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Kommentar

Warten auf Godot

Ein Kommentar von Norbert Lösch

Die Zeit der Automatismen und Erbhöfe ist für die CSU längst vorbei. Und auch Parteiversammlungen sind längst keine Selbstläufer mehr. Wo sogenannte Influencer mit ihren oft banalen Zeitgeist-Themen gerade für viele junge Menschen weitaus wichtiger sind als Programme und Visionen einer Parteiorganisation, scheinen Verbandsstrukturen und politisches Engagement irgendwie von gestern zu sein.

Die Kreisvertreterversammlung der Land-CSU – schon die Bezeichnung für eine solche Zusammenkunft würde ein Blogger niemals in den Mund nehmen – zeichnete ein anderes Bild. Da sitzen Altvordere neben Studenten, da wird zur Mitarbeit und zum Dialog auf allen Kommunikationskanälen aufgerufen und das Ziel formuliert, in puncto Öffentlichkeitsarbeit einen Zahn zuzulegen. So könnte man den Appell von Parteichef Markus Söder, die CSU sollte „moderner und cooler“ werden, ein Stück weit realisieren.

Weitgehend vorbei scheint auch das Wundenlecken zu sein. Natürlich schmerzt die Niederlage im Landrats-Wahlkampf 2014 immer noch ein bisschen, und es tut immer noch weh, dass man Wähler, Mitglieder und Rathaussitze gerade in der mittleren Generation an die Freien Wähler verloren hat. Inzwischen überwiegt aber eher die Freude darüber, dass junge Leute wieder den Weg zur alten Volkspartei finden und manch neuen Schwung mitbringen.

Um Schwung auch in die Zukunft mitzunehmen, braucht es endlich einen Kandidaten/eine Kandidatin für das Amt des Landrats. Bei aller Zuversicht und allen Kampfansagen gibt es noch kein Gesicht, das sozusagen die „Landkreis-CSU 3.0“ verkörpern würde. Die Hängepartie ist ein bisschen wie Warten auf Godot. Wenn bei der CSU im Juli der Vorhang aufgeht, sollte in ihrem ureigenen Interesse eine zu Kampf und Konsens gleichermaßen fähige Figur auftauchen.

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