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Musik

Wörther Saxofonist erobert New York

Tobias Meinhart hat sich in der US-Metropole bestens eingelebt und steht auf vielen Konzert-Bühnen. Der überzeugte Bayer kommt aber zurück.
von walter schiessl, mz

Tobias Meinhart hat sich in New York angesiedelt. Dort avancierte er zu einem gefragten Musiker. Foto: tm

wörth/new York.Tobias Meinhart (30) hat seinen Entschluss, drei Jahre nach New York zu gehen, noch keine Sekunde bereut. Der Wörther, der sich der Jazz-Musik verschrieben hat, ist im April nach USA aufgebrochen, wo er inzwischen in zahlreichen Clubs Konzerte gibt. Der Saxofonist, der in Regensburg und Basel studiert hat, wird zudem in Kürze seine dritte CD unter dem Titel „In Between“ herausbringen.

Der Sohn einer Wörther Apothekenbesitzerin und eines Allgemeinarztes hat keinen leichten Weg beschritten. Denn die Jazz-Musik ist mehr bei Insidern gefragt denn bei großen Konzerten. Dennoch schlägt das Herz des 30-Jährigen ausschließlich für diese Stilrichtung. „Das hat mich einfach gepackt und zwar von Anfang an“, sagt der junge Mann, der im Alter von elf Jahren zum Schlagzeug und zwei Jahre später zum Saxofon kam.

Leute ohne Standesdünkel

Zu seiner Laufbahn nach dem Abitur am Regensburger Altbrecht-Altdorfer-Gymnasium gehören Studienaufenthalte in Basel, in Amsterdam und auch früher schon mal in New York. Auftritte bei namhaften Festivals in ganz Europa hat der begabte Musiker inzwischen bestritten und auch begehrte Preise eingeheimst. Am Jazz gefällt Tobias Meinhart, dass man nach Herzenslust improvisieren kann und keine alten Stücke nachspielen muss.

Lange hat er sich überlegt, noch einmal in New York anzusiedeln und im April setzte er seinen Entschluss in die Tat um. Ausgestattet mit einem Arbeitsvisum, das drei Jahre läuft, heuerte er dort im April an. Eine Wohnung nahm er im Nachbarstadtteil Brooklyn. „Es hat sich inzwischen schon viel ergeben“, sagt er im Telefon-Interview mit dem Wörther Anzeiger der MZ. Zum einen unterrichte er an einer privaten Musikschule in New Jersey und zum anderen werde er zu schönen Konzerten eingeladen. Mal spiele er nur ein paar Stücke, ein anderes Mal fülle er mit seinem Quintett, das er sich in der US-Metropole zusammengestellt hat, ein abendfüllendes Programm.

„Das macht mir nach wie vor großen Spaß“, sagt Tobias Meinhart. Da traf es sich auch gut, dass der Wörther mit Größen der internationalen Jazz-Szene zusammenkam. Das seien ganz normale Leute, gänzlich ohne Standesdünkel, merkt der Szene:Musiker an. Zuletzt wurde über ein Konzert der Kontakt zu Joe Lovano, einem der bedeutendsten Jazz-Saxofonisten geschaffen. „Er hat mich zu sich eingeladen, ich war auf dem Weg zu ihm ganz aufgeregt“, erzählt Tobias Meinhart. Mit ihm hat er schon öfter musiziert, der legendäre Komponist hat dem Wörther den Weg auf die New Yorker Bühnen geebnet. So trat er unlängst beim „Jazz im Lincoln Center“ auf, was ihm Lorbeeren einbrachte. Im Schnitt spielt Tobias Meinhart einmal in der Woche bei einem Event. Da seien unbekannte Clubs dabei, aber auch bekannte Bühnen, auf denen er sein Programm zum Besten gibt. Mit dabei sind vier Musiker.

„Sehr große Unterschiede“

Den Kontakt zu den vier Jazzern, mit denen er einige Zeit in Europa unterwegs war, hat er natürlich gehalten. Das seien ihm echte Freunde geworden, so wird er mit einem Quintett in der guten, alten Welt Ende September viermal in Süddeutschland, darunter auch in Regensburg spielen.

Der Vollblut-Musiker will aber keinesfalls für immer in Amerika bleiben. „Ich denke, dass ich nach den drei Jahren wieder nach Europa zurückkehre“, sagt der überzeugte Bayer. New York gefalle ihm zwei immer besser, aber man müsse auch sehen, dass es die dort existierende Liberalität und Freiheit nicht im ganzen Land gebe. „Es gibt das sehr große Unterschiede“, meint der 30-Jährige, die spüre man sehr schnell, wenn man sich mit Leuten aus dem Kernland unterhalte.

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