MyMz
Anzeige

Der Kasperl kommt per Video

Der Kindergarten St. Barbara Hemau hat ein neues Kasperltheater. Wegen Corona gibt es jetzt die Aufführungen digital.
Von David Santl

Die Erzieherinnen des Kindergartens St. Barbara spielen Kasperltheater und die Kinder verfolgen es per Video.  Foto: Christina Richter
Die Erzieherinnen des Kindergartens St. Barbara spielen Kasperltheater und die Kinder verfolgen es per Video. Foto: Christina Richter

Hemau.Nirgendwo ist es durch die Corona-Krise wohl so fad geworden wie in Kindergärten. Dort, wo jetzt normalerweise Kinder mit ihren Freunden im Garten toben würden und lautes Kinderlachen aus allen Richtungen kommen würde, ist es seltsam still.

Das schlägt auch den Erzieherinnen des Hemauer BRK-Integrativkindergartens St. Barbara ein bisschen aufs Gemüt. Aktuell können sie nur wenige Kinder, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten, betreuen. Doch den Kontakt zu ihren anderen Schützlingen lassen die Erzieherinnen ebenfalls nicht abreißen – dazu gehen sie durchaus kreative Wege. Der Kindergarten besitzt zum Beispiel seit Kurzem ein neues, großes Kasperltheater. Das Holz dazu hat die Firma Maag gespendet, die Schreinerarbeiten erledigte Josef „Sepp-Sepp“ Meier aus Beratzhausen. „Wir haben es angemalt und wollten dann damit spielen“, erzählt die Erzieherin Tanja Uhlig. Vor allem bestimmte Themen, wie der Besuch vom Zahnarzt oder der Fasching werden eigentlich durch den Kasperl thematisiert. Doch dann kam Corona.

Weiterhin Kontakt zu Kindern

Bestimmt wäre das Kasperltheater jetzt eigentlich das Highlight im Kindergarten St. Barbara gewesen. Aber Pandemie hin oder her – die Kinder haben trotzdem ihren Spaß daran: Die Erzieherinnen drehen nun nämlich Videos von ihren Aufführungen und schicken sie zu den Kindern nach Hause. „Wir haben uns lange überlegt, wie wir das Kasperltheater trotzdem nutzen können und sind dann auf die Idee gekommen, Videos per YouTube-Link an die Kinder zu verschicken“, sagt Uhlig. Seit dem späten Mittwochnachmittag können sich die Kinder das erste Kasperl-Video mit dem spannenden Titel „Die verschwundene Prinzessin“ bequem von zuhause aus anschauen.

Tiere

Warten auf die Storchenküken

Während manche Paare noch am Nest bauen, hält andere schon der Nachwuchs auf Trab – und die Fotografen ebenso.

Die Leiterin Veronika Prommersberger ist stolz auf ihre Truppe: „Die Erzieherinnen versuchen mit so viel Freude und Engagement, die Situation zu bewältigen“, sagt sie. Neben dem virtuellen Kasperltheater gab es auch schon Sing-Stunden im Wald, verschiedene Bastelanleitungen und Vorlese-Stunden – alles per Video. „Die Videos stehen aber lediglich den eigenen Kindergartenfamilien zur Verfügung“, informiert Prommersberger.

Interview

Familien kämpfen mit den Corona-Folgen

Kinder lernen und Eltern arbeiten daheim. Das sorgt für Stress. Die Regensburger Professorin Inga Neumann gibt Tipps.

Doch Videos sind nicht das einzige Mittel, mit dem die Erzieherinnen versuchen, Kontakt zu den Kindern zu halten: „Für den Mutter- und den Vatertag haben wir Päckchen mit Geschenken ausgefahren, aber das ist natürlich ein logistischer Aufwand“, erzählt die Leiterin. Außerdem hätten die Erzieherinnen bei jeder Familie angerufen. Für Veronika Prommersberger liegt in der Krise vielleicht sogar eine Chance: „Einige Kinder können jetzt auch mit ihrem Vater besonders viel Zeit verbringen. Deshalb ist es für sie gar nicht so schlimm, wenn sie zuhause sind“, sagt sie. Die Sehnsucht bei den Kindern sei aber trotzdem da.

Kinder sind dankbar

Den Erzieherinnen geht es nicht anders. „Unsere Videos sollen ein Gruß nach außen sein“, so Prommersberger. Doch es gebe auch einen Gruß von den Kindern zurück. Der Elternbeirat hatte die Idee, am Zaun kleine Dosen anzubringen, die die Kinder entweder beschriften oder bepflanzen können. Von einem Kind haben die Erzieherinnen sogar eine Videobotschaft bekommen, in dem es sich für die Videos bedankt. Wie groß die Freude über die Videos wirklich ist, sieht Prommersberger bei ihrem Sohn: „Er fragt andauernd nach, ob es schon wieder ein neues Video gibt“, sagt sie und lacht.

Corona-Konzept

  • Arbeit:

    Als Kindergarten-Leiterin ist Veronika Prommersberger gerade gut beschäftigt. Aufgrund der Schutzmaßnahmen muss einiges umstrukturiert werden.

  • Konzept:

    Im Kindergarten muss es in Zukunft mehrere Eingänge geben, damit das Zusammentreffen beim Holen und Bringen der Kinder entzerrt wird. Außerdem muss jede Erzieherin fest einer Gruppe zugeordnet sein.

Eine andere Mutter habe ihr außerdem vor Kurzem erzählt, dass sie ihrem Kind mit ihren Aktionen immer ein Lächeln ins Gesicht zaubern: „Das ist das schönste Kompliment, das man als Erzieherin bekommen kann.“

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht