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Wallfahrt entfällt

Am Eichlberg gab es dieses Jahr lediglich Gottesdienste.
Von Alfons Beil

Das Wahrzeichen des Tangrintels ist die Wallfahrtskirche Eichelberg.  Foto: Bernhard Seiberl
Das Wahrzeichen des Tangrintels ist die Wallfahrtskirche Eichelberg. Foto: Bernhard Seiberl Foto: Bernhard Seiberl/Bernhard Seiberl

Eichlberg.Seit über über 300 Jahren existiert die Wallfahrt zur Wallfahrtskirche „Zur Heiligsten Dreifaltigkeit“ am Sonntag nach Pfingsten. Doch heuer musste diese weit über die die Grenzen des Tangrintels hinaus bekannte Tradition abgesagt werden.

Ende des 17. Jahrhunderts lag der Eichlberg in einer trockenen Juralandschaft mit einzelnen Stauden und Bäumen, wohl Eichen. Der Berg ist mit 582 Metern die zweithöchste Erhebung der Umgebung. Margareta Lutz, die Mesnersfrau aus Neukirchen, nutzte den Ort, um ihre Schafe und Ziegen zu hüten. Da sie sehr fromm war, verbrachte sie die Zeit der Einsamkeit mit Beten. Dazu befestigte sie ein Kreuz an einer Eiche.

Eines Tages, es war im Jahr 1688, hörte sie eine Stimme, die ihr auftrug, eine Kapelle zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit zu errichten. Sie fühlte sich jedoch nicht in der Lage und ignorierte die Anweisung. Da diese Stimme aber beständig die Forderung wiederholte, wandte sich die „Lutzin“ an den Pfarrer, der sie unterstützte. So konnte mit Erlaubnis des Bischofs von Regensburg im Jahr 1692 ein Bildstock errichtet werden. Johann Held aus Stadt am Hof malte das Gnadenbild, das noch heute in der Gnadenkapelle am Hauptaltar zu sehen ist. Schnell gewann die Wallfahrt an Bedeutung. So wurde 1693 der Grundstein für eine sogenannte Kapelle gelegt, die aber schon bald zu klein war. 1697 wurde mit den Bau der jetzigen Kirche begonnen, die dann 1711 eingeweiht wurde. 1806 wurde die Wallfahrtskirche zur Pfarrkirche.

Jedes Jahr hielt ein Bischof den Festgottesdienst und die Kindersegnung auf dem Eichlberg. Auch der weltliche Teil kommt bei der Wallfahrt normalerweise nicht zu kurz. Rund um die Wallfahrtskirche werden Verkaufsstände aufgestellt, die nicht nur Speisen, sondern Waren aller Art anbieten. An vier Stellen schenken Wirte Bier und andere Getränke aus und stillen auch den Hunger der Besucher.

Doch in diesen Jahr war alles anders. Es fanden keine offiziellen Wallfahrten statt, es kam auch kein Bischof. Es waren immerhin vier Gottesdienst vorgesehen, aber keine Andacht mit Kindersegnung. Ältere Pfarrangehörige können sich an eine derartige Situation nicht erinnern. Selbst in den Kriegsjahren fanden Wallfahrten zum Eichlberg statt und es wurden Gottesdienste gefeiert. Einige Gruppen sah man trotzdem mit wenigen Wallfahrern zum Berg pilgern, damit die jahrhundertealte Tradition nicht unterbrochen wird.

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