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Konzert

Weihnachtsoratorium bei St. Markus

Festliche Klänge bescherten Kinderchor und Singkreis Deuerling unter Robert Göstl den Zuhörern in der St.-Markus-Kirche.
von Peter Pavlas

Der Singkreis Deuerling beim Weihnachtsoratorium Foto: Pavlas
Der Singkreis Deuerling beim Weihnachtsoratorium Foto: Pavlas

WALDETZENBERG.Festliche Klänge bescherten Kinderchor und Singkreis Deuerling unter Robert Göstl den Zuhörern in der St.-Markus-Kirche in Waldetzenberg. Die Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt. „Diese Musik bedeutet für mich die richtige Einstimmung auf das Weihnachtsfest“, sagte eine begeisterte Zuhörerin. Die sechs Teile des uns vertrauten „Weihnachtsoratoriums“ hatte Johann Sebastian Bach vor 284 Jahren zur separaten Aufführung in den Gottesdiensten ab dem ersten Weihnachtsfeiertag komponiert. In St. Markus erklangen, nach heute gängiger Praxis, die Teile 1 bis 3 am Stück.

„Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen, lass dir die matten Gesänge gefallen“, hieß es am Ende des Konzertes. Im Unterschied zur mehr als bescheidenen Bitte im Text ließen die rund 100 Sängerinnen und Sänger ihre Qualitäten eindrucksvoll hören. Homogen war der Chor zu erleben, bestens vorbereitet von ihrem Leiter Göstl. Einen chorpädagogischen Glücksgriff hatte dieser getan, als er eine Handvoll Nachwuchstalente aus dem Kinderchor in die Aufführung mit einband. So konnten diese wertvolle Bühnenerfahrung gewinnen.

Göstl sorgte für einen gut ausbalancierten Gesamtklang im eher intimen Kirchenraum und führte Chor, Orchester und Solisten überzeugend zusammen. Nur jeweils zu Beginn des ersten und des zweiten Teils unterliefen dem ansonsten souverän aufspielenden Kammerorchester kleine Unaufmerksamkeiten.

Gerhard Hölzle gab als lyrischer Tenor mit schlank geführter Stimme den Evangelisten. Er überzeugte über seine Rezitative hinaus auch mit der Arie „Frohe Hirten, eilt, ach eilet“. Dort lässt Bach die Landbevölkerung musikalisch in halsbrecherischen Sechzehntel- und Zweiunddreißigstel-Ketten zum Neugeborenen eilen.

Der brasilianische Bass-Bariton Israel Martins dos Reis sang sich mit Schmelz, seinem großen Stimmumfang und leicht opernhafter Deklamation in die Herzen der Zuhörer. Sowohl mit „Großer Herr, o starker König“ als auch im Duett mit Sopranistin Verena Maria Schmid in „Herr, dein Mitleid“ konnte er überzeugen. Schmids leicht ansprechende Stimme gefiel dem Publikum auch vorher schon mit einem strahlenden „Fürchtet euch nicht“.

„Zum Dahinschmelzen“ fanden Zuhörer nach dem Konzert die Alt-Arien, die Nadia Steinhardt interpretierte, wie „Schlafe, mein Liebster“, oder „Schließe, mein Herze, dies selige Wunder“. Hier verstärkte die Solo-Violine die Wirkung von Steinhardts Gesang. Ebenso wie die Flötistin, die aus dem Orchester heraus den Tenor begleitete. Die Gruppe der Trompeter verlieh Bachs Musik goldenen Glanz.

Nach über 100 Minuten des musikalischen Genusses brach ein lange andauernder Sturm des Applauses herein über Chor, Orchester, Solisten und Dirigenten. (las)

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