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Baugebiet

Wohnanlage muss umgeplant werden

In der Hemauer Straße in Beratzhausen entstehen 46 statt 78 Wohneinheiten – wegen dem von der Bahn geforderten Schallschutz.
Von Ingrid Kroboth

Auf dem ehemaligen BayWa-Gelände sind aktuell Lastwagen abgestellt. In ein paar Jahren sollen dort fünf Wohnhäuser und ein Parksstadel stehen.  Foto: lik
Auf dem ehemaligen BayWa-Gelände sind aktuell Lastwagen abgestellt. In ein paar Jahren sollen dort fünf Wohnhäuser und ein Parksstadel stehen. Foto: lik

Beratzhausen.Es war im April dieses Jahres, als dem Marktrat die Pläne für eine Bebauung des BayWa-Geländes an der Hemauer Straße vorgestellt wurden. Wie in der MZ berichtet, hat die Baugesellschaft Swietelsky aus Linz (Österreich) das Gelände bereits gekauft.

In ihrer jüngsten Sitzung erfuhren die Markträte nun von Andreas Böck, dem Vertreter der Investoren, dass ein von der Bahn geforderter Schallschutz zur Bahnlinie hin die ursprünglichen Pläne komplett umgeworfen habe. Gefordert wurde eine Schallschutzmauer von über acht Metern Höhe. Andernfalls hätten an den neuen Häusern die zur Bahn hin ausgerichteten Fenster nicht geöffnet werden dürfen.

Die Folge ist eine komplette Umplanung der Wohnanlage. Anstelle von drei zur Bahnlinie hin geplanten Gebäuden soll nun dort ein Parkstadel mit zwei Ebenen und einer Höhe von sechs Metern plus Satteldach entstehen. Damit sei der Lärmschutz für die Wohnhäuser, die nun alle auf drei Stockwerke festgelegt werden sollen, gewährleistet. Zugleich reduziere sich die Anlage von einst geplanten acht auf fünf Häuser mit insgesamt 46 Wohneinheiten, anstelle der ursprünglich angedachten 78.

Teure Tiefgarage fällt weg

Hinfällig sei nun eine Anbindung der Wohnanlage an die Eichenstraße, deren Anlieger gegen die ursprüngliche Absicht Bedenken hatten. Robert Achhammer (CWV) erkundigte sich nach der Wirtschaftlichkeit des Bauvorhabens, wo doch nun erheblich weniger Wohneinheiten angeboten würden. Das seien immerhin 1400 Quadratmeter, die nun wegfallen. Dazu erklärte Böck, eine wesentliche Einsparung bringe das Parkhaus im Vergleich zur Tiefgarage, die sehr kostenaufwendig geworden wäre – und nun wegfalle.

Von Christian Kraus (UB) nach dem zeitlichen Ablauf gefragt beschrieb Böck als nächste Aktion den Ausbau der alten Öltanks. Bis April 2020 müsse auch die auf dem Gelände noch von BayWa eingemietete Firma raus – „weil es nicht optimal ist, was die da oben mit ihren Lkw veranstalten“, stellte Böck fest. Die bestehenden Gebäude sollen im Oktober/November 2020 abgerissen werden, so dass einem Baubeginn im März/April 2021 nichts mehr im Weg stünde. Die Umplanung wurde vom Marktratsgremium einstimmig zur Kenntnis genommen.

Abriss verschoben

  • Nachfrage:

    Andreas Niebler erkundigte sich nach Verzögerungen auf dem Schlossergelände, die Gebäude sollten abgerissen werden.

  • Förderung:

    Geschäftsleiter Dieter Kuberski sagte, es werde geklärt, ob der Abbruch über die Städtebauförderung bezuschusst wird.

  • Befürchtung:

    Niebler befürchtet, dass es dadurch zu längeren Verzögerungen kommt.

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung war ein Antrag der Werbeinitiative Beratzhausen (WIB), die im Januar wieder zu einer Raunacht im Ortszentrum einlädt und dafür von der Gemeinde einen Zuschuss von 4000 Euro beantragt hat. Bürgermeister Konrad Meier (CSU) wies das Gremium darauf hin, dass der Antrag von Geschäftsleuten komme, „die richtig Gewerbesteuer bezahlen“.

Kein Verständnis für Zuschuss

Andreas Niebler (CSU) erinnerte sich aber noch gut an einen Beschluss aus dem Jahr 2017, als auf einen gleichlautenden WIB-Antrag „letztmalig“ ein Zuschuss gewährt worden war, mit dem Hinweis, die Veranstalter müssten sich künftig ein „selbstfinanzierendes Konzept“ überlegen. Die Veranstaltung dauere gerade mal vier Stunden, und da seien 4000 Euro im Vergleich zu anderen Vereinsanträgen doch eine stolze Summe. Obwohl die WIB ein eingetragener Verein ist, wollte Meier die neue Vereins-Fördersatzung in diesem Fall nicht anwenden und die Entscheidung nichtöffentlich fällen.

Doch Josef Weigert jun. (SPD) sah keinen Grund zur Geheimhaltung: „Wenn es regnet und schlecht läuft, kann man immer noch bezuschussen.“ Martin Tischler (FW) forderte seine Kollegen auf: „Wir haben einen Beschluss und sollten uns dran halten.“ Das taten dann auch 18 Markträte gegen die Stimmen von Bürgermeister Meier und Andrea Scheuerer (CSU).

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