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Energie

Wasserkraftwerk soll wieder laufen

Agenda-Arbeitskreis will alte Anlage in Alling wieder in Betrieb nehmen. Dafür holte man sich Anregungen in der modernisierten Anlage in Schirndorf.
Von Dieter Waeber, MZ

Die Wasserkraftanlage in Schirndorf Foto: Zieger

Sinzing. Der Arbeitskreis Energie der Agenda 21 in der Gemeinde Sinzing behandelt in seinem Themenkatalog die gesamte Palette der alternativen Energiegewinnung. Mit auf der Liste steht natürlich auch die Wasserkraft. Dabei stießen die Agenda-Mitarbeiter auch auf ein derzeit nicht aktives Wasserkraftwerk in Alling. Mit dem Ziel, dieses Kraftwerk eventuell wieder entstehen zu lassen, läuft derzeit eine Anfrage der Agenda beim Wasserwirtschaftsamt. Die Stellungnahme des Amts steht noch aus.

„Da die Wasserkraftwerke immer wieder in die Kritik geraten, haben wir für interessierte Bürger von Samos e. V. Regensburg und dem Arbeitskreis in Sinzing eine Besichtigung zu einer kleinen modernen Wasserkraftanlage organisiert“, erzählt Bernd Zieger. Dort werde erneuerbare Energiegewinnung in Turbinen und Generator dank der Wasserkraft umgesetzt.

Flusskraftwerk besichtigt

„Wir konnten viele positive Eindrücke gewinnen“, resümierten die Organisatoren Marc Auffenberg und Bernd Zieger vom Arbeitskreis Energie der Agenda 21 zur Besichtigung des Flusskraftwerks in Schirndorf an der Naab. Zwölf wissensdurstige Personen informierten sich bei der Familie Georg Schießl in der Wasserkraftanlage St. Georgimühle. Familie Schießl ist an der Naab über mehrere Generationen sesshaft und bewirtschaftet unter anderem eine Ausflugsgaststätte, so Zieger. Zunächst erläuterte Junior Schießl an Hand einer Power-Point-Dokumentation die Geschichte der Familie und des Anwesens. Am linken Naabufer über den Mühlgraben, einem Seitenarm der Naab, seien mit unterschlächtigen Wasserrädern ein Sägewerk und eine Mühle über Jahrzehnte in Betrieb gewesen. Das Sägewerk sei unwirtschaftlich geworden und auch die unter Denkmalschutz stehende Mühle entsprach nicht mehr den Anforderungen. Eine kleine über 50 Jahre alte Francis-Turbine mit Winkelgetriebe und Asynchron-Generator erzeugte durch den Antrieb des Wassers Strom. So sei es zum Entschluss gekommen, die vorhandenen Wassernutzungsrechte durch den Bau eines zusätzlichen kleinen Kraftwerks zu nutzen und über Turbine und Generator Strom umweltfreundlich zu erzeugen.

Die Baumaßnahme erforderte eine absolute Neuausrichtung aller Gegebenheiten vom Wasserzulauf, Auslauf Saugschlauch, Horizontalrechen, Fisch-Auf- und -Abstiegshilfen, Pegelregelung und Betonsanierungen.

Ein Ritt durch die Amtsstuben

Der Ritt durch die Amtsstuben der Genehmigungsbehörden sei nicht einfach gewesen, so der Bauherr. Erst nach jahrelangen Bemühungen sei es gelungen, das Kraftwerksvorhaben zu verwirklichen. Die Anlage läuft mit einer alten und einer neuen Turbine problemlos. Die Amortisationsdauer beträgt nach den Aussagen von Schießl etwa zehn Jahre. Die Anlage leistet ihren Beitrag zum Umweltschutz ohne CO-Belastung. Für die Sinzinger sei die Schilderung von der Planung bis zur Durchführung des Kraftwerksneubaus mit den dabei aufgetretenen Problemen für die eigene Arbeit interessant gewesen, betonen die Organisatoren.

Zur Besichtigung unter Tel. (09471) 5968.

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