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Unterhaltung

Wörther Autorin ist scharf auf Krimis

Martina Schmid brachte das Buch „Hanzing“ heraus. Die Frau aus Weihern hat schon ihr nächstes Werk im Kopf.
von Walter Schiessl

Autorin Martina Schmid hat sich auf Regionalkrimis spezialisiert. Foto: Schiessl
Autorin Martina Schmid hat sich auf Regionalkrimis spezialisiert. Foto: Schiessl

Wörth. Die seit vier Jahren in Weihern lebende Martina Schmid hat schon viel erlebt. Viele ihrer Erlebnisse hat die 52-jährige Autorin in ihre Bücher verpackt. „In allen kommen meine Gefühle und Stimmungen zum Ausdruck“, sagt die frühere Bürokauffrau, die sich seit 2003 auf das Schreiben von Büchern verlegt hat. Nach einer Pause brachte sie 2016 „Bluttempel“, 2018 „Hungersacker“ und heuer „Hanzing“ zu Papier. Allesamt sind Kriminalromane, deren Handlungen in den Dörfern zwischen Donaustauf und Zinzendorf spielen.

Martina Schmid wurde in Laaber geboren, wo sie die Volksschule und dann das Gymnasium in Parsberg besuchte. „Zunächst lernte ich bei der IHK den Beruf einer Bürokauffrau“, erzählt die Autorin, die dann heiratete und mit ihrem Mann eine Familie gründete. „Dann machte ich eine lange berufliche Pause“, erzählt sie über jene Jahre, in denen sie sich ausschließlich der Erziehung ihrer beiden Töchter widmete. Als die beiden Mädchen schon etwas größer geworden waren, versuchte Martina Schmid mit dem Aufbau einer Nachhilfeschule in Neutraubling den Schritt in den Wiedereinstieg in das Berufsleben.

„Ein schöner Erfolg“

„Das klappte hervorragend“, sagt sie über diese Zeit. Gleichzeitig entdecket die damals gerade 30-Jährige erstmals ihre Leidenschaft für das Schreiben. Das geschah, indem sie für ihre Tochter ein Büchlein fertigte, das den Namen „Pasqua“ hatte. „Es drehte sich um ein Pferd, mit dem das Mädchen in Italien geritten war“, sagt die Autorin, die zunächst den Kindern aus der Nachbarschaft die kleinen Geschichten von „Pasqua“ erzählt hatte. Das sei so gut angekommen, dass sie sich schließlich selbst auf die Suche nach einem Verlag machte.

Martina Schmid hat schon viele Lesungen in Schulen und Büchereien abgehalten, auch eine mit Katrin Holz.Foto: mzred
Martina Schmid hat schon viele Lesungen in Schulen und Büchereien abgehalten, auch eine mit Katrin Holz.Foto: mzred

Sie wurde fündig. Das Werk der frischgebackenen Autorin machte die Runde unter den Lehrern in der Oberpfalz, die Martina Schmid nach und nach einluden. Mit solchen Ehren gespickt, machte sich die damalige Nachhilfelehrerin an das Schreiben eines zweiten Teils von „Pasqua“. Auch dieser kam wieder recht gut an. Erneut wurde sie an Schulen in der Region eingeladen, viele Kinder erzählten auch zu Hause ihren Eltern und Bekannten, was sie im Unterricht erfahren hatten. Martina Schmid wiederum gab ihre Leitung in der Nachhilfeschule auf und verlegte sich darauf, fortan nur noch Bücher zu schreiben.

Zwischenzeitlich zog die Autorin in den Wörther Ortsteil Weihern, wo sie die Ruhe fand, um sich weiteren Geschichten zu widmen. Dort entstand der erste Regionalkriminalroman, den sie „Herrschaftszeiten“ nannte. 3000 mal wurde das Buch, das sie im Eigenverlag herstellen ließ, verkauft. „Das ist natürlich für eine neue Autorin ein schöner Erfolg, der mich ermutigte, mit dem Schreiben weiterzumachen“, sagt sie selbst nicht ohne Stolz. In den Sommermonaten setzte sich Martina Schmid auf ihre Terrasse und schrieb, „mal drei Seiten am Tag, ein anderes Mal 30 Seiten“, wie sie preisgibt. Mal habe man einen Lauf, ein anderes mal gehe es nicht so flott, lacht sie verschmitzt.

Nach der Veröffentlichung des insgesamt dritten Buchs und des ersten Krimis wurde Martina Schmid zu vielen Lesungen eingeladen. „Das machte mir solchen Spaß, dass ich beschloss, weitere Bücher zu schreiben“, sagt die Wörtherin, die sich wieder auf ihre Fantasie verlegt und Krimis wie Bluttempel und Hungersacker entstehen ließ. In diesem Jahr ersann Martina Schmid einen weiteren Krimi, den sie nach einem Ort im Landkreis Cham „Hanzing“ nannte. Die Handlung findet ausschließlich im Kopf der Autorin statt, die sie dann in ihrem Computer in Weihern ausformuliert. „Manchmal“, so sagt sie, „lese ich meinem Lebensgefährten daraus etwas vor, oft behalte ich es aber auch für mich“. Einfluss muss der Straubinger aber nicht nehmen, freilich – so erzählt Martina Schmid – ist sein Rat schon gefragt.

Nächster Fall spielt in Bach

„Hanzing“, das ebenfalls im Eigenverlag erschienen ist, dreht sich um eine Schriftstellerin, die in ein altes Bauernhaus nach Hanzing zieht, zunächst an Albträumen leidet, später aber darauf kommt, dass in dem Gebäude ein Mond begangen wurde, der vertuscht werden sollte, die Schriftstellerin aber auf die Idee bringt, doch persönlich zu ermitteln. „Mir macht es Spaß, solche Fälle zu konstruieren“, sagt Martina Schmid über ihr 185 Seiten dickes Werk.

Den nächsten „Fall“ hat die Autorin bereits im Kopf. Er werde sich in der Gemeinde Bach abspielen, verrät sie schon. Dort sollen in ihrem Buch mehrere Leichen gefunden werden, deren Mörder dann ermittelt werden müssen. Über den Titel für ihr nächstes Buch sinniert die 52-jährige Autorin noch.

Um auch den Wörthern die Gelegenheit zu geben, über das Buch „Hanzing“ etwas zu erfahren, hält Martina Schmid am 11. Oktober um 18.30 Uhr in der Wörther Bücherei eine Lesung. Zustande kam sie durch einen Kontakt mit Andrea von Lieven, der Leiterin der Wörther Bibliothek an der Schule.

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