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Teuerung

Zweckverband erhöht Wasserpreis

Weil in der Viehhausener-Bergamttinger Gruppe der Verbrauch pro Nase geringer wurde, schnellen die Kosten aber in die Höhe.
Von Dieter Waeber, MZ

Die Anwohner der Viehhausener-Bergmattinger Gruppe müssen für Trinkwasser tiefer in die Tasche greifen.
Die Anwohner der Viehhausener-Bergmattinger Gruppe müssen für Trinkwasser tiefer in die Tasche greifen. Foto: dpa

Alling.In seiner jüngsten Verbandsversammlung beschlossen die Räte des Wasserzweckverbandes der Viehhausen- Bergmattinger Gruppe die Erhöhung der Wasserpreise und die Anhebung der Grundgebühren. Geschäftsführer Rudolf Eisenhut und Verbandsvorsitzender Anton Schwindl trugen die Grundlagen der, alle vier Jahre turnusgemäß, notwendigen Neuberechnung vor. D

azu wurden dem Verbandsrat drei Varianten der Neuberechnung vorgestellt. Bei einer Grundgebühr von 60 Euro würde der Wasserpreis zum Beispiel 1,68 Euro, bei einer Grundgebühr von 84 Euro 1,51 Euro betragen. Schwindl und Eisenhut favorisierten letztere Variante.

Anhebung zu heftig?

Die Verbrauchsgebühr, der Wasserpreis, sollte danach von bisher 1,40 Euro pro Kubikmeter auf 1,51 Euro erhöht werden. Der reine Wasserpreis beinhalte, erläuterte Schwindl, die zur Bereitstellung des Trinkwassers spezifischen Kosten. Der Grund für die Anhebung seien gestiegene Kosten und der reduzierte Wasserverbrauch. Der gestiegene Aufwand zum Betrieb und Unterhalt entspreche, so Eisenhut, den normalen Veränderungen der Lebenshaltungskosten. Der Wasserverbrauch sei in den letzten zwei Jahrzehnten dagegen von 142 Liter pro Einwohner auf derzeit etwa 122 Liter gefallen. Dadurch würden sich die Kosten natürlich auf weniger Wasser verteilen.

Die Grundgebühren sollten, so Geschäftsführer Eisenhut, die Fixkosten des Verbandes abdecken. Dazu kommen die kalkulatorischen Zinsen, die durch das hohe Investitionsaufkommens der letzten Jahre erhöhten Anlagevermögen stark anstiegen. Die kalkulatorischen Zinsen sollen für laufende Investitionszwecke verwendet werden.

Die Anhebung der Grundgebühren von 48 auf 84 Euro löste bei einigen Räten Verständnisfragen aber auch Kritik aus. Alois Beckstein bezeichnete die Anhebung als zu heftig. Johann Dechand akzeptierte die Vorgehensweise grundsätzlich nicht. Die, in der Grundgebühr enthaltenen kalkulatorischen Zinsen sollten nach Meinung von Dechand in die Rücklagen fließen und späteren Investitionen dienen. Eisenhut widersprach dieser Theorie, die von der üblichen Praxis abweiche. Die Werte der kalkulatorischen Zinsen würden wie eine freie Finanzspanne wirken und für das laufende Investitionsaufkommen eingesetzt. Wenn daraus Rücklagen gebildet würden, müsse der Verband bei Investitionen Kredite aufnehmen, ergänzte Sinzings Bürgermeister Patrick Grossmann. Gernot Seybold (Sinzing) stellte fest, die favorisierte Lösung benachteilige Kleinmengenverbraucher.

Problem in Lindach

Dem Vorschlag die Variante mit 60 Euro Grundgebühr zu beschließen schlossen sich mehrere Räte an. Geschäftsführer Eisenhut stellte dazu die, „nur minimalen“ Unterschiede für die Verbraucher vor. Heinrich Promberger (Nittendorf) bemängelte, die Grundstückseigentümer würden doppelt belastet. Zum einen mussten sie das Investitionspaket von rund 3,5 Millionen tragen und jetzt werden sie durch das höhere Anlagevermögen und die Anrechnung der kalkulatorischen Zinsen nochmals herangezogen.

Der Vorschlag der Verwaltung wurde bei fünf Gegenstimmen angenommen. Dr. Bernhard Edenharter (Sinzing) bemängelte die Löschwasserversorgung in Lindach. Eisenhut bestätigte das Problem. Bei einem Löschversuch habe sich gezeigt, der Druck durch den Hochbehälter Kapfelberg sei zu niedrig. Allerdings sei die Behebung Aufgabe der Gemeinde, in diesem Fall der Stadt Kelheim. Betroffene Gemeinden bauen in solchen Fällen eine Löschwasserzisterne.

Info: www.wasserwerk-alling.de

Info: Mitglieder im Zweckverband sind: Gemeinde Sinzing, Markt Nittendorf, Markt Bad Abbach und Stadt Kelheim.

Ortschaften: Gemeinde Sinzing komplett 14 Ortsteile; Stadt Kelheim: Gundelshausen, Herrnsaal, Kapfelberg, Lindach, Lohstadt, Schultersdorf. Markt Nittendorf: Eichhofen, Haugenried, Irgertshofen, Schönhofen, Thumhausen, Zeiler, Hardt. Markt Bad Abbach: Poikam. (ldw)

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