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Für die Polizei ist Blau das neue Grün

Die Nittendorfer Beamten sind ab sofort frisch eingekleidet im Einsatz. Dies ist aber noch nicht überall im Landkreis so.
Von Dietmar Krenz

Polizeiobermeister Christoph Weigl (links) und Polizeihauptmeisterin Katrin Balaban-Eckert präsentieren die neue Dienstkleidung. Fotos: Dietmar Krenz
Polizeiobermeister Christoph Weigl (links) und Polizeihauptmeisterin Katrin Balaban-Eckert präsentieren die neue Dienstkleidung. Fotos: Dietmar Krenz

Nittendorf.Die Tage der grün gekleideten Streifenpolizisten, die für Ordnung und Sicherheit auf den Straßen sorgen, sind in Nittendorf vorbei. Die Umstellung auf die neue Dienstkleidung ist seit kurzem bei der Inspektion im Markt abgeschlossen. „Die Kollegen geben der neuen Uniform eine echte Chance“, sagt Erster Polizeihauptkommissar Jakob Schels.

Rund 40 000 Polizisten sind täglich für die Menschen im Freistaat im Einsatz, mehr als zwei Drittel davon tragen im Dienst Uniform. Seit dem Jahr 1972, als die moosgrüne Kleidung von Modeschöpfer Heinz Oestergaard eingeführt wurde, prägte sie das Erscheinungsbild der Beamten. Trotz zahlreicher Versuche, die Uniformen weiter zu verbessern, hat die Alltagstauglichkeit der grünen Polizeimontur längst ihren Zenit überschritten.

Neuer Schnitt für Polizistinnen

Ein weiterer wichtiger Grund für die Umstellung war der frauenfreundliche Schnitt für die Damenvariante. Das alte Konzept war in vielerlei Hinsicht überholt. Außerdem hat sich mit der Zeit gezeigt, dass insbesondere die Qualität der Materialien sowie die Funktionalität nicht mehr den aktuellen Entwicklungen auf dem Bekleidungssektor entsprochen haben, klärt Schels auf. Schnitt und Passform waren nicht mehr zeitgemäß und besonders für Uniformträgerinnen oftmals unbequem und unvorteilhaft. Deshalb hat Innenminister Joachim Hermann 2013 grünes Licht für die Neueinkleidung der bayerischen Polizei gegeben.

Für PI-Leiter Jakob Schels stellt die neue Uniform eine deutliche Verbesserung für die Polizeibeamten dar.
Für PI-Leiter Jakob Schels stellt die neue Uniform eine deutliche Verbesserung für die Polizeibeamten dar.

Das Ziel der eingesetzten Projektgruppe war es, das Augenmerk auf Tragekomfort und Funktionalität zu richten und außerdem auf frauengerechte Schnitte zu achten. Dennoch sollte die anspruchsvolle Außendiensttätigkeit nicht beeinträchtigt werden.

Dass die neue Uniform blau ist, haben die Polizisten selbst entschieden. Bei der Mitarbeiterbefragung gaben mehr als 23 000 der insgesamt 27 500 Uniformierten ihre Stimme ab und eine Zwei-Drittel-Mehrheit sprach sich für den dunkelblauen Farbton aus.

Der Freistaat hat die neuen Uniformen europaweit ausgeschrieben, die Auslieferung übernimmt seit Dezember 2016 das Logistik-Zentrum Niedersachsen. Von dort erhalten alle Beamten der bayerischen Schutzpolizei ein einheitliches Ausstattungspaket mit 25 Teilen im Wert von rund 950 Euro.

„Diese Pakete sind bei uns im September vergangenen Jahres angekommen“, erzählt Schels. Dass bei solch einer Menge und bei Gesamtkosten von 33 Millionen Euro nicht alle Dienststellen gleichzeitig beliefert werden können, versteht sich von selbst. Deshalb ist beispielsweise die PI Regenstauf seit Mitte vergangenen Jahres in Blau unterwegs, während die Dienststellen in Wörth und Neutraubling noch auf ihre erste Lieferung warten.

Die Reihenfolge wurde verlost

In welcher Reihenfolge die Inspektionen beliefert werden, hat das Polizeipräsidium Oberpfalz in Eigenregie festgelegt – und zwar nicht willkürlich, sondern nach einem Losverfahren. Als Verbandsverantwortlicher in der bayerischen Projektgruppe ist Rainer Baldauf für die Umstellung zuständig. Er koordiniert die Auslieferung. Immerhin 44 Organisationseinheiten der bayerischen Polizei in der Oberpfalz müssen bis zum Zieldatum September 2018 mit den neuen Ausstattungspaketen versorgt werden. „Für 39 Einheiten ist der monatliche Roll-Out (so wird im Amtsdeutsch die Auslieferung bezeichnet) schon angekündigt oder bereits abgeschlossen“, informiert Baldauf, „wir liegen im Plan“.

Mit der Auslieferung ist es aber noch nicht getan. Denn bei einem Ausstattungspaket mit 25 Einzelteilen passt natürlich nicht alles perfekt. Diese Erfahrung mussten auch die Nittendorfer Beamten machen. „Zumeist waren es die Hosen, die nicht passten“, sagt der PI-Leiter. Der Umtausch hat sich etwas hingezogen, inzwischen sind aber alle Uniformierten der Inspektion mit der passenden Dienstkleidung bestückt. Schels sind bislang nur positive Rückmeldungen zu Ohren gekommen. Lediglich an den Zierstreifen, den „Lampassen“ an der Uniformhose, scheiden sich einige Geister.

Einheitliches Erscheinungsbild

Seit vergangener Woche ist es nun vorbei mit der grünen Dienstkleidung. In der Polizeiinspektion „Am Bernstein“ wurde festgelegt, dass ab sofort alle ein geschlossenes Erscheinungsbild in Dunkelblau abgeben wollen. Nur mit den sechs Dienstfahrzeugen harmoniert das Ganze noch nicht – aber auch dies wird im Laufe der Zeit angepasst, wenn das eine oder andere Auto aussortiert und neu angeschafft wird.

Was passiert aber nun mit den alten Uniformen? „Noch bis Ende September 2018 gilt die bisherige Dienstbekleidung als offizielles Erkennungsmerkmal“, sagt Schels. Eine große Kleiderspende kommt nicht in Frage. Denn die Gefahr, dass die Uniformen in falsche Hände geraten, ist zu groß.

Die Präsidien organisieren deshalb eine Möglichkeit, dass die Polizeibeamten ihre Uniform kostenfrei an eine gemeinnützige Einrichtung weitergeben können. Geplant ist, dass Menschen mit Behinderung aus den Textilien trendige Accessoires herstellen, die als Handytaschen oder Tablet-Hüllen zum Kauf angeboten werden.

Weitere Nachrichten aus dem Landkreis Regensburg finden Sie hier

Noch Grün und Blau im Landkreis

  • Wörth:

    Die Polizeiinspektion wartet noch auf die Lieferung aus Niedersachsen, teilt PI-Leiter Josef Schweiger mit. Die Vermessung der Beamten ist bereits passiert, die Lieferung der Ausstattungspakete soll im März erfolgen.

  • Regenstauf:

    Die Uniformierten der Dienststelle tragen seit Mitte 2017 „Dunkelblau“ im Einsatz. Wie der stellvertretende PI-Leiter Rainer Spangler mitteilt, sind die Rückmeldungen der Bürger auf die neue Kleiderordnung sehr positiv. Auch die Kollegen in der Inspektion loben die Funktionalität und den Tragekomfort der neuen Uniformen.

  • Neutraubling:

    In der Dienststelle läuft derzeit die Bestellphase, informiert PI-Leiter Thomas Rölz. Ab Ende März werden die Ausstattungspakete erwartet. (wd)

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