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Wallfahrt

Zeit für einen Ratsch ist erst im Herbst

Einmal im Jahr gibt es ein gemütliches Beisammensein der Wallfahrer in Maierhofen – erst da ist Zeit, die Gemeinschaft so richtig zu erfahren.
Von Verena Gabler

  • Jedes Jahr im Mai ziehen die Oberpfälzer hinter dem Kreuz her nach Altötting. Und jedes Jahr im Herbst treffen sie sich in Maierhofen. Foto: Archiv
  • Alle Geehrten erhalten als Dank eine Kerze mit der schwarzen Madonna Foto: Gabler
  • Alle Geehrten erhalten als Dank eine Kerze mit der schwarzen Madonna Foto: Gabler

Maierhofen.Auf den ersten Blick haben die Oberpfälzer Altötting-Wallfahrer der Hemauer Gruppe nicht viel gemeinsam: Sie kommen aus verschiedenen Regionen, ja sogar Regierungsbezirken. die einen aus Zeitlarn, die anderen aus Einmuß. Es sind junge Erwachsene dabei, aber auch welche, die bereits seit einem Viertel Jahrhundert oder mehr die Wallfahrt absolvieren. Sie haben verschiedene Berufe, Ansichten und Lebensgeschichten.

Und doch sind sie eine einheitliche Gruppe, die sich jedes Jahr am Freitag nach Christi Himmelfahrt nach Altötting aufmacht, zur Schwarzen Madonna. „Es ist dieses gemeinsame Erlebnis, das uns verbindet“, folgert Dieter Schwarzfischer, der Pilgerführer der Gruppe. Rund 250 Menschen beteiligen sich jährlich an dem fünftägigen Fußmarsch.

Sie wollen danken oder die Heilige Maria um etwas bitten oder sind einfach, wie Dieter Schwarzfischer, in gewisser Weise „süchtig“ geworden nach dem „Altneiding geh‘“.

Rückblick auf gemeinsame Tage

Das Treffen der Hemauer Gruppe der Oberpfälzer Fußwallfahrer fand am Samstag zum zwölften Mal statt. Jedes Jahr im Herbst kommt rund die Hälfte der Gruppe ins Gasthaus Eichenseher und verbringt dort einen gemütlichen Abend. Unterwegs, auf Wallfahrt, habe man nie die Zeit, sich zu unterhalten. Am Abend seien viele müde. Da käme so ein Treffen gerade recht, um zu „ratschn“ oder auch in Erinnerungen zu schwelgen. Die „Frauenberger Musikanten“ umrahmen die Veranstaltung musikalisch.

Wie gut es in diesem Jahr gelaufen ist, zeigen Bilder und Videos der letzten Wallfahrt: Bei strahlendem Sonnenschein ziehen die Männer und Frauen dem Vortragskreuz nach. Sie beten oder halten inne, um die Natur, ihre Umwelt, auf sich wirken zu lassen. Man nimmt sich die Zeit, die Landschaft bewusst wahrzunehmen oder einfach innerlich zur Ruhe zu kommen. „Wenn ich die Bilder von heuer seh’, würde ich am liebsten gleich den Rucksack packen und losmarschieren“, seufzt Dieter Schwarzfischer.

Ihre Ursprünge habe die Wallfahrt im Fitnesstrend der 1970er und 1980er Jahre. Heute sei laut Schwarzfischer eher das Pilgern en vogue. Den Unterschied erklärt er so: „Wallfahren ist eine Gruppentätigkeit. Wir organisieren, beten und gehen zusammen während die Pilger das Ganze alleine unternehmen, ohne Tradition oder feste Rituale.“

Das Hutgeld hat Tradition

Eine feste Tradition bei den Oberpfälzer Fußwallfahrern sei dagegen das Hutgeld. In Altötting angekommen wird Geld von allen vier Oberpfälzer Gruppen eingesammelt.

Damit werden die Unkosten der Wallfahrt gedeckt – unter anderem auch die Ehrenkerzen mit der schwarzen Madonna aus Wachs vorne drauf. Die erhalten die Walfahrer, wenn sie mindestens 15 Mal den Fußweg bis zur Gnadenkapelle auf sich genommen haben. Auch in Maierhofen wurden am Samstag einige dieser Kerzen verliehen – nicht ohne eine persönliche Erinnerung an die gemeinsame Zeit preiszugeben.

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