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Verkehrschaos

Barbing wird zum Irrgarten

Eine Reihe von Baumaßnahmen führt zu Umleitungen und Sperrungen. Ein Grund ist die Verlegung einer Fernwärmeleitung.
Von Tino Lex

In Barbing wird an allen Ecken und Enden gebaut. Ab hier geht verkehrstechnisch derzeit nichts mehr. Foto: Tino Lex
In Barbing wird an allen Ecken und Enden gebaut. Ab hier geht verkehrstechnisch derzeit nichts mehr. Foto: Tino Lex

Barbing.Wer als Verkehrsteilnehmer derzeit durch die Großgemeinde Barbing fährt, hat es nicht leicht und braucht viel Geduld: Er wird von einer Umleitung zur nächsten beordert. Als ganz normaler Verkehrsteilnehmer fragt man sich, ob diese für den Laien nicht verständliche, oftmals unkoordinierten Baumaßnahmen unbedingt zeitlich auf einmal stattfinden müssen. Die Mittelbayerische Zeitung wollte die Informationen aus aller erster Hand und bat Bürgermeister Hans Thiel um ein Gespräch. Was ist los in Barbing?

„Natürlich ärgert es die Verkehrsteilnehmer, wenn sie im Stau stehen. Das ärgert mich genauso wie alle anderen, aber es ist derzeit nicht möglich, den Firmen vorzuschreiben, wann sie ihre Arbeiten auszuführen haben“, bat der Rathauschef um Verständnis. Angesichts der boomenden Bau-Konjunktur können es sich die Firmen aussuchen, wo sie arbeiten wollen. Andererseits könne man überhaupt froh sein, wenn man den Zuschlag für eine Baumaßnahme erhält und diese fristgerecht ausgeführt wird.

Vollsperrung verteidigt

„Ich kann mich noch sehr gut erinnern, als vor drei Monaten die Verbindungsstraße nach Donaustauf für 14 Tage komplett gesperrt werden musste. Hier hätten wir zwei Möglichkeiten gehabt: Entweder 14 Tage Vollsperrung oder drei Monate Teilsperrung.“ Man habe sich für die Vollsperrung entschieden, was zwar kurzzeitig zu enormen Behinderungen geführt habe. Die Teilsperrung hätte aber über Monate hinweg zu erheblichen Verzögerungen geführt, das habe man den Bürgern nicht zumuten wollen.

Massnahmen

  • Leitungen:

    Die größte Baumaßnahme ist derzeit die Verlegung einer Fernwärmeleitung zum neuen Baugebiet.

  • Zeit:

    In drei Wochen sollen diese Arbeiten erledigt sein, dann müsse man nur noch zeitweise für die Verlegung der Hausanschlüsse sperren.

  • Fazit:

    Die Barbinger müssen sich weiterhin in Geduld üben.

Jetzt kommt der Verkehrsteilnehmer aus Friesheim oder Illkofen gerade mal bis zur Abzweigung zum RAM-Werk. Schon leiten ihn die Schilder in andere Richtungen um. Will er dann nach Barbing hinein, ist kurz vor dem „Barbinger“ Schluss: Vollsperrung. Der Straßenbelag auf der R 23 wird erneuert und wenn man schon mal die Gerätschaften vor Ort habe und nicht wisse, wann diese wieder frei sind, habe man schnell reagiert: Die R 23 bekommt einen neuen Belag und der neue Wertstoffhof wird auch gleich asphaltiert.

Ist man dann in Barbing angekommen, geht‘s mittels Umleitung um das Rathaus herum, um letztlich nach Regensburg oder in Richtung Neutraubling weiterfahren zu können. Der Grund liegt hier auf der Hand: Auf einer Trasse vom Klärwerk Regensburg bis zum Baugebiet Barbing Süd wird eine energetisch „sehr attraktive Fernwärmeversorgung“ verlegt. Sie verläuft durch die Margaretenstraße, Frühlingsstraße, Neutraublinger Straße, Straubinger Straße und Mintrachinger Straße. Wie Bürgermeister Hans Thiel erklärte, würden mit diesen Maßnahmen auch die Straßen grundlegend saniert. In der Frühlingsstraße und Margaretenstraße entstehen barrierefreie und behindertengerechte Gehwege, die auch der Erreichbarkeit der inklusiven Grundschule in Barbing dienen.

Keine Kosten für Anlieger

In diesem Zusammenhang wurden auch offene Grundstücksangelegenheiten aus der Zeit der Erschließung bereinigt. Der Rathauschef betont zudem, dass die Sanierung für die Anlieger kostenfrei sei. Auch in der Mintrachinger Straße seien die Sanierung der Fahrbahn und der Ausbau des Gehweges in Vorbereitung. Der Asternweg erhält eine neue Deckschicht.

Thiel wehrt sich gegen die Vorwürfe im Internet, weil Randsteine gesetzt und am nächsten Tag wieder entfernt würden. „Es handelt sich hier um zwei verschiedene Firmen. Die eine setzte die Randsteine wie im Plan vorgesehen, eine andere Firma hatte aber nicht mitgeteilt, dass sie mit den Bodenarbeiten (Kabel verlegen) noch nicht fertig ist“, so Thiel. Folglich mussten drei Meter Randsteine wieder entfernt werden. Kommunikation ist Gold wert – auch in Barbing.

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