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Porträt

Wörth: Polizeichef will mehr Kontakt

Maximilian Schwarz, der neue Chef der Wörther Polizei, ist bald 40 Jahre im Dienst. In seiner Laufbahn hat er viel erlebt.
Von Jakob Kluck

Maximilian Schwarz leitet seit zwei Wochen die Wörther Polizeiinspektion. Foto: Jakob Kluck
Maximilian Schwarz leitet seit zwei Wochen die Wörther Polizeiinspektion. Foto: Jakob Kluck

Wörth.Seit zwei Wochen hat die Polizeiinspektion Wörth einen neuen Leiter. Polizeihauptkommissar Maximilian Schwarz trat die Nachfolge von Josef Schweiger an, der sich zum 30. August in den Ruhestand verabschiedete. Der Vater zweier Töchter und Großvater eines Enkels ist, wie er sagt, „privat ein Fan von allem, was zwei Räder hat“. Maximilian Schwarz ist deshalb viel mit dem Fahrrad oder Motorrad unterwegs. Geboren wurde Schwarz 1962 in Regensburg. Er besuchte die Kreuzschule und schloss mit der mittleren Reife ab. „Vor allem in der Grundschule haben dort noch viele Schwestern aus dem benachbarten Kloster unterrichtet“, erinnert sich Schwarz. Mit 17 Jahren kam er als Polizeipraktikant zur Inspektion Regensburg-Nord am Protzenweiher, wo es ihm gleich so gut gefiel, dass er ab 1980 auch gleich eine Ausbildung zum Gesetzeshüter in Eichstätt, München und Dachau absolvierte.

„Einmal in der Bild-Zeitung“

„Danach war ich in München bei der PI 43, die ist unter anderem für den Olympiapark zuständig“, sagt Schwarz. Anfang der Neunziger war der Regensburger wieder zurück in der Heimat und zunächst bei der Verkehrspolizei, von 1992 bis 2000 dann bei der zivilen Einsatzgruppe tätig. Schwarz besuchte die Beamtenfachhochschule und stieg in den gehobenen Dienst auf. Ab 2005 war er bei der Kriminalpolizei in Regensburg und rollte dort unter anderem alte Fälle wieder auf. „2014 bin ich dann nochmal zur zivilen Einsatzgruppe gegangen, diesmal als Leitung“, erzählt der 56-Jährige, der zuletzt stellvertretender Leiter der PI Neutraubling war.

In seinen rund 40 Jahren bei der Polizei hat Maximilian Schwarz einiges erlebt. Auf besondere Erlebnisse angesprochen, holt er einen Ordner mit Zeitungsausschnitten heraus. „Polizist fuhr Wiesn-Gast heim nach Regensburg“, schrieb die Bild-Zeitung am 27. September 1984. „Damals war ich bei der Wache dabei, die es nur während des Oktoberfests gibt“, sagt Schwarz. Ein Besucher aus Regensburg befürchtete, sein Bus sei schon ohne ihn losgefahren. „Spaßeshalber habe ich gesagt, dann nehme ich dich halt mit und später stand er dann tatsächlich vor der Wache und hat gesagt: Ein Polizist wollte mich nach Regensburg fahren.“

Die Kollegen lachten zunächst, doch als Schwarz Feierabend hatte und gehen wollte, erkannte ihn der Mann. „Ich habe ihn dann natürlich mitgenommen und ein Bild-Reporter, der vor der Wache stand, hat das mitgekriegt“, erzählt der Regensburger Polizist.

„Cold Cases“ gelöst

Besonders stolz ist Maximilian Schwarz auf die Lösung eines alten Mordfalls während seiner Zeit bei der Regensburger Kriminalpolizei. Im Team wurden dort die sogenannten „Cold Cases“ neu aufgerollt, unter anderem der einer getöteten Prostituierten. „In den Neunzigern steckte die DNA-Auswertung noch in den Kinderschuhen, trotzdem wurden damals viele Spuren gesichert“, sagt Schwarz. Durch einen DNA-Abgleich konnten die Ermittler dann auch den Mörder der Prostituierten nach knapp zwei Jahren Arbeit überführen.

Die Faszination der modernen Spurenauswertung vergleich er mit der Entwicklung vom ersten Buchdruck bis hin zu heutigen Computern: „Faserspuren oder Fingerabdrücke gibt es schon länger, aber spätestens nach der Bestimmung der Blutgruppe war früher Schluss. Jetzt reicht der Abgleich mit Hautschuppen oder anderen winzigen menschlichen Hinterlassenschaften, um jemanden mit 99-prozentiger Sicherheit zu identifizieren.“

Schwarz wünscht sich mehr Kontakt mit Bürgern

Eine andere Sache hat Schwarz ebenfalls in München gelernt. „Die Polizeiinspektion am Olympiapark war auch für das Hasenbergl, einen Brennpunkt, zuständig“, erzählt er. Dort war damals ein „Kontaktbereichsbeamter“ regelmäßig zur Fußstreife unterwegs. „Der hat die Gegend, die Leute und die Belange gut kennengelernt und konnte Dinge einfach klären.“ Das kommt dem Hauptkommissar aktuell zu kurz. „Wir kommen mit den Bürgern erst dann in Kontakt, wenn etwas passiert ist. Das normale Gespräch kommt leider zu kurz“, sagt er.

Schwarz will das ändern und hat sich vorgenommen, wenn es zeitlich möglich ist, sein neues Einsatzgebiet besser kennenlernen – alle elf Gemeinden und als Fußstreife. In seiner neuen Funktion erwarten ihn vor allem viele Unfälle. „Ansonsten wäre mir in den letzten Jahren nichts Größeres bekannt, das die Bevölkerung beunruhigt hat“, sagt Schwarz. „Und wir werden alles dafür tun, dass es auch so ruhig und befriedet bleibt.“

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