MyMz
Anzeige

Übung

„Waldbrand“ fordert 200 Aktive

Im trockenen Sommer hätte es schnell zum Notfall kommen können. Den spielten jetzt 22 Feuerwehren im Kreis Regensburg durch.
Von Peter Luft

Einsatzbesprechung mitten im Wald: Die Führungskräfte der Feuerwehren beratschlagen die nächsten Schritte. Foto: Peter Luft
Einsatzbesprechung mitten im Wald: Die Führungskräfte der Feuerwehren beratschlagen die nächsten Schritte. Foto: Peter Luft

Wörth.Waldbrandgefahr. Das Wort bekam man in diesem Sommer oft zu hören. Und durch einen Flächenbrand bei Bernhardswald in diesen Tagen ist es jetzt noch einmal ungewöhnlich aktuell geworden. Kreisbrandrat Wolfgang Scheuerer hatte jetzt 22 Ortsfeuerwehren aus sechs Gemeinden zu einer groß angelegten Waldbrandübung alarmiert. 200 Feuerwehrleute sowie eine Einheit des BRK probten den Ernstfall.

Als Übungsgelände für die unterschiedlichen Szenarien mit Schwerpunkt Funklöcher diente der Fürstliche Thiergarten im Gebiet der Gemeinden Altenthann und Bach im Brandmeister Bezirk Ost 1. Angenommen wurde der Brand eines Forstfahrzeuges zur Baumfällung durch einen technischen Defekt. Aufgrund der langanhaltenden Trockenheit griff das Feuer schnell auf den Wald über. Daraufhin wurde von der Leitstelle Regensburg „Waldbrand groß“ ausgelöst. Einsatzkräfte wurden durch Luftbeobachter der Luftrettungsstaffel Bayern als Verstärkung nachgefordert.

Erste Übung dieser Art

Die Vorbereitung der Großübung lag in den Händen der Kreisbrandmeister Martin Bosl aus Bach und Siegfried Engl aus Wörth. Letzterer ist Kreisbrandmeister für Sonderaufgaben und Vorsitzender der Feuerwehr der Stadt Wörth. Die Einteilung erfolgte durch Kreisbrandinspektor Johann Bornschlegl aus Wörth. Verantwortlich für die gesamte Übung war Kreisbrandrat Wolfgang Scheuerer. „Das ist heute meine erste Waldbrandübung in dieser Form in meiner fünfjährigen Amtszeit. Sie läuft gut ab. Es klappt alles super“, sagte der Chef der 77 Ortsfeuerwehren im Landkreis bei seiner Halbzeitbilanz mitten im Wald.

Insgesamt 22 Feuerwehren waren an der Waldbrandübung beteiligt.  Foto: Peter Luft
Insgesamt 22 Feuerwehren waren an der Waldbrandübung beteiligt. Foto: Peter Luft

Anlaufstelle für die Übung war das Gerätehaus der Feuerwehr Bach. Mit den Bürgermeistern Josef Peutler aus Bach, Harald Herrmann aus Altenthann, 2. Bürgermeister Hubert Hanwalter aus Wiesent sowie Tobias Gotthard, dem frischgewählten Mitglied im Bayerischen Landtag der Freien Wähler, gab Kreisbrandrat Wolfgang Scheuerer einen Einblick in das Geschehen. Er unterrichtete über die Ausgangssituation des angenommenen Ernstfalls. „Mir geht es heute bei dieser Großübung mit fast 200 Einsatzkräften vor allem um die Zusammenarbeit aller beteiligten Kräfte“, machte Scheuerer klar. Dies gelte für Feuerwehren, Einsatzleitung, Kreiseinsatzzentrale und die Führungsgruppe Katastrophenschutz.

Regensburg

Aus der Luft gegen Waldbrände

Die Waldbrandgefahr rund um Regensburg steigt. Vom Flugzeug aus wollen Luftbeobachter Brände früh erkennen.

Gleichzeitig erprobt wurde das technische Zusammenspiel in Abstimmung der Maschinisten untereinander bei sehr langen Schlauchstrecken. Zudem ging es um den Einsatz und Betrieb von Güllefässern der Landwirte im Pendelverkehr sowie um die Kommunikation untereinander im Bereich von Funklöchern. Die Übernahme der besonderen Anforderungen durch die Führungsgruppe des Katastrophenschutzes und die Führung einer Lagerkarte in der Kreiseinsatzzentrale gehörten nach Auskunft des Kreisbrandrats ebenso zum Übungsszenario tief im Wald.

KBR Wolfgang Scheuerer (links) im Gespräch mit den Vertretern der politischen Gemeinden.  Foto: Peter Luft
KBR Wolfgang Scheuerer (links) im Gespräch mit den Vertretern der politischen Gemeinden. Foto: Peter Luft

Die wichtigsten Eckpunkte erläuterte er bei der Fahrt mit den Beobachtern über „Sturmmühle“ vier Kilometer tief in den Wald hinein. Dabei machte Scheuerer deutlich, wie wichtig es ist, lange Schlauchleitungen am Wegesrand links oder rechts oder im Straßengraben zu verlegen, um nachfolgende Einsatz- oder Rettungsfahrzeuge nicht zu behindern. „Die Güllefässer kommen alle von Landwirten aus dem Gemeindereich Brennberg und Bruckbach“, sagte der Brennberger Vizekommandant Alfred Kerscher. Als unabhängige Wasserentnahmestelle für den angenommenen Waldbrand diente der Weiher beim Walddistrikt „Altweiherhöhe“, mitten im Waldgebiet zwischen Bach und Frauenzell.

Meldefahrer auf dem Quad

Die Pumpen mussten pausenlos überwacht werden.  Foto: Peter Luft
Die Pumpen mussten pausenlos überwacht werden. Foto: Peter Luft

Als Meldefahrer machte sich Kommandant Kilian Deutsch von der Feuerwehr Forstmühle-Göppenbach in Schutzkleidung mit seinem Quad nützlich. An der nächsten Station waren Faltbehälter im Einsatz. In so einen zerlegbaren Behälter aus Plastikplane passen 5000 Liter Löschwasser. „Hier werden die A-Saugschläuche für die Tragkraftspritzen hineingelegt“, sagte Kommandant Willibald Hirschberger von der Feuerwehr Lichtenwald.

„Ich bin vom Ablauf der Übung sehr beeindruckt. Die Ruhe, Gelassenheit, das Wissen und Können, das Zusammenspiel unter den Führungskräften untereinander beeindruckt“, sagte Kreisbrandrat Wolfgang Scheuerer. Schwer beeindruckt zeigt sich auch Tobias Gotthard, der sich spontan entschloss, seiner Heimatfeuerwehr in Kallmünz als Mitglied beizutreten.

Mehr Nachrichten aus dem Landkreis Regensburg lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht