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Feuerwehr in Regensburg
Dienstag, 21. August 2018 29° 2

Sicherheit

Die Feuerwehren üben den Ernstfall

Im Rahmen der Brandschutzwoche waren über 100 Kameraden auf Gut Ellmau im Einsatz, um einen Großeinsatz zu proben.
Von Monika Bucher, MZ

Zur Feuerwehraktionswoche wurde in Ellmau von sechs Feuerwehren gemeinsam ein Brand mit Personenrettung simuliert und gemeistert. Foto: Buchner
Zur Feuerwehraktionswoche wurde in Ellmau von sechs Feuerwehren gemeinsam ein Brand mit Personenrettung simuliert und gemeistert. Foto: Buchner

Buchenlohe.Die FFW Buchenlohe war in diesem Jahr Ausrichter für die Großübung im Rahmen der Brandschutzwoche, zusammen mit den Feuerwehren aus Schönleiten, Eitlbrunn, Loch und Steinsberg. Unterstützt wurden sie noch durch die Wehr Bubach am Forst aus der benachbarten Gemeinde Holzheim. Wie der anwesende Kreisbrandrat Wolfgang Scheuerer betonte, sei das Motto der diesjährigen Aktionswoche „Begegnen – Bewegen – Bewirken“. Ziel aller Veranstaltungen sollte insbesondere sein, Jugendliche zur Mitarbeit und Mitwirkung in der Feuerwehr aufzurufen.

Von vielen Zaungästen beobachtet

Das von den Kommandanten aller beteiligten Wehren vorbereitete Übungsszenario beinhaltete den „Brand einer Scheune mit unbekannter Ausbreitung“ auf dem etwas abgelegenen Gut Ellmau neben der Staatsstraße nach Buchenlohe. Es befanden sich auch noch drei „Verletzte“ in der angrenzenden Garage, die gerettet werden mussten. Diese Gebäude wurden ausgesucht, so erklärte der Kommandant der örtlichen Feuerwehr und somit Einsatzleiter Christian Wagner, weil es sich um ein großes und unübersichtliches Objekt in schwieriger Lage handelt und viele Elemente der Brandbekämpfung geübt werden konnten. Die Schwierigkeiten lagen vor allem darin, dass es sich zum einen um viele eng beieinander liegende Gebäude handelte, und zum anderen die Wasserversorgung über das Hydrantensystem in dieser Einödlage unzureichend sein konnte. Geübt wurde dabei noch die Wasserentnahme aus dem hier vorhandenen Weiher, der Aufbau von längeren Förderstrecken oder das taktische Positionieren und Vorgehen und dann die erste Verletztenversorgung.

Um Punkt 19 Uhr erklangen die Sirenen und wenige Minuten später war schon die Ortsfeuerwehr Buchenlohe mit ihrem Tragkraftspritzenanhänger als erstes im Anmarsch. Vor Ort beobachteten von der Landkreisführung KBR Wolfgang Scheuerer, Kreisbrandinspektor Thomas Diez und der örtliche Kreisbrandmeister Martin Ühlin den Ablauf und neben vielen Zaungästen auch die beiden Regenstaufer Bürgermeister Siegfried Böhringer und Hans Dechant.

Alles rund um die Feuerwehren im Landkreis lesen Sie hier!

Insgesamt waren über 100 Kameraden im Einsatz. Wichtig dabei ist, fand Wagner, dass viele junge Feuerwehrler bei diesen Aktionen erstmals praktisch üben können. Die Wehr aus Schönleiten übernahm die Wasserentnahme aus dem Weiher, die Wehr aus Loch leitete das Wasser weiter und verwendete drei C-Strahlrohre auf der Südseite. Die Bubacher versorgten die FFW Eitbrunn. Der Innenangriff mit Atemschutz und die Bergung der Verletzten aus der Garage war die Aufgabe der Eitlbrunner und Steinsberger Wehrler. Die FFW Buchenlohe war bei der Wasserentnahme vom Hydranten gefordert, bauten C- und B-Strahlrohre auf, sowie halfen bei der Wasserversorgung der FFW Steinsberg. Die Atemschutzträger machten sich sofort auf die Suche nach vermissten Arbeitern in der völlig verrauchten Scheune. Sie fanden drei und suchten aber noch weiter. Die bereits bewusstlosen Verletzten wurden geborgen und mit Tragen abseits des Geschehens gebracht. Es folgte die Erstversorgung durch junge Wehrler mit stabiler Seitenlage oder Rettungsdecken. „Im Ernstfall stünde dann auch schon das Bayerische Rote Kreuz parat“, erklärten sie.

Beeindruckende Teilnehmerzahl

Carolin Engl sagt: „Ich mache bei der Feuerwehr mit, weil mir Teamwork wichtig ist und weil ich helfen will.“ Foto: Buchner
Carolin Engl sagt: „Ich mache bei der Feuerwehr mit, weil mir Teamwork wichtig ist und weil ich helfen will.“ Foto: Buchner

Der Besitzer von Gut Ellmau, Alois Renner, stellte zu dieser Aktion sehr gerne sein Anwesen zur Verfügung, da den Wehren nun bei einem Ernstfall schon die Lage der Gebäude bekannt sei. „Und wo sich Hydrant und der Weiher oder die An- und Zufahrtswege befinden, wissen sie jetzt auch“, meinte er zufrieden. Bei der Abschlussbesprechung im Gasthaus Deml in Buchenlohe 3 zeigte sich Einsatzleiter Wagner dann auch recht zufrieden mit dem Zusammenwirken der vielen Akteure. „Schwierig war lediglich das Vorhandensein nur eines einzigen Hydranten weit und breit, da kam der Weiher sehr gelegen, damit die Wasserversorgung klappt“, meinte er.

Lena Schlehuber sagt: „Feuerwehr macht mir Spaß, sei es bei den Übungen oder im Ernstfall. Ich bin froh, Menschen helfen zu können.“ Foto: Buchner
Lena Schlehuber sagt: „Feuerwehr macht mir Spaß, sei es bei den Übungen oder im Ernstfall. Ich bin froh, Menschen helfen zu können.“ Foto: Buchner

Laut KBR Scheuerer sollen bei den Übungen die Schadenslagen getestet werden, dies seien Lernprozesse für alle. Bei der Aktionswoche zeigten die Feuerwehren außerdem Präsenz vor der Öffentlichkeit, weckten Interesse und gäben vielleicht einen Anstoß beizutreten. Bürgermeister Siegfried Böhringer fand die hohe Anzahl der Teilnehmer in diesem Jahr beeindruckend und die „Ruhe des Einsatzleiters bei der Aktion“. Er dankte namens der Gemeinde den Feuerwehren auch für ihre Unterstützung bei Absperrungen im Rahmen von Vereinsfestlichkeiten oder wie der Radchallenge Regensburg. „Sie alle opfern ihre Freizeit nicht nur bei Ernstfällen, sondern auch für Aus- und Weiterbildung“. Die Gemeinde wolle das ihre tun und für Material und Ausrüstung sorgen. Auch achte sie als Arbeitgeber inzwischen bei Neueinstellungen darauf, ob sich die Bewerber ehrenamtlich engagierten. Er wies noch auf den bevorstehenden Jugendtag in Karlstein hin. Zum Dank für die gelungene Übung lud die Marktgemeinde die freiwilligen Helfer noch zu Brotzeit und Freibier ein.

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