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Feuerwehr

Wolfgang Scheuerer neuer Kreisbrandrat

Von 173 wahlberechtigten Kommandanten wählten 96 Scheuerer zum Kreisbrandrat für den Landkreis Regensburg. Er will die Ausbildung neu gestalten.
Von Christof Seidl, MZ

  • Landrat Herbert Mirbeth mit dem designierten neuen Kreisbrandrat Wolfgang Scheuerer (Mitte); rechts der unterlegene Johann Bornschlegl. Foto: Seidl
  • Die Kommandanten mussten ihr Kreuzchen in Wahlkabinen machen. Bei jeden Einzelnen wurde registriert, für welche Wehr er seine Stimme abgibt. Foto: Seidl
  • Die Stimmung im Barbinger Rathaussaal wirkte zu Beginn der Kommandanten-Versammlung angespannt. Foto: Seidl

Barbing.Die Entscheidung war eindeutig: Von 173 wahlberechtigten Feuerwehrkommandanten wählten 96 Wolfgang Scheuerer (54) aus Kallmünz zum neuen Kreisbrandrat für den Landkreis Regensburg. Sein Kontrahent Johann Bornschlegl aus Wörth (42) erhielt 77 Stimmen.

Die Stimmung wirkte angespannt. Für eine derart große Veranstaltung war es im Barbinger Rathaussaal zu Beginn der Versammlung auffällig ruhig. Landrat Herbert Mirbeth betonte eingangs, dass er zwei schriftliche Bewerbungen für den Posten des Kreisbrandrats erhalten habe. Er wolle der Kommandantenversammlung eine demokratische Wahlmöglichkeit bieten und schlage deshalb Wolfgang Scheuerer und Johann Bornschlegl vor. Beide seien vollständig geeignet.

Menschliche Qualität wichtig

Mirbeth betonte, dass der künftige Kreisbrandrat nicht nur eine Menge Fachwissen in verschiedenen Bereichen mitbringen müsse, sondern auch große menschliche Qualitäten. Anschließend hatten die beiden Kandidaten jeweils zehn Minuten lang Gelegenheit, sich einzeln den Feuerwehrkommandanten vorzustellen.

Johann Bornschlegl bezeichnete in seiner Ansprache den Erhalt der Ortswehren als sein wichtigstes Ziel. Die künftige Entwicklung sei eine Gemeinschaftsaufgabe, der Kreisbrandrat keine mächtige Einzelperson, die alles vorgebe, sondern ein Bindeglied zwischen den Freiwilligen Feuerwehren und höheren Stellen.

Auch Wolfgang Scheuerer unterstrich die Gemeinschaft der Feuerwehren. Es gehe nicht darum, zu bestimmen, sondern gemeinsam mit den Kommandanten und Mannschaften vor Ort die besten Lösungen zu finden. Handlungsbedarf sieht Scheuerer sowohl bei der Ausbildung, die mehr auf die Bedürfnisse der Wehren abgestimmt werden müsste, als auch bei der Nachwuchswerbung. Denn obwohl der demografische Knick die Feuerwehren noch nicht erreicht habe, gingen die Zahlen zurück. Es sei wichtig herauszufinden, woran das liegt und die richtigen Konsequenzen zu ziehen.

Viele Änderungswünsche erhalten

Im Gespräch mit der MZ sagte Scheuerer, dass er nach seinem Rücktritt als Kreisbrandinspektor im Frühjahr 2012 von vielen Seiten Vorschläge und Änderungswünsche erhalten habe. Dies sei einer der Gründe gewesen, warum er kandidiere. Außerdem habe ihm die Arbeit mit den Feuerwehren schon immer sehr viel Freude bereitet.

Die Stimmung in den Landkreis-Feuerwehren war in jüngerer Zeit nicht die beste. Gegenüber der MZ äußerten mehrere Kommandanten unter der Hand Kritik am amtierenden Kreisbrandrat Waldemar Knott, als dessen Favorit Bornschlegl galt. Scheuerer trat im April 2012 wegen Differenzen mit Knott als Kreisbrandinspektor zurück.

Mirbeth bat die Kommandanten nach der Wahl, Scheuerer zu unterstützen. Er habe mit beiden Kandidaten vor der Wahl getrennt und gemeinsam gesprochen. Dabei hätten sich beide „toll verhalten“. Dies sei eine gute Grundlage für die künftige Zusammenarbeit.

Scheuerer versprach nach seiner Wahl, sich mit aller Kraft für die Feuerwehren im Landkreis einzusetzen. Mehr wolle er gar nicht sagen, sondern „mit Taten überzeugen“.

Eine sehr formelle Wahl

Bei der Wahl des Kreisbrandrats herrschten strenge Bestimmungen. Die Mitarbeiter des Landratsamts hatten im Foyer des Barbinger Rathaussaals richtige Wahlkabinen aufgebaut. Die Kommandanten mussten dort – in Gruppen eingeteilt – ihr Kreuzchen machen, bei jeden Einzelnen wurde registriert, für welche Wehr er seine Stimme abgibt.

Frank Karl, beim Landratsamt auch für das Fachgebiet innere Sicherheit und damit für die Feuerwehren zuständig, erklärte gegenüber der MZ, dass man angesichts der Diskussionen im Vorfeld der Wahl alle Formalitäten exakt einhalten wolle.

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