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Gemeindeentwicklung

Wenzenbach ersehnt die Südspange

Das Thema Westspange und Nahversorgungszentrum wird kontrovers diskutiert. Das wünschen sich die Bürger sonst noch für 2019.
Von Ralf Strasser

Die Südspange soll 2019 als Baustraße ertüchtigt werden und später den Ortsverkehr entlasten. Foto: msr
Die Südspange soll 2019 als Baustraße ertüchtigt werden und später den Ortsverkehr entlasten. Foto: msr

Wenzenbach.Was steht auf der Liste von Pro und Contra der Bevölkerung für das Jahr 2019? Was will die Gemeinde? Können Erwartungen erfüllt werden? Zu erfüllende Wunschlisten gibt es genügend. Etwa beim Radweg zwischen Grünthal und Regensburg. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und alle erforderlichen Grundstücke erworben“, betonte Bürgermeister Sebastian Koch, „jetzt liegt es an der Stadt Regensburg, die Ausschreibungen endlich auf den Weg zu bringen“.

Doch der Wunsch nach einer sicheren fuß- und radläufigen Verbindung nach Regensburg ist nur ein kleiner Baustein im Ranking der kommunalen Herausforderungen der Gemeinde Wenzenbach. Angeführt wird die Liste von einer Lösungsfindung, die auch in einer von der Verwaltung initiierten Umfrage viel Beachtung fand. 900 Wenzenbacher beteiligten sich bei der Meinungserfassung. Auf der Wunschliste: Die Südspange (66 Prozent) und die Westumfahrung (64 Prozent).

Geteilte Meinungen

Etwas differenzierter sind die Meinungen dazu, ob an der Westumfahrung ein Nahversorgungszentrum entstehen soll, das Pro und Contra hält sich hier die Waage. „Zur Zukunft der Gemeinde ist das Nahversorgungszentrum unbedingt notwendig“, sagt der Träger des Ehrenamtspreises Heinz Klar. „Davon profitieren mehr als viele glauben, und es liegt auch zentral im Gemeindebereich. Der Edekamarkt in der jetzigen Form ist zu klein.“ Auch Tobias Baierl, Vorsitzender des Gewerbeverbandes, wünscht sich eine Erweiterung des Angebotes: „Ein Drogeriemarkt ist unabdingbar und vor allem für junge Familien sehr wichtig. Ein Discounter ist wünschenswert. Ob der geplante Standort für ein Nahversorgungszentrum richtig ist, mögen andere entscheiden.“

„Den Status Quo zur Südspange sehe ich als einen meiner größten Erfolge.“

Sebastian Koch, Bürgermeister

Andere bewerten das kritischer. „Eine Westspange und damit weiteren Flächenverbrauch braucht es nicht“, betont Hans Lengdobler als Vorsitzender des BN Wenzenbach und verweist auf schützenswerte Biotopgebiete. „Wenzenbachs hohe Lebensqualität sollte durch eine moderate Weiterentwicklung erhalten bleiben.“ Bürgermeister Koch sagt, er nehme Befürchtungen, dass der Ortskern geschwächt werde, sehr ernst. „Es ist noch ein weiter Weg zu einer Lösung.“ Nahversorgung zukunftsfähig machen, aber nicht um jeden Preis.

An das Gewerbe denken

Und die Gemeinde setzt Schwerpunkte in der Wohnbebauung, sie sollte aber auch bezahlbar sein. Deshalb sei es notwendig, dass die Gemeinde in Irlbach und in Gonnersdorf den Wohnungsmarkt selbst und sozial entwickelt, so Koch. Für Tobias Baierl ist das ein wenig zu kurz gedacht. Seine Sorge ist, dass das Gewerbe zu kurz kommt.

„Nur Gewerbefläche auszuweisen, ist zu wenig, da fehlen notwendige Flächen, auch für Büros“, sagt er. „Das zieht sich, die Gemeinde ist da zu zaghaft.“ Bürgermeister Koch warnt allerdings vor Schnellschüssen, vor der Ausweisung stehe der Grunderwerb. Zum Thema Innere Mitte wünscht sich der Verwaltungsbeamte Karlheinz Renner ein Zentrum, das den Namen auch verdient. „Die Innere Mitte muss endlich als solche realisiert werden, der Platz gegenüber der Kirche schaut einfach nicht schön aus. Die Pfarrei hat ja schon eine gelungene Gestaltung vorgelegt, jetzt muss die Gemeinde mit den Grundstückseigentümern eine Lösung finden.“ Das liege auch im Sinne der Gemeinde. Aber: „Wir könnten natürlich einen ansprechenden Bebauungsplan über das Gebiet legen, die tatsächliche Umsetzung steht und fällt mit den Grundstückseigentümern. Wir werden aber 2019 Überzeugungsarbeit leisten.“

Auf der Wunschliste der Bevölkerung

  • Seniorenarbeit:

    „Ein Miteinander der Generationen wäre wünschenswert“, meint Karl-Heinz Renner. „Hier wären von Seiten der Gemeinde spürbare Aktionen, die auch was kosten dürfen, gut.“

  • Gewerbe:

    „Der Schwerpunkt liegt derzeit auf Wohnbebauung, aber man darf das Gewerbe nicht vergessen“, betont Tobias Baierl und verweist auf Einkommensteuerbeteiligung und Gewerbesteuer.

  • Schloss:

    Heinz Klar wünscht sich eine Realisierung des Schlosshofs. Einen Adventsmarkt am Schloss sieht er allerdings nicht, „da sind der Rathausplatz und die Schule in Irlbach besser geeignet.“

Die Schlosshofgestaltung steht ebenfalls auf der Wunschliste der Bevölkerung. „Das Areal sollte 2019 fertig werden, schon um die Wahrnehmung des Schlosses zu fördern, auch für Nichtwenzenbacher“, sagt Heinz Klar. Der Hintergrund sei immerhin historisch, denn vor der Gemeinde Wenzenbach gab es die Gemeinde Schönhofen mit dem Schloss. Die gute Nachricht aus dem Rathaus: „Wenn uns keine wertvollen archäologischen Funde dazwischen kommen, kann die Umgestaltung des Schlosshofs 2019 umgesetzt werden.“ Auch das Thema Kinderbetreuung beschäftigt die Verantwortlichen. „Es sollte mehr Kitaplätze geben“, meint Tobias Baierl. „Ich musste meine Tochter mit acht Wochen schon jetzt anmelden, um in ein oder zwei Jahren einen Platz zu bekommen.“ Auch das will die Gemeinde angehen. Ein Architekt wurde bereits mit der Ausarbeitung eines Genehmigungsentwurfs für ein Kinderhaus beauftragt. Bleibt noch die Situation der Generalsanierung der Mittelschule, bei der Koch versucht, eine gemeinsame Lösung mit dem Partner aus Bernhardswald zu finden.

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