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Nachbarschaftshilfe

Eine starke örtliche Vernetzung zum Ziel

Der Verein kommt langsam in Wörth an. Christiane Pedolzky koordiniert die Hilfeleistungen. Sie glaubt an das Gute im Menschen und hilft auch selbst.
Von Christoph Hollender, MZ

Christiane Pedolzky mit einem Ordner der Nachbarschaftshilfe Foto: Schießl

Wörth.Christiane Pedolzky, 59, glaubt an das Gute im Menschen. Weil es einfach ein schönes Gefühl sei, wenn sich Menschen gegenseitig Hilfe anbieten. Ohne lange und bürokratische Hindernisse. Der Nachbarschaftshilfeverein Wörth will genau eine solche Dynamik stärken, „dass sich Bürger gerne gegenseitig helfen“, sagt Christiane Pedolzky.

Seit zwei Jahren gibt es den Verein in der Stadt, der zu Beginn auf wenig Resonanz in der Bevölkerung stieß. Aber das muss nichts Schlechtes heißen. Bürgermeister und erster Vorsitzender des Vereins, Anton Rothfischer, sagt warum: „Es kann ein gutes Zeichen sein, wenn die Bürger wenig Hilfe von Außen brauchen, weil das bedeutet, dass sie sich untereinander helfen und so gut zurechtkommen.“

Pedolzky vermittelt Kontakte

Aber das Leben spielt nicht immer so, wie man will. Jedem von uns könne schließlich etwas zustoßen oder seiner Familie – Gott bewahre. Und natürlich die Problemchen im Alter, wenn man nicht mehr alles selbst hinbekommt und Familie und Freunde nicht immer da sind, „dann sind wir zur Stelle“, so Pedolzky. Sie koordiniert das Angebot des Vereins, vermittelt Kontakte zwischen Helfern und Hilfesuchenden und packt selbst mit an. Mit großem Ehrgeiz, wie sie betont. Warum?

„Ich lebe alleine und helfe einfach gerne andern Menschen.“ Oder anders ausgedrückt: „Aus Liebe zu den Menschen.“ Für Christiane Pedolzky heißt das Freizeit.

Mitglieder sind automatisch Helfer

Kürzlich gab es eine Versammlung des Vereins, bei der über die aktuelle Lage beraten wurde. „Unsere Mitglieder sind automatisch Helfer, die sich zur Verfügung stellen“, sagt Pedolzky. Elf gebe es derzeit. 60 Stunden Hilfe haben sie in diesem Jahr bisher schon geleistet.

Männer und Frauen würden sich so für verschiedenste Leistungen zur Verfügung stellen. Sei es für die Gartenarbeit, bei der Hilfe im Haushalt, wenn es um Fahrten zum Einkaufen oder Arzt geht oder bei der Betreuung von Kindern und Senioren.

„Unser Profil ist sehr groß“, meint Pedolzky: „Wenn es einen passenden Helfer gibt, können Sie diesen sogar beim Bügeln ihrer Hemden um Hilfe bitten.“ Natürlich soll der Verein keine Anlaufstelle für Menschen sein, die das Angebot ausnutzen. Das passiere aber auch nicht, sagt man.

Stolz auf solche Werte

„Das Engagement der Helfer ist beachtlich“, betont Rothfischer. Und auf solche soziale Werte sei man in Wörth stolz. Das Miteinander soll gestärkt werden, insbesondere in der örtlichen Gemeinschaft.

Der Verein unterstützt eigentlich kostenlose nachbarschaftliche Hilfe. Freilich sollen aber bei keinem Unkosten anfallen. Eine angemessene Entschädigung für die Helfer seien sechs Euro in der Stunde und 35 Cent pro gefahrene Kilometer. Am liebsten wäre es für Christiane Pedolzky, wenn alles eine gewissen Eigendynamik entwickelt und „wenn eine Vernetzung verschiedener Einrichtungen in der Stadt stattfindet“. Hilfe brauche schließlich jeder einmal. Auch Christiane Pedolzky nutzte das Angebot bereits.

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