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Soziales

Wechsel im Haus Benedikt

Der Internationale Bund hat das Seniorenheim abgegeben. Fontiva, der neue Betreiber, will das bisherige Konzept beibehalten.
Von Josef Eder

Das Pentlinger Seniorenwohnheim Haus Benedikt hat seit 19. August mit der Unternehmensgruppe Fontiva einen neuen Betreiber.  Fotos: Josef Eder
Das Pentlinger Seniorenwohnheim Haus Benedikt hat seit 19. August mit der Unternehmensgruppe Fontiva einen neuen Betreiber. Fotos: Josef Eder

Pentling.Fontiva wird der neue Träger des Pentlinger Seniorenheims Haus Benedikt. Nach MZ-Informationen hat das Unternehmen am 19. August die Verantwortung für das Haus vom bisherigen Betreiber Internationaler Bund (IB) übernommen. Die Immobilie ist jedoch noch im Besitz des IB. Die bisherige Einrichtungsleiterin Denise Holler verlässt zum Monatsende das Haus. Mitarbeiter sowie Heimbeirat sind informiert.

Stefan Heuser, Prokurist des neuen Trägers, ist Ansprechpartner für alle Belange und hält sich wöchentlich an mehreren Tagen in Pentling auf. Ab 1. September wird die Fontiva nach seinen Angaben eine Heim- und Pflegedienstleitung für das Haus Benedikt installieren.

IB bleibt Betreiber der Krippe

Der IB betrieb das Seniorenwohnheim Haus Benedikt in Pentling seit über einem Jahrzehnt. Er ist auch der Träger der angegliederten Kinderkrippe mit 36 Betreuungsplätzen im Hanggeschoss und wird diese Einrichtung nach Informationen der Mittelbayerischen weiterhin betreiben. Die Krippe soll in einem nicht mehr belegten Flügel im Erdgeschoss um weitere 24 Plätze aufgestockt werden. Die Planungen dafür sind weit fortgeschritten. Die Gemeinde benötigt diese weiteren Betreuungsplätze für Kleinkinder bis drei Jahre.

Richard Ranker und Denise Holler leiteten nacheinander seit der Eröffnung im Jahr 2008 das Pflegeheim Haus Benedikt.
Richard Ranker und Denise Holler leiteten nacheinander seit der Eröffnung im Jahr 2008 das Pflegeheim Haus Benedikt.

Pentlings Bürgermeisterin Barbara Wilhelm konnte in der Augustsitzung des Gemeinderats auf Anfrage von Ratsmitgliedern, wie es mit dem Seniorenwohnheim weitergehen soll, kein Licht ins Dunkel bringen. Der IB, er hat das Gebäude auf einem Erbpachtgelände der Gemeinde Pentling erstellt, darf es verkaufen, solange der Zweck – das Betreiben eines Seniorenheims – gewahrt bleibt. Der in Planung befindliche Umbau der Kinderkrippe werde planmäßig vonstattengehen.

Offen bleibt die Frage, warum der IB das Seniorenheim Haus Benedikt abgibt. Auf Anfrage der Mittelbayerischen war von dem Unternehmen, das bundesweit 14000 Mitarbeiter beschäftigt, keine Auskunft zu erhalten. Fontiva-Vertreter Hauser sagte, der IB trenne sich nicht von der Sparte Seniorenheime, sondern lediglich von der Einrichtung in Pentling.

Der Wechsel des Heim-Betreibers hat auch Auswirkungen auf die Seniorenarbeit in der Gemeinde. Der Arbeitskreis Senioren der Gemeinde Pentling hat bereits eine im Herbst geplante Veranstaltung (Kirchweihtanz) abgesagt. Weitere in Planung befindliche sind vorläufig auf Eis gelegt.

Die Fontiva sicherte auf Anfrage zu, dass die Teilhabe der Bewohner am Geschehen in der Gemeinde ausdrücklich zu fördern sei. Deshalb wünscht sich der neue Träger, dass alle Veranstaltungen, wie bisher, in Zusammenarbeit mit der Senioreneinrichtung bzw. in den Räumlichkeiten des Hauses ausgerichtet werden. Ein erster Kontakt mit den Verantwortlichen der Gemeinde kam bisher noch nicht zustande.

Sprecherin Agnes Menzl und Pentlings Seniorenbeauftragte Vera Herzig sind der Meinung: „Erst wenn alle Detailfragen seitens des neuen Betreibers geklärt sind und ein neuer Ansprechpartner im Hause ist, können und werden wir Kontakt aufnehmen.“ Zu klären sei dann, ob die Räume der Cafeteria wie bisher kostenfrei genutzt werden können. Die Bewohner des Hauses hätten bisher immer mit Freude an den Veranstaltungen teilgenommen. Heuser signalisierte gegenüber der Mittelbayerischen, dass es keine Änderungen geben werde „Die Fontiva freut sich über die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und möchte an die in der Vergangenheit erfolgreiche Ausrichtung von Veranstaltungen anknüpfen. Natürlich werden wir es auch, wie der IB es getan hat, kostenfrei gestatten.“

Wohngruppenkonzept war Erfolg

Neun Jahre leitete Richard Ranker bis 30. Juni 2017 das Haus. Er hatte ein funktionierendes Heim aufgebaut. Das Wohngruppenkonzept mit täglichem Kochen in den einzelnen Wohngruppen wurde erfolgreich umgesetzt. Denise Holler war von Anbeginn als hauswirtschaftliche Betriebsleiterin im Boot. Am 1. Juli 2017 stieg sie zur Einrichtungsleiterin auf.

Das Haus bietet Platz für 81 pflegebedürftige Menschen. Sie wohnen in 63 Einzelzimmern und neun Doppelzimmern in sieben Hausgemeinschaften. Nach dem Umbau für eine weitere Kinderkrippe verringert sich die Zahl der Betreuungsplätze auf 72.

In den elf Jahren seit der Eröffnung hat sich das Haus Benedikt durch regelmäßige Veranstaltungen, Einladungen und die Teilnahme am Gemeinde- und Kirchengemeindeleben einen Namen gemacht. Dazu zählten auch die enge Zusammenarbeit mit Vereinen und vielfältige Kontakte mit den Bürgern. Die Integration der Senioren erfolgt nahtlos. Kinder der Grundschule Großberg führten Theaterstücke auf. Die Kindergarten- und -krippenkinder haben Kontakt mit den Senioren.

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