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Jahresrückblick

Wünsche der Laaberer fürs neue Jahr

Lebt der Marktplatz weiter auf oder stirbt er? Wie geht’s der Kultur im Ort? Bewohner antworten nicht nur darauf.
Von Peter Pavlas

Florian Böhm, Geschäftsmann am Laaberer Marktplatz Foto: Peter Pavlas
Florian Böhm, Geschäftsmann am Laaberer Marktplatz Foto: Peter Pavlas

Regensburg.Im September hat Florian Böhm das Geschäft in der Laaberer Ortsmitte mit Postfiliale, Schreibwaren- und Schnapsverkauf samt Buchladen und Glücksschweinderln übernommen. „Mittlerweile habe ich festgestellt, dass unser Laden gut angenommen wird. Fürs nächste Jahr wünsche ich mir einfach, dass es so weitergeht.“

Das Angebot an Waren und Dienstleistungen findet Florian Böhm grundsätzlich in Ordnung, der neu hergezogene Friseurladen belebe das Ortszentrum zusätzlich. Er mahnt jedoch die fällige Umgestaltung des Marktplatzes an. „Besonders für ältere Menschen stellt das Kopfsteinpflaster eine Schwierigkeit dar, weil es die Mobilität einschränkt. Da müsste schon bald was geschehen. Durchs Reden allein verbessert sich nichts. Und auch ein Wochenmarkt, etwa am Samstag, wäre nicht von Nachteil für uns.“

Vera Winkler-Theiß, Rektorin der Schulen Laaber

Vera Winkler-Theiß, Rektorin der Schulen Laaber Foto: Peter Pavlas
Vera Winkler-Theiß, Rektorin der Schulen Laaber Foto: Peter Pavlas

Vera Winkler-Theiß blickt auf ein erfolgreiches Jahr an ihrer Schule zurück: „Im Juli verlieh uns das Kultusministerium das „Gütesiegel Demokratie“, dann fand unsere außergewöhnliche Projekt-Woche „Märchen“ im Rahmen der Laaberer Kulturtage viel Beachtung. Die Gründung des Fördervereins GMS Laaber ist endlich gelungen, sagt sie hocherfreut.

Zuverlässige Unterstützung erfuhren wir durch den Elternbeirat nicht nur bei der Finanzierung von Projekten, sondern auch durch tatkräftiges Engagement, zum Beispiel bei den Nikolaustellern für alle Klassen, Kaffee- und Plätzchenverkauf am Elternsprechtag). Im nächsten Jahr wird die Digitalisierung beider Schulhäuser durch Mittel des Digital-Budgets und des Digital-PAKTs des Bundes umgesetzt. Auch die Werteerziehung an der Grund- und Mittelschule wird weiter nachhaltig fortgesetzt. Aus dem Solidaritätslauf für Uganda wird künftig eine jährliche, feste Institution.“

Engin Yesil, Inhaber von Engins Grill


„Viel ruhiger ist es hier in der Ortsmitte seit der Schließung des Schlecker-Marktes geworden. Kunden kaufen auch deswegen vermehrt im Umland ein. Ich habe inzwischen in diesem wunderschön gelegenen und lebenswerten Ort schon manche Freundschaften geschlossen. Man grüßt sich in Laaber auf der Straße, das ist in anderen Orten nicht selbstverständlich. Wir haben hier eine gute medizinische Versorgung, aber ein Kinderarzt wäre noch wünschenswert.

Die Bürger sollten dem Lärm im Ortskern gegenüber toleranter werden, obwohl ich auch die betroffenen Anwohner verstehe. Im nächsten Jahr arbeite ich weiter daran, ein richtiges Lokal zu eröffnen. Dann wird es vielfältige anatolische Gerichte geben. In meiner Küche setze ich dann noch mehr auf Frische, Qualität und die Verwendung regionaler Produkte.“

Steffi Heelein, Musikerin und Aktivistin

Steffi Heelein, Musikerin und Aktivistin Foto: Peter Pavlas
Steffi Heelein, Musikerin und Aktivistin Foto: Peter Pavlas


„Ich finde es begeisternd, dass hier so viele Menschen Liebe zur Musik empfinden, und auch mit- und füreinander Musik machen“, sagt Steffi Heelein. Das sei auch festzustellen gewesen beim letzten Konzert im überfüllten Rathaussaal, als sie zusammen mit musikalischen Freunden ein Chanson-Programm anbot. „Musik sorgt für sozialen Zusammenhalt und Harmonie.“

Sie dankt allen Menschen aus Laaber und Umgebung, die die Not in Uganda sehen und die Hilfe des Vereins UVCO vor Ort mit Spenden unterstützen. „Im nächsten Jahr will ich aber angesichts von sich ausbreitender sozialer Kälte mehr Zeit mit Menschen verbringen, die in ihrem Herzen Dankbarkeit für ihr Leben verspüren und die dadurch ihr Gegenüber achtsam behandeln.“

Friedrich Hock, Schmied und Metallkünstler


„Ich freue mich auf die nächste bayrisch-böhmische Kunstaktion, auch weil ich selbst sudetendeutsche Wurzeln habe. Um schon im nächsten Jahr die Kulturszene zu bereichern, plane ich in meiner Werkstatt eine Ausstellung von Bildern, Zeichnungen und Postkarten aus meiner Sammlung, die das vergangene Laaber zeigen.

Friedrich Hock, Schmied und Metallkünstler Foto: Peter Pavlas
Friedrich Hock, Schmied und Metallkünstler Foto: Peter Pavlas

Aber dass mir heuer dreimal schwerbeladene und navigeleitete Lkw auf dem Weg zu den Baustellen am „Chor“ Hausecken und Treppen demoliert haben, gefiel mir überhaupt nicht. Außerdem vermisse ich vor allem im Sommer den Klang der Kirchenglocken zwischen 22 Uhr und 6 Uhr, weil sie in dieser Zeit seit dem Frühjahr nicht mehr läuten dürfen. Für 2020 wünsche ich mir in erster Linie nur Gesundheit.“

Helene Scheiner, Kleingärtnerin und Burgbergbewohnerin

Helene Scheiner, Kleingärtnerin und Burgbergbewohnerin Foto: Peter Pavlas
Helene Scheiner, Kleingärtnerin und Burgbergbewohnerin Foto: Peter Pavlas


„Auch heuer freute ich mich über die fröhlichen und hilfsbereiten Menschen aus vielen Kulturen, die hier in meiner Nachbarschaft unterhalb der Burg leben. Die bunte Palette von Kulinarischem und Sportangeboten im Ort kann ich fußläufig erreichen, das ist schon ein großer Vorteil. Die Geschäftsleute sind sehr freundlich. In meinem idyllischen Kleingarten an der Laber ernte ich bald Grünkohl.

Aber es stört mich, dass der schöne Brunnen so zugeparkt wird und dort von Erholung für Wanderer und Radler kaum die Rede sein kann, und dass der Wochenmarkt verschwunden ist. Ein wichtiges Zentrum der Kommunikation war er ja auch einmal. Und viel mehr regionale Lebensmittel sollten in Laaber angeboten werden, nicht nur im Umland.“

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