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Politik

Wenzenbach investiert viel

Der Gemeinderat hat einen Rekordhaushalt verabschiedet. Sozialwohnungen, Bildung und Straßenbau sind die größten Posten.
Von Ralf Strasser

Seit 2019 wurde an der Südspange gebaut. Für das Jahr 2020 sind für die Umfahrungsstraße 600000 Euro eingeplant.  Foto: msr
Seit 2019 wurde an der Südspange gebaut. Für das Jahr 2020 sind für die Umfahrungsstraße 600000 Euro eingeplant. Foto: msr

Wenzenbach.Erneut ist es ein Rekordhaushalt, den der Gemeinderat mit einer Gegenstimme in seiner Sitzung verabschiedete. Das Finanzpaket, das die Finanzexperten der Gemeindeverwaltung, Danielle Gömmel und Manuel Hofstetter, präsentierten, umfasst ein Gesamtvolumen von 30,57 Millionen Euro. Er schließt im Verwaltungshaushalt mit 15,38 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt mit 15,19 Millionen Euro ab.

Bürgermeister Sebastian Koch sprach von einer dynamischen Entwicklung in den letzten Jahren. „Der Haushalt, den der Gemeinderat 2014 übernahm, wies ein Gesamtvolumen von zwölf Millionen Euro auf. Nun sind es mehr als 30 Millionen.“ Gewachsen sind aber auch die Herausforderungen. So stehen vier Millionen Euro für den sozialverträglichen Wohnungsbau in den Büchern, das Kinderhaus wird 1,65 Millionen Euro kosten und für den Kauf des Schulgartens und Teile des Schulgebäudes sind 2,2 Millionen Euro veranschlagt. Dazu kommen Südspange (600000 Euro), Schlosshofgestaltung (750000 Euro) und Westumfahrung (350000 Euro).

Hohe Mittel für Grunderwerb

Und es wird in den Kauf neuer Flächen investiert. Ein Punkt, der in der Diskussion hinterfragt wurde. Für Dr. Rudolf Ebneth (CSU) wird zuwenig gekauft, für Johannes Wiesbeck (FW) zuviel. Dem Flächenfraß-Argument von Wiesbeck, der deshalb dem Haushalt nicht zustimmte, widersprach Dr. Gerhard Waldherr (SPD) mit „dringend benötigter Infrastruktur“, um Wenzenbach vor einem Verkehrskollaps zu bewahren und notwendige Baugebiete auszuweisen.

Die Perspektiven

  • Finanzplanung:

    Hier sind mittelfristige Projekte wie die Generalsanierung der Mittelschule aufgelistet. Bis zu acht Millionen Euro wird diese kosten.

  • Einwohner:

    Zum Januar 2020 sind es 9098 Personen. Prognose: leicht steigend.

  • Hebesätze:

    320 v.H. für Grundsteuer A und B, 380 v.H. für Gewerbesteuer

Auch das Thema Personalkosten beschäftigte: 2,4 Millionen Euro werden als Ansatz in den Haushalt gestellt. Eine Summe, die in Relation mit den gestiegenen Anforderungen zu sehen sei. „Für den Verbleib guter und engagierter Kräfte braucht es auch finanzielle Möglichkeiten, um auf dem Arbeitsmarkt konkurrenzfähig zu bleiben“, sagte Koch. Eine Meinung, die die Fraktionen im Gemeinderat mittrugen, wie auch die Tatsache, dass die gute Finanzausstattung der Gemeinde primär aus dem Topf der Einkommensteuerbeteiligung (6,66 Millionen Euro), der Gewerbesteuer (2,84 Millionen Euro) und der Schlüsselzuweisung in Höhe von 1,5 Millionen Euro kommt.

Politik

Ärztehaus soll nach Wenzenbach kommen

Der Gemeinderat stimmt dem Plan trotz der angespannten Parksituation in der Bahnhofstraße zu. Nun ist das Landratsamt am Zug.

Bei der Gewerbesteuer habe man noch Luft nach oben, erklärte Dr. Waldherr und die CSU wünscht sich nicht nur hier „weniger zaudern, sondern mehr wagen.“ Doch nicht nur Großprojekte stehen 2020 im Fokus. Mit der Realisierung von Gehwegen, Dorferneuerungen oder Planungskosten für die Gemeindestraße Grünthal-Jägerberg stehen weitere Investitionen im Haushalt. Für die Unterstützung der Vereine könne man hingegen mehr tun, meinte Dr. Ebneth.

Entnahme aus den Rücklagen

All das kostet Geld. Auch langfristig. Dazu steht die allgemeine Rücklage zur Verfügung. 14,7 Millionen Euro sind aktuell „auf der hohen Kante“. Eine Summe, die sich nun reduziert. 6,63 Millionen Euro sollen 2020 entnommen werden, weitere sechs Millionen Euro folgen, bevor sich nach den Prognosen ab 2023 wieder Zugänge einstellen werden. „Der Kassenstand wird sich 2024 wieder bei 8,6 Millionen Euro einpendeln“, betonte Hochstetter.

„Es passt in Wenzenbach“, sagen die Freien Wähler, auch wenn Gerhard Bäumler mit der Zukunft hadert: „Wir müssen uns Gedanken machen, wo Wenzenbach in der Zukunft hin will.“ Von einem bemerkenswerten Haushalt sprach Dr. Gerhard Waldherr für die SPD und plädierte für weitere „sinnvolle und nachhaltige“ Investitionen. Auch die CSU sieht sich bestätigt, man müsse sehen, dass man die richtigen Weichen zügig stellt, so Ebneth.

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