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Jahresbilanz

Wörther Unfallzahlen auf Rekordhoch

Die Polizeiinspektion Wörth verbuchte 2018 gleich mehrere negative Rekorde. Drei Menschen starben bei Karambolagen.
von Walter Schiessl

Bei Mötzing wurde eine Person bei einem Unfall von einem Lkw getötet.Foto: Alexander Auer
Bei Mötzing wurde eine Person bei einem Unfall von einem Lkw getötet.Foto: Alexander Auer

Wörth.Erneut über 800 Verkehrsunfälle im Jahr 2018 vermeldet die Polizeiinspektion in ihrem Jahresbericht. „Das ist zwar gegenüber dem Vorjahr ein leichter Rückgang“, sagt Erster Hauptkommissar Josef Schweiger, aber die Zahl der Unfälle mit Personenschäden sei dagegen gestiegen. Die Gesamtzahl ist gegenüber dem vorjährigen Zehnjahreshoch (813) leicht (-0,4 Prozent) auf 809 Unfälle zurückgegangen. Bedauerlicherweise kamen bei diesen Verkehrsunfällen drei Personen ums Leben (2017: zwei). Der Wörther PI-Chef merkt aber auch an, dass die Unfälle auf der Autobahn nicht zur Wörther Statistik zählen, denn für diese ist die Autobahnpolizei zuständig.

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle bleibt im Zuständigkeitsbereich der PI Wörth, der die Stadt Wörth sowie die Gemeinden Altenthann, Aufhausen, Bach, Brennberg, Donaustauf, Mötzing, Pfatter, Riekofen, Sünching und Wiesent umfasst, also hoch. Im Dienstbereich wohnen auf über 350 Quadratkilometern 27 000 Einwohner. Die gesteigene Zahl der Pkw-Zulassungen dürfte laut Josef Schweiger eine der Ursachen für den Anstieg der Unfallzahlen sein.

Die Verkehrsunfälle mit Personenschäden stiegen in der Jahresstatistik (+42,1 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr (64) stark an und liegen nun mit 91 Unfällen wieder auf dem zweithöchsten Wert der letzten zehn Jahre. „Das ist schon traurig“, sagt der PI-Chef. Die Anzahl der Verletzten stieg entsprechend von 88 auf nunmehr 129 (+46,5 Prozent). Unter den Verletzten waren 29 Schwer- (2017: 23) und 100 Leichtverletzte (2017: 65).

29 verletzte Radfahrer

„Überproportional stark gestiegen ist die Anzahl der verletzten Radfahrer von elf im Vorjahr auf nunmehr 29“, sagt Josef Schweiger. Das bedeutet für die PI Wörth einen Zehnjahreshöchststand. Dabei sind die E-Bikes und E-Roller, die in einigen Städten schon das bild prägen, in Wörth bislang nur wenig anzutreffen, wie der PI-Chef sagt. In diesem Bereich seien in den nächsten Jahren weitere höhere Unfallraten zu erwarten.

74 Verletzte waren PKW-Insassen (VJ: 51), 22 motorisierte Zweiradfahrer (VJ: 18). Verringert hat sich die Zahl der verletzten Fußgänger auf 1 (VJ: 5). „Auch war in diesem Jahr kein Schulwegunfall zu verzeichnen, da hatten wir großes Glück“, sagt Josef Schweiger.

Die Anzahl der „Schwerwiegenden Verkehrsunfälle mit Sachschaden“, das heißt, es liegt entweder eine Straftat im Zusammenhang mit der Teilnahme am Straßenverkehr wie unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, Fahren unter Drogen- oder Alkoholeinfluss, Fahren ohne Fahrerlaubnis - oder eine Ordnungswidrigkeit- vor, bei der gemäß Bußgeldkatalog eine Geldbuße von 60 Euro oder mehr festzusetzen ist, verringerte sich dagegen stark vom letztjährigen Zehnjahreshöchststand (131) auf 93 (-29,0 Prozent), was zugleich den niedrigsten Wert der letzten zehn Jahre bedeutet. „Das ist erfreulich“, sagt der PI-Chef.

Bei den oben genannten Unfallkategorien liegt der entstandene Sachschaden bei rund 1 183 000 Euro (VJ: 881 000 Euro).

Bei en Kleinunfällen werden keine Personen verletzt oder getötet und es liegt keine oder nur eine geringfügige Ordnungswidrigkeit vor, die verwarnt werden kann. Auch die Kleinunfälle haben nun den höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre erreicht.

Aufklärungsquote gesteigert

Zu einem Großteil handelt es sich bei diesen Kleinunfällen um Wildunfälle. Hier ist ein leichter Rückgang von 447 (2017) auf 438 (minus 2 Prozent) zu verzeichnen. Eine Person wurde verletzt. Somit sind rund 54 Prozent aller Verkehrsunfälle im Dienstbereich auf Wildunfälle zurückzuführen. Gegenüber dem letztjährigen Zehnjahreshöchststand ist somit nur ein kleiner Rückgang zu verzeichnen. Bei „Kleinunfällen“ wird die Schadenshöhe statistisch nicht erfasst.

Die Zahl der von der PI Wörth im Jahr 2018 bearbeiteten Verkehrsunfälle mit Unfallflucht sank laut Josef Schweiger um 37,3 Prozent nach dem letztjährigen Zehnjahreshoch deutlich von 99 auf 62, was zugleich den zweitniedrigsten Wert in den vergangenen zehn Jahren darstellt. Die Aufklärungsquote konnte auf 38,7 Prozent gesteigert werden (2017 33,3 Prozent).

Deutlich gesteigen ist dagegen die Zahl der aufgenommen Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss. Wurden im Vorjahr nur zwei Alkoholunfälle festgestellt, erhöhte sich die Zahl im Jahr 2018 auf neun. „Zwei Verkehrsteilnehmer wurden dabei schwer, einer leicht verletzt“, resümiert der Wörther PI-Chef, der im August in den Ruhestand geht.

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