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Streit

Weniger Beschwerden über Jetski

Die Anwohner in Geisling und Kiefenholz erheben heuer kaum Klagen gegen den Lärm der Wassergefährte. Das beruhigt Viele.
Von Jakob Kluck

Die Beschwerden gegen die Jetski-Fahrer sind deutlich zurückgegangen. Foto: Biederer
Die Beschwerden gegen die Jetski-Fahrer sind deutlich zurückgegangen. Foto: Biederer

Pfatter.Die einen nervt der Lärm, der durch die Jet-Skifahrer vor allem an den Wochenenden verursacht wird, immer noch. Die anderen sagen, es sei in diesem Jahr viel besser geworden. Harry Pfizenmaier, der Chef des etwa 100 Mitglieder zählenden Regensburger Jetbootclubs, sagt, von Problemen habe er heuer nichts gehört. Auch Pfatters Bürgermeister Jürgen Koch spricht davon, dass es in diesem Jahr wesentlich weniger Probleme gebe als zu früheren Zeiten. „Mir ist nichts zu Ohren gekommen“, sagt er.

Mehrere Anwohner ließen wissen, dass es in diesem Jahr wesentlich weniger Gründe für Beschwerden gebe. „Die Jetskifahren drehen wohl die Motoren nicht mehr so laut auf wie vorher“, sagen einige der Geislinger und Kiefenholzer Anwohner. Allerdings höre man den Lärm vor allem an den Wochenenden immer noch stark. Im vergangenen Jahr dürfte die Lärmbelästigung aber noch größer gewesen sein. Bei einer eigens anberaumten Versammlung hatten damals an die 50 Betroffene dem Jetbootclub-Vorsitzenden und dem Pfatterer Bürgermeister ihr Leid geklagt.

Bis zu 130 km/h schnell

Die Jetboote, die auch als Wassermotorräder bezeichnet werden, sind kleine Wasserfahrzeuge ohne Bordwand. Je nach Modell können darauf auch zwei oder drei Personen sitzen; für einzelne Fahrer gibt es auch Varianten, die im Stehen gesteuert werden. Bescheidene Jet-Skis haben etwa 15 PS, professionelle Rennmaschinen schaffen mit ihren mehreren hundert PS teilweise 130 Kilometer in der Stunde.

Konflikt

Nach Kritik: Jetski-Verein will Lösung

Die Jetskifahrer reagieren auf die heftigen Vorwürfe der Geislinger. Die Deutsche Meisterschaft wurde abgesagt.

Sogar eine Bayerische Meisterschaft wurde bei Geisling schon 2016 ausgetragen. Foto: Biederer
Sogar eine Bayerische Meisterschaft wurde bei Geisling schon 2016 ausgetragen. Foto: Biederer

Entsprechend groß ist auch die Preisspanne: Von wenigen tausend bis hin zu über 20 000 Euro ist alles dabei. Klar, dass die Fans nicht nur geradeaus fahren wollen. Slalomfahren, die Jetskis über die Wellen springen lassen und Stunts bringen den eigentlichen Spaß. Doch das ist längst nicht überall erlaubt, sondern nur auf eigens dafür vorgesehenen Wasserflächen, und von denen gibt es wenige.

Mehr als 100 Jetskis zwischen Kiefenholz und Geisling

Eine davon liegt auf der Donau bei Kiefenholz und Geisling auf zwei Kilometern zwischen Autobahn und Staustufe. Dort fahren in den Sommermonaten gut 100 Mitglieder des 1. Regensburger Jetbootclubs, aber auch viele Auswärtige, die nicht dem Verein angehören. Das sorgte vor allem in den letzten drei Jahren für Streit. Die Bewohner aus Kiefenholz und Geisling beschwerten sich teilweise sehr massiv über den Lärm, den die Speedbootfahrer verursachten. Besonders nervten die Anwohner Geräusche, die bei engen Kurvenfahren entstanden.

Streitfall

Jetskis: Lärmplage oder böses Gerede?

In Geisling und Kiefenholz gehen die Wogen wegen der Jetski-Piloten hoch. Doch deren Radau ist nur sehr schwer beizukommen.

„Natürlich hören wir gerade an den Wochenenden den Radau.“

Bürger auf Kiefenholz

Seitens der Anwohner auf beiden Donauseiten gibt es heuer wesentlich weniger Beschwerden. Sowohl im Wörther Ortsteil Kiefenholz als auch im Pfatterer Gemeindeteil Geisling sind die Bürger, die sich vom Lärm auf der Donau belästigt fühlen, nicht mehr in die Offensive gegangen. „Aber natürlich hören wir gerade an den Wochenenden den Radau“, sagen Kiefenholzer Anwohner, die sich aber auch an den Autobahnlärm, der wenige Meter neben dem Ort durch Lkw und Pkw verursacht wird, mehr oder weniger gewöhnt haben. In Geisling klagten Anwohner auch über die Belästigung durch den Lärm auf der B8.

Verein zahlt 700 Euro pro Jahr für Benutzung der Donau

Harry Pfizenmaier (57), der Vorsitzende des vor über 25 Jahren gegründeten Regensburger Jetbootclubs, sagt, er sei froh darüber, dass nach den Beschwerden jetzt endlich Ruhe eingekehrt sei. „Ich hoffe und wünsche mir sehr, dass das auch so bleibt.“ Der Verein zahlt seit 1995 jährlich 700 Euro an das Bundesverkehrsministerium für die Donaubenutzung.

Strikt reglementiert

  • Erlaubnis:

    In Deutschland sind die Regelungen für Jetskifahrer strikt und werden auch konsequent überwacht. Wer in Deutschland einen Jetski leihen und fahren möchte, der muss nicht nur über 18 Jahre alt, sondern auch im Besitz eines Sportbootführerscheins sein. Andernfalls ist es nicht gestattet, den Jetski zu fahren. Ferner ist genau geregelt, auf welchen Gewässern der Jetski gefahren werden darf. So dürfen in Deutschland nur offizielle Wasserstraßen der Berufsschifffahrt mit dem Jetski befahren werden.

  • Flächen:

    Nach der „Verordnung über das Fahren mit Wassermotorrädern auf den Binnenschifffahrtsstraßen“ darf das typische Figurenfahren nur noch auf den ausgewiesenen Wasserflächen betrieben werden. Erlaubt sind aber Touren- und Wanderfahrten sowie Fahrten zur nächstgelegenen zugelassenen Wasserfläche, wenn ein klar erkennbarer Geradeauskurs eingehalten wird. Auf der Donau sind zwei Flächen freigegeben – im Raum Geisling die rechte Stromseite und im Raum Winzer-Ottach zwischen Vilshofen und Deggendorf.

Bei der Wasserschutzpolizei sieht man indes keine großen Veränderungen zu den Vorjahren. „Wenn wir draußen sind“, sagt Peter-Michael Schmalz, der stellvertretende Leiter der Regensburger Dienststelle, „erhalten wir von vielen Anwohnern Hinweise auf die Nichteinhaltung von Vorschriften durch Jetskifahrer.“ Auch immer wieder müsse man Camper vom Damm verweisen, denn darauf ist das Zelten strikt verboten. Aber man untersuche natürlich nicht, ob diese Ordnungswidrigkeiten von Mitgliedern des Jetbootclubs begangen wurden. „Das interessiert uns nicht“, sagt der Polizeihauptkommissar.

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