamtkosten von über 3,6 Millionen Euro beurteilte Hauner als „noch im Kostenrahmen“. Zum Vorwurf des fehlenden „Servicedenkens“ gab er bekannt, dass die Öffnungszeiten im Lappersdorfer Rathaus in Stadt und Landkreis wohl ihresgleichen suchen. Brückentage seien im Übrigen schon 2007 noch unter Altbürgermeister Erich Dollinger eingeführt worden, und es habe seitdem keine berechtigten Beschwerden vonseiten der Bürgerschaft gegeben.

Nicht nachvollziehen konnte Bürgermeister Hauner auch den Vorwurf der CSU, die Pfarrei Lappersdorf bei der Entscheidung für einen neuen Kindergarten allein gelassen zu haben. Ganz im Gegenteil: Dekan Alexander Huber habe sich beim Bürgermeister und der Marktverwaltung mehrmals sehr herzlich für die „vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit“ bedankt, sagte der Bürgermeister.

„Durch den zum Teil unsachlichen Widerstand der Bevölkerung, insbesondere der Eltern und Mitarbeiterinnen des Kindergartens“, so Hauner, habe sich die Kirchenverwaltung dazu entschieden, einen Kindergartenneubau und eine Generalsanierung des alten Kindergartens nicht mehr weiter anzustreben. Sobald ein Antrag der Pfarrei über konkret geplante Maßnahmen vorgelegt wird, würden diese auch wieder von Bürgermeister und Verwaltung unterstützt, versprach Hauner, so dass von „im Stich gelassen“ keine Rede sein könnte.

Die Stellungnahme von Bürgermeister Hauner überraschte in seiner Ausführlichkeit den CSU-Fraktionsvorsitzenden Strauß, nachdem laut seiner Feststellung auch auf Dinge eingegangen wurde, die im MZ-Artikel gar nicht ausgeführt waren.

Hoffen auf Zuschuss

Die Sanierung der Sporthalle des TSV Kareth-Lappersdorf ist in vollem Gange. Die Regierung der Oberpfalz hat einen Zuschuss in Höhe von 730 000 Euro in Aussicht gestellt. Nach Angaben des Kämmerers Robert Weilhammer muss der Markt jedoch einer Maßnahme-Vereinbarung zustimmen, mit der unter anderem die Finanzierung sichergestellt ist.

Zu beachten sei weiterhin, dass die Zuwendung erst 2019 bewilligt werde, die Vorfinanzierung der Zuwendung des Freistaats gegebenenfalls über einen längeren Zeitraum erfolge und kein Rechtsanspruch auf Förderung der Maßnahme bestehe. Eventuelle Folgekosten hieraus müssten vom Markt getragen werden. Trotzdem vertraute der Marktrat auf die Loyalität des Freistaats und stimmte der Maßnahme-Vereinbarung geschlossen zu.

Mehr Nachrichten aus dem Landkreis Regensburg lesen Sie hier.

Marktrat

  • Zusammensetzung:

    Dem Lappersdorfer Marktrat gehören mit Bürgermeister Christian Hauner (Freie Wähler) 25 Mitglieder an.

  • Zweckkoalition:

    Sie besteht aus sechs Mitgliedern der Freien Wähler, vier von der SPD, zwei von den Grünen und zwei von der Bürgerliste.

  • Opposition:

    Sie wird mit zehn Markträten von der CSU gebildet.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht