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Freizeit

Wörther Bade-Dorado vor der Haustüre

Im Wörther Gschwelltal geht es an heißen Tagen hoch her. Die Wasserratten schätzen die Ruhe und die idyllische Lage.
Von Alexander Krusche

Das Wörther Waldbad erfreut sich großer Beliebtheit – bei den Sonnenanbetern und bei den Wasserratten. Fotos: Schiessl
Das Wörther Waldbad erfreut sich großer Beliebtheit – bei den Sonnenanbetern und bei den Wasserratten. Fotos: Schiessl

Wörth.Seit mehr als einem halben Jahrhundert kommen die Naturschwimmer im Osten Wörths auf ihre Kosten. Sowohl junge als auch ältere Wasserratten verbringen die heißen Sommernachmittage hier. Weil fünf junge Wörther in den 50er Jahren die Entscheidung der Regierung, die ein Freibad in Wörth ablehnte, nicht akzeptieren wollten, nahmen sie ihr Glück selbst in die Hand. In Eigenregie baggerten sie neben dem Fußballplatz im Wörther Gschwelltal ein provisorisches Becken aus, einige Jahre später wurde erst betoniert. Rund 60 Jahre ist das nun her.

Heute ist den Wörthern ihr Waldbad nach einigen Renovierungsarbeiten fest ans Herz gewachsen. So auch dem 64-jährigen Hans Deubel, Bäcker in Wörth. Als Kind dieser Gemeinde erlebte er die Anfänge hautnah mit. „Es war ein sehr spontanes, provisorisches Projekt. Damals waren weder der Boden noch die Seiten betoniert.“

Toiletten gibt es erst ab 2020

Die Vorteile des Bades liegen für ihn klar auf der Hand: „Der größte Vorteil ist natürlich, dass der Eintritt kostenlos ist. Zudem schätze ich das kühle, frische Wasser und die natürliche Umgebung hier“, berichtet er. Deubel, der sein Geld als Bäcker in Wörth verdient, nutzt meist die Mittagszeit zum Schwimmen. „Gegen 13 Uhr haben wir unsere Ruhe und es sind normalerweise nicht mehr als fünf Besucher da.“ Seit 50 Jahren gehört er zu den Schwimmern im Bad, zieht im Sommer täglich seine Bahnen. Er ist großer Verfechter der natürlichen Erfrischung.

„Es war ein sehr spontanes, provisorisches Projekt. Damals waren weder der Boden noch die Seiten betoniert.“

Hans Deubel, Bäcker in Wörth

Nur eine Sache stört ihn: „Derzeit haben wir nur eine Umkleide, da sollte sich etwas ändern“, meint er. Laut dem Bauamt in Wörth ist jedoch derzeit in dieser Hinsicht nichts geplant. „Diesen Sommer haben wir bereits neue Sitzgarnituren bekommen sowie einen Sandkasten für Kinder umsetzen können“, erzählt Daniel Reichl. Zudem verweist er auf den Festplatz neben dem Waldbad: „Diesen werden wir nächstes Jahr mit einer Toilette ausstatten, die dann selbstverständlich auch für unsere Waldbadbesucher zur Verfügung stehen wird“, berichtet er.

In idyllischer Ruhe Sommertage genießen

Johannes Meierhofer aus Wiesent ist des Öfteren anzutreffen. „Ich bin hier im Sommer fast jeden Nachmittag. Meine Mutter und ich packen uns Brote ein und genießen den Nachmittag“, erzählt der 13-Jährige. Den Homeservice nutzt auch Familie Huber, die heute mit ihren zwei Mädels und Sohn Fritz den Tag verbringt. Sie breiten die Picknickdecke aus und lassen sich selbst gebackenen Kuchen schmecken. Die gerade mal vier Jahre alte Laura berichtet stolz: „Ich habe auch mitgeholfen – beim Teigvermischen und Probieren.“

Andere Familienmitglieder stürzen sich lieber direkt ins kühle Nass. So auch Sohn Fritz, der nach zwei gezogenen Bahnen berichtet: „Es gibt nichts Besseres, als an einem heißen Tag ins eiskalte Wasser zu springen. Meine Schwester Julia ist da anders. Sie liegt meist nur faul rum, allerdings sorge ich da schon für Erfrischung“, grinst er. Der 14-Jährige rennt ans Ufer, füllt seine Kappe mit Wasser und überrascht seine Schwester so feuchtfröhlich. Vater Horst hat schon fast aufgegeben, die ewigen Streitereien zu schlichten. „Ein bisschen Bewegung schadet meiner Julia nicht“, meint er augenzwinkernd.

Das kann auch Drogerieverkäuferin Christa Luttner von sich behaupten. „Ich besuche das Waldbad nun bereits seit 40 Jahren, also kann man es hier schon aushalten“, lacht sie, während sie sich von der Sonne bräunen lässt. „Neben dem Vorteil, gratis ein Bad nehmen zu können, gefällt mir hier vor allem diese idyllische Ruhe!“ Sie sagt sogar: „Nirgends ist es schöner als hier, wenn bei gutem Wetter Schwimmer in jedem Alter zusammenkommen und die Sommernachmittage genießen“, schwärmt sie.

Besser als Chlor-Wasser

Ein paar Meter weiter liegt das Ehepaar Kerschensteiner aus Kirchroth. Es hält dem Waldbad schon seit mehreren Jahren die Treue und schätzt vor allem das Naturwasser-Becken. „Wir persönlich bevorzugen das Waldbad gegenüber dem Regensburger Westbad, da hier alles sehr idyllisch und natürlich ist. Das gefällt uns viel mehr als die perfekt geschnittenen Becken mit Chlorwasser, die man ja für gewöhnlich in Freibädern vorfindet“, berichtet Ehefrau Rita.

Ihr Lebenspartner Hans fügt hinzu: „Zudem haben wir hier unsere Ruhe. Das kann man von Dingolfing nicht behaupten, dort stören des Öfteren kleine Kinder das Sonnenbaden“. Das kann auch seine zwei Jahre jüngere Ehefrau bestätigen. „Hier sind auch viele Kinder unterwegs, was auch gerade beim Spielplatz so sein muss. Da sich hier aber jeder kennt, versuchen auch unsere Jüngsten, sich am Riemen zu reißen“, freut sich die Rentnerin und steigt daraufhin wieder ins Wasser des Waldbads, um weiter ihre Bahnen zu ziehen.

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