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Kultur

(W)Örtlichkeiten lockten nach Kallmünz

Sechs Orte wurden zur Bühne für unterschiedliche Kunstgenüsse. Die Besucher der Kulturveranstaltung waren begeistert.
Von Martina Neu

Bernhard Hübl brillierte in der Scheune im Aufschlägerhaus als Steuereintreiber. Foto: Martina Neu
Bernhard Hübl brillierte in der Scheune im Aufschlägerhaus als Steuereintreiber. Foto: Martina Neu

KALLMÜNZ.Wenn der Ort zum Wort findet, dann ist man bei den „(W)Örtlichkeiten“ in Kallmünz richtig. Diese außergewöhnliche Kunstveranstaltung lockt jedes Jahr viele Besucher in die Perle des Naabtales. Hier kann man unentdeckte Orte entdecken und bekommt dort auch gleich einen unverwechselbaren Kunstgenuss zu hören.

Als die Macher des Kulturecks die ersten „(W)Örtlichkeiten“ planten, ahnten sie noch nicht, welche Kleinode es hier zu entdecken gibt. Daniel Karl hatte vor vier Jahren die Idee zu den „(W)Örtlichkeiten“. Das Konzept wurde von den Besuchern bereits ab der ersten Veranstaltung gut angenommen. „Wir haben uns gefragt, was strahlt der Raum aus, welcher kulturelle Leckerbissen passt zu ihm, so konnte immer der passende Kunstgenuss mit dem Raum verbunden werden“, stellte Karl fest.

Einblicke

Kunst trifft auf versteckte Orte

Kulturelle Leckerbissen gab es bei den „(W)Örtlichkeiten“ in Kallmünz. 190 Besucher sahen sonst nicht zugängliche Räume.

So brillierte Bernhard Hübl in der Scheune des Aufschlägerhauses als Steuereintreiber. Zum Hintergrund: Im Jahr 1270 erhielt Kallmünz das Prektonat, ein Steuerüberwachungs- und Erhebungsamt. Denn die Herzöge des Hauses Wittelsbach ließen ihre Besitzungen steuerstatistisch erfassen und im Aufschlägerhaus war dieses Amt untergebracht, daher komme auch der Name, so Hübl.

Musik auf dem Dachboden

Auf dem Dachboden des Lindner-/Pfeifferer-/Feiertagshauses gab es französische Musik zu hören, während es beim Obst- und Gartenbauverein im Vereinsheim frisch gepressten Apfelsaft gab. Natürlich wurde auch die alte Saftpresse in Szene gesetzt und der Saft aus den frischen Früchten gepresst. Anschließend hörten die Besucher von der OGV-Vorsitzenden Elisabeth Krönauer das Gedicht „Der über uns“ von Gotthold Ephraim Lessing.

Musikalisch wurde es in der Ferienwohnung des Häfnerhauses. Die Musiker um Alexander Gotthardt fanden selbst in der kleinsten Nische Platz und bescherten den Besuchern einen modernen Musikgenuss. Sonja Chaves erzählte im Durchgang des Ecklhauses einige Anekdoten. Hier waren auch einige Kunstwerke ausgestellt. Bruno Gallhuber zitierte einen Streit zwischen zwei Nachbarn, der in einem Polizeiprotokoll vom Februar 1862 verewigt wurde.

„(W)Örtlichkeiten“

  • Konzept:

    Die „(W)Örtlichkeiten“ wurden heuer zum 4. Mal durchgeführt. Jedes Mal werden sechs Orte, an denen es verschiedene Kunstgenüsse gibt, besichtigt.

  • Besucher:

    Die Besucher wurden in sechs Gruppen aufgeteilt. Die gesamte Veranstaltung dauerte rund drei Stunden. Kommendes Jahr ist eine Neuauflage geplant. (lmn)

Interessant wurde es in der Brauerei Goldener Löwe. Richard Luber hatte vor dem Sudkessel einen Tisch aufgebaut und ließ Eugen Oker auferstehen. Der gebürtige Schwandorfer Oker hatte durch seine Heirat mit Maria Augustin, die aus dem Anwesen des „Goldenen Löwen“ stammt, in Kallmünz eine zweite Oberpfälzer Heimat gefunden. Stephan Karl, ein Kallmünzer Original, sagte, dass man viele Kallmünzer bei den „(W)Örtlichkeiten“ sehe, denn diese kennen die versteckten Orte meist noch aus ihrer Kindheit, wo sie frei zugänglich waren.

Eine besondere Eventlocation

Richard Gleissner, dem das Aufschlägerhaus mit seinem Bruder gehört, sagte, dass in dieser Scheune früher schon einige Feste gefeiert wurden. Das Anwesen ist seit 1917 in Familienbesitz und wird in den nächsten Jahren behutsam renoviert. „Es versprüht Charme und ist eine außergewöhnliche Eventlocation, die ich den Gästen gerne zeigen wollte“, so Gleissner.

Die „(W)Örtlichkeiten“ wurden von den Besucher sehr gut angenommen, einzig der Wettergott spielte nicht mit. Um diesen außergewöhnlichen Abend Revue passieren zu lassen und auch Erfahrungen auszutauschen, trafen sich nach dem Ende der Veranstaltung die Hausbesitzer, Künstler und Fremdenführer zu einer Manöverkritik im Bürstenbinder. Dr. Eva Schropp, Vorsitzende des Kulturecks, bedankte sich bei allen, die Tür und Tor geöffnet hatten. Sie kündigte eine 5. Auflage der „(W)Örtlichkeiten“ an: „Kallmünz bietet noch viele unentdeckte Kleinode.“

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