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Natur

Wohnraum für die Haselmaus gebastelt

Die Schüler der Klasse 1 und 2c der Grundschule Ramspau lernten Neues über die Haselmaus. Sie bauten ihr auch Nisthilfen.
Von Sieglinde Geipel

Hartmut Schmid baute mit den Buben und Mädchen einen Unterschlupf für Haselmäuse. Foto: Sieglinde Geipel
Hartmut Schmid baute mit den Buben und Mädchen einen Unterschlupf für Haselmäuse. Foto: Sieglinde Geipel

Ramspau.In der „Grundschule Ramspau – die Schule im Grünen“ haben Themen rund um die Natur einen hohen Stellenwert. In der Arbeitsgemeinschaft (AG) „Natur entdecken“ beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit einem kleinen, scheuen Tier, der Haselmaus.

Zunächst waren die Schüler überrascht, dass die Haselmaus gar keine Maus ist. Haselmäuse schauen zwar so ähnlich wie sehr kleine Mäuse aus, haben aber ein braunes Fell, das am Bauch ganz weiß ist. Sie gehören aber zu der Familie der Bilche, genauso wie der Siebenschläfer und der Garten- und Baumschläfer. Angelika Müller, die die AG leitet, gab den Schülern viele Informationen zu diesem kleinen Tier. In Büchern fanden die Kinder weitere Hinweise und schließlich durften sie in einem Rätsel ihr Wissen unter Beweis stellen.

Nisthilfen aus Lattenholz und Noppenfolie

Hartmut Schmid, Gebietsbetreuer des Landschaftspflegeverbands Regensburg, war ebenfalls in die Schule gekommen, um mit den Kindern Nisthilfen – schmale, röhrenförmige Gebilde – für die Haselmäuse zu bauen. Mit Feuereifer waren die Schüler dabei, es wurde gehämmert und genagelt. Aus Lattenholz und Noppenfolie, wurden kleine Wohnhöhlen, sogenannte Tuben gebaut. Die Haselmäuse nehmen die Tuben gerne als Versteck, Schlafmöglichkeit und zur Aufzucht der Jungen an.

Weil die Tiere in der kalten Jahreszeit in einen tiefen Winterschlaf fallen, werden die Nisthilfen jetzt gebaut und sollen dann im Frühjahr in Büschen und Sträuchern im nahen Wald aufgehängt werden. Die Haselmaus ist angepasst an ein nächtliches Leben als Kletterkünstler. Ob kleinste Zweige oder glatte Baumstämme, Haselmäuse können sie erklimmen. Den Tag verschlafen Haselmäuse in faustgroßen Nestern aus Laub und Gras, die sie geschickt zwischen dünne Zweige, ins Brombeerdickicht oder in Baumhöhlen bauen. Für den Winterschlaf bauen sie sich Nester auf dem Boden.

Bedrohtes Tier

  • Nisthilfen

    : In vielen Wäldern gibt es wegen einer ertragsorientierten Forst- und Landwirtschaft kaum noch Waldränder, Büsche und Sträucher. Der Bau der Nisthilfen ist deshalb überlebenswichtig.

Die Nisthilfen werden immer wichtiger, da der natürliche Lebensraum der Haselnuss stark bedroht ist. In vielen Wäldern gibt es kaum noch artenreiche Waldränder, Büsche und Sträucher. Aber die Haselmaus hat auch natürliche Feinde wie den Rotfuchs, das Mauswiesel oder das Hermelin. Auch Greifvögel und Eulen gehören zu den Feinden. Da sich Haselmäuse nicht verteidigen können, gehören sie zu den Fluchttieren. Heute gehört die Haselmaus zu den gefährdeten Tieren und steht deshalb auf der Roten Liste.

Knospen und Samen

Die Schüler lernten auch, welche Nahrung die Haselmaus zu sich nimmt. Je nach Jahreszeit hat sie einen abwechslungsreichen Speisezettel. Im Frühjahr ernährt sie sich vor allem von Knospen, Blüten und Samen. Im Sommer lässt sie sich Früchte und Beeren schmecken, vertilgt aber auch Insekten, Schnecken und Würmer. Im Herbst ist die Haselnuss eine ganz besonders wichtige Nahrungsquelle.

Alle Kinder sind nun schon ganz gespannt, wenn sie im Frühjahr die Nisthilfen im Wald ausbringen und hoffen, dass die neuen Haselmauswohnung auch angenommen werden. Vielleicht werden sie nach den Sommerferien dieses scheue Tier auch einmal erspähen können.

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