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Architektur

Zeitlarner Rathaus eingeweiht

Das Verwaltungsgebäude prägt die neue Ortsmitte. Beim Bau wurden der Zeitplan und die Kosten eingehalten.
Von Ralf Strasser

Die Pfarrer Josef Schießl und Arne Schnüttgen segneten das neue Rathaus. Foto: Ralf Strasser
Die Pfarrer Josef Schießl und Arne Schnüttgen segneten das neue Rathaus. Foto: Ralf Strasser

Zeitlarn.Die Zeiten ändern sich. Das gilt auch für die kommunale Verwaltung im gesellschaftlichen Miteinander. Vorbei sind die Zeiten, als in den frühen fünfziger Jahren Bürgermeister Rudolf Pfeiferer in seinem Privathaus die Bürgersprechstunde abgehalten hatte. Es sind noch wenige, die sich in Zeitlarn daran erinnern. Eine davon ist Rita Eberwein. Sie war damals die Bürgermeistersekretärin und jetzt stand sie als Ehrenbürgerin vor dem neuen Rathaus, das im hier und jetzt als modernes Verwaltungsgebäude eingeweiht wurde. Feierlich mit vielen Ehrengästen, aber auch gemütlich mit der Bevölkerung.

Zeitzeugen mitunter, die miterlebten, wie das Rathaus von der guten Stube 1969 in das dazu umfunktionierte Schulgebäude einzog. Doch das Gebäude kam in die Jahre. „Zu eng, ein undichtes Dach, nur eine Toilette, feuchte Wände“, erinnerte sich Bürgermeister Franz Kröninger. „Das war schon fast wie eine WG“, sagt das Gemeindeoberhaupt. Es wurde Zeit für das Neue, auch wenn die Planungen viele Jahre verschlungen haben. Doch heute präsentiert sich das Rathaus aus einem Architektenwettbewerb heraus als gelungenes Werk. „Es ist etwas Schönes entstanden“, betonte Kröninger, „und es ist nicht das Rathaus des Bürgermeisters, sondern ein Gebäude für unsere Bürgerinnen und Bürger.“

Modernes Gebäude als Ortsmitte

Kein Haus von der Stange. Funktional zwar, aber mit sehr viel Charme, Holz und warmen Farbtönen. Selbstbewusst in der Architektur, transparent mit lichtdurchflutetem Foyer und Arbeitsräumen.

Der Blick vom durchlaufenden Balkon fällt auf eine kommunikative Fläche, die zum Dorfmittelpunkt werden soll und kann. Zierkirschen säumen ein Wasserbecken ein, Sitzbänke laden zum Verweilen und guten Gesprächen ein. „Ich hoffe sehr, dass Rathaus und Platz mit Leben gefüllt werden.“ Man sei im Wandel und stehe doch mitten in der Tradition, sagte Hans Dechant, der als stellvertretender Landrat für den Landkreis Regensburg gratulierte. „Das Rathaus bildet mit der Kirche und dem Gasthaus eine Einheit. Eine Ortsmitte, wie es eigentlich sein müsste.“

Architekt Stefan Schretzenmayr verteilte Komplimente: „Ein guter Bauherr ist die Voraussetzung für eine gute Architektur und nur so kann entstehen, wie es entstanden ist.“ Ein Kernsatz des Erfolges, der sich auch in der Vergangenheit spiegelt. „Früher stand hier ein Stadl und diese Traditionsform haben wir aufgenommen.“ Bemerkenswert: „Wir haben die Bauzeit und auch die Kosten eingehalten“, so Schretzenmayer. Keine alltägliche Tatsache.

Und das Rathaus hat viele Väter und Mütter. Ein entscheidungsfreudiger Gemeinderat, viele beteiligte Firmen und kreative Ideengeber. Wie der Landschaftsarchitekt Bernd Rohloff, der sich über die Sonne zu den Feierlichkeiten freute. „Das Wetter ist ein tolles Zeichen und wirft ein gutes Licht auf den Bürgerplatz vor dem Rathaus“, sagte Rohloff und überreichte dem Bürgermeister neben dem in Butterschmalz gebackenen Rathausschlüssel auch ein Farbtöpferl für etwaige Nachbesserungen.

Ökumenische Segnung

Pfarrer Josef Schießl, der zusammen mit dem evangelischen Kollegen Arne Schnüttgen die Segnung des Rathauses durchführte, bot sich spontan an das Tor zum Kirchengelände zu streichen. „Zumindest von meiner Seite.“

Nach der Segnungs- und Einweihungsfeier gab der Bürgermeister das Haus zur Besichtigung frei. Und zur Ausstellung zum 40. Jubiläum der Gebietsreform. Dazu wurde auch der neue Bildband „Zeitlarn - Früher und Heute“ als eine Zeitreise durch die Geschichte der Gemeinde vorgestellt.

Den Abschluss darf man als den „gemütlichen Teil“ der Veranstaltung bezeichnen. Leckere Fische, Steaks und Würstl vom Grill verwöhnten den Gaumen, über ein Kinderprogramm freuten sich die kleinen Besucher, die Feuerwehrkapelle sorgte für die bayerischen Klänge und die Partyband Überdüber am Abend für Discostimmung. Nicht zu vergessen ist das Schultheater, die als Bürger von Schilda aus Kartonagen ein Rathaus bauten.

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