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Aufhausens Feuerwehr wird 150

Die Floriansjünger der Gemeinde blicken auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Zum Fest haben sich 100 Vereine angesagt.
Von Yvonne Weigl

Diese Aufnahme entstand beim Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Aufhausen im Juni 1953. Foto: Feuerwehr Aufhausen
Diese Aufnahme entstand beim Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Aufhausen im Juni 1953. Foto: Feuerwehr Aufhausen

Aufhausen.Bald ist es soweit! Nach drei Jahren Vorbereitung feiert die Freiwillige Feuerwehr Aufhausen vom 13. bis 16. Juli ihr 150-jähriges Gründungsfest. Los geht es am Freitag mit Bieranstich und der Showband „Lausbuam“. Höhepunkt ist der Festzug am Sonntag, am Montag klingt das Fest mit Partyband „Notausstieg“ aus.

Aufhausen zählt laut Vorsitzendem und Festleiter Toni Schmid zu den ältesten freiwilligen Feuerwehren überhaupt. „Am 17. Oktober 1868 versammelten sich in Aufhausen acht Männer, die die Zeichen der Zeit erkannten und das notwendige Engagement aufbrachten, das zur Gründung einer freiwilligen Feuerwehr notwendig war.“

Für sage und schreibe 55 Jahre war dann der Herdfabrikant Xaver Besold der Kommandant. Weitere Gründungsmitglieder waren die beiden Steiger Wolfgang Wimmer (Mauerer) und Andreas Röhrl (Zimmerer), die Spritzenmänner August Hinterhuber (Schuhmacher), Josef Seiler (Schreiner) sowie die Signalisten Johann Sailer, Ludwig Schmid und Jakob Schmid, die als Musiker Vorfahren des heutigen Vorstands Toni Schmid sind.

Mit Eimern angefangen

Dazu erklärt der Trompeter: „Die hatten in dem Sinn kein Material. Es gab keine Sirene, sondern die haben mit der Trompete im Dorf geblasen: Es ist was! Die Leute müssen zusammen kommen! Die haben mit nichts angefangen. Mit Eimern! Da haben sie auch nicht viel retten können. Was bringst du da zusammen, wenn ein Haus brennt? Da ist viel zusammengekratzt worden unter den großen Bauern.“ Rührig erzählt Schmid, dass auch die erste Uhr am Kirchturm vom Wirt bezahlt wurde. Die erste Fahnenweihe fand 1870 statt. Ein Spritzenmeister war zur damaligen Zeit der Schlossermeister Johann Rojes, Schwiegervater von Karl Valentin.

1919 wurde das wegen des Ersten Weltkriegs um ein Jahr verschobene 50-jährige Gründungsfest nachgeholt. Es war demnach auch mehr eine Gedenkfeier.

Mit dem Gesetz über das Feuerlöschwesen vom 23. November 1939 griff das Nazi-Regime entscheidend in die Struktur der Feuerwehren ein. Die dritte Durchführungsbestimmung regelte die Organisation der Freiwilligen Feuerwehren. Sie machte die Wehr laut Toni Schmid zur „technischen Hilfspolizei für Hilfeleistungen bei öffentlichen Notständen aller Art“. Sie wurde eine gemeindliche Einrichtung und hatte auch die Aufgaben zu erfüllen, die ihr zur Durchführung des Luftschutzes gestellt wurden. Paragraph 16 legte fest, dass die Freiwilligen Feuerwehrvereine aufzulösen sind und dass das Vereinsvermögen ohne Liquidation mit allen Rechten und Pflichten auf die Gemeinden übergeht.

Zum Patenbitten machte sich die Feuerwehr Aufhausen auf den Weg zur Feuerwehr Triftlfing. Foto: Yvonne Weigl
Zum Patenbitten machte sich die Feuerwehr Aufhausen auf den Weg zur Feuerwehr Triftlfing. Foto: Yvonne Weigl

Sechs Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erhielt die Wehr 1951 die erste Motorspritze mit Anhänger. 1960 folgte die erste Alarmsirene auf dem Gebäude der Stiftsgaststätte. Beim 100-jährigen Gründungsfest nahmen 80 Vereine teil. 1969 wurde ein Borgward-Kübelwagen angeschafft. 1979 legte die erste Damenlöschgruppe das bronzene Leistungsabzeichen ab. 2002 folgte der Feuerwehrhaus-Anbau.

Toni Schmid ist seit 2004 Vorsitzender der Wehr. Gegenüber früher hätten sich die Aktivitäten gewandelt, sagt er. Früher sei die Feuerwehr zum Löschen bei Bränden ausgerückt, heute seien es viele Hilfeleistungen, die durch Starkregen verursacht werden, sprich Wetterkapriolen und Sturm. Außerdem werde die Wehr oft zu Autounfällen gerufen. Dies habe sich aus der Industrialisierung ergeben. „Man muss bedenken: Wer hatte vor 50 Jahren ein Auto? Da gab es nur Schotterstraßen. Das war höchstens ein großer Bauer, der ein Auto fuhr.“ Heute bilden die Photovoltaikanlagen auf den Dächern ein weiteres Gefahrenpotenzial. „Wir sind ständig dran mit Lehrgängen, und auch die aktive Truppe wird viel weitergebildet. Die Elektroautos sind ebenfalls ein Problem. Wir selbst hatten noch keinen Unfall mit einem gehabt. Aber das wird kommen.“

Das Dorf verändert sich

Auch der Bestand der Wehr ist laut Schmid heute eine Herausforderung. Es sei nicht mehr so einfach, „dass man in der Jugend jemanden findet, der sich damit auseinandersetzt, weil es zeitintensiv ist“. Schmid sieht eine Ursache in der Veränderung der Gesellschaft. „Wenn ich das mit früher vergleiche, da war die Schule vor Ort, da waren die Freunde und Kameraden vor Ort.“ Heute sei nur noch die Grundschule im Ort. „Es bildet sich nicht mehr so eine Gemeinschaft.“

Beim 150-jährigen Jubiläum gibt es einige Besonderheiten. Die weiteste Anreise haben die Feuerwehren Aufhausen aus Landau und Aufhausen aus Baden-Württemberg. Die Landauer bringen ein historisches Fahrzeug mit. Der Festverein selbst zeigt seine erste Spritze, die Herbert Würsch liebevoll renoviert hat. Schirmherr des Jubiläums ist Rainer Röckl, Festmutter Andrea Froschhammer und Festbraut Jasmin Bauer. Dazu kommen 21 Festdamen und acht Festmädchen.

Das Festprogramm

  • Freitag:

    Ab 16.35 Uhr Einholen des Kommandanten, Fahnenjunkers, Schirmherrn und Patenvereins. Ab 19 Uhr Festauftakt mit Bieranstich durch Schirmherr Rainer Röckl, anschließend Festbetrieb mit der Showband „Lausbuam“, Eintritt fünf Euro.

  • Samstag:

    Ab 12.15 Uhr Einholen der Festdamen, des Patenvereins, der Festmutter und der Ortsvereine. 19 Uhr Totengedenken am Kriegerdenkmal. Ab 19.30 Uhr Ehrenabend mit der „Bayernkapelle Toni Schmid“.

  • Sonntag, Auftakt:

    6 Uhr Weckruf. Ab 6.35 Uhr Einholen.

  • Kirchenzug:

    9.30 Uhr Aufstellung, 10 Uhr Festmesse mit Fahnensegnung. 11.30 Uhr Mittagessen.

  • Festzug:

    14.30 Uhr Festzug mit 100 Vereinen und sieben Blaskapellen. Anschließend Festzeltbetrieb mit der „Bayernkapelle Toni Schmid“. 19 Uhr „Bäff“ Josef Piendl mit den „Tanngrindler Musikanten“.

  • Montag:

    16.35 Uhr Einholen, 19 Uhr Festzeltbetrieb mit der Partyband „Notausstieg“.

  • Bewirtung:

    Festwirt ist die Brauerei Stöttner aus Pfaffenberg. Für die Küche verantwortlich ist Carlo Stöttner.

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