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Eigenversorgung

Für Zinzendorf wurde ein Traum wahr

Der neue Brunnen deckt seit März den Bedarf der Bewohner des östlichsten Dorfes im Landkreis. Die Verhandlungen währten lange.
von Sebastian Schmid, mz

Quellwasserverein und Feuerwehr übergeben Schecks an die Stadt.Foto: lid

Zinzendorf.„Ich bin glücklich, dass ich diesen Brunnen offiziell einweihen darf. Es ist ein großer Tag für uns und die ganze Stadt Wörth“, sagte Richard Schwesinger, der Vorsitzende des Quellwasservereins. „Uns ist ein wichtiger Schritt für die Zukunft von Zinzendorf und Hof gelungen.“

Beginn vor über 100 Jahren

Nach sieben Jahren voller Planung und Arbeit hat sein Verein das Ziel erreicht und eine eigene Trinkwasserversorgung für Zinzendorf und Hof geschaffen. Danach strebten die Zinzendorfer schon vor über 100 Jahren. Die ersten Planungen gab es schon vor der Wende zum 20. Jahrhundert. Damals gruben die Einwohner von Zinzendorf und Hof in mühsamer Handarbeit eine Wasserleitung vom Tal Kruckenfeld ins Dorf, direkt zu den Häusern.

„Dass fließendes Wasser aus dem Hahn kommt, war für unser Dorf purer Luxus“, erklärte Richard Schwesinger. „In den umliegenden Ortschaften gab es überwiegend Hausbrunnen.“ Wasser sei unverändert das wichtigste Lebensmittel und der sorgfältige Umgang damit sei die Pflicht der heutigen Generation.

Anschließend segnete Pfarrer Franz Falter die erneuerte Brunnenanlage: „Dieses heimische Produkt ist ein Geschenk Gottes.“ Als die Stadt Wörth im Jahr 2007 beschloss, in Zinzendorf das Baugebiet „Baumgarten“ auszuweisen, griff der Quellwasserverein dieses Vorhaben auf und versuchte, die Brunnenanlage wieder zu beleben. Noch im gleichen Jahr fand die erste Hauptversammlung des Vereins statt. Schnell einigten sich die Vorstandsmitglieder darauf, dass der Brunnen der Familie Hofmeister das geeignete Objekt wäre, um die Trinkwasserversorg des Ortsteils zu sichern. Weder die Stadt Wörth noch der Ort Zinzendorf hatten zu diesem Zeitpunkt ein Zugriffsrecht auf das Grundstück. Doch Gespräche zwischen Xaver Hofmeister, der Stadt Wörth und Renate Simeth vom Landratsamt Regensburg führten schließlich zu einer Einigung. Auch ein Geologe bestätigte, dass der Brunnen für die Trinkwasserversorgung geeignet ist.

Ab diesem Zeitpunkt kam ein Berg Arbeit auf den Quellwasserverein zu: Die Reinigung der Brunnenfassung, die tägliche Schüttung des Brunnens und die Entnahme von Proben, zur Ermittlung der Wasserqualität. Da die Finanzierung des Projekts noch auf der Kippe stand, erklärte sich der Verein bereit, die Bauarbeiten sowie einen Teil der Kosten selbst zu übernehmen. Insgesamt leisteten die Männer 400 Arbeitsstunden, um den Brunnen zu erneuern. Seit März diesen Jahres ist der fertige Brunnen in das Dorfnetz eingebunden und deckt den täglichen Wasserbedarf von 35 bis 60 Kubikmetern.

Erfolgreicher Abschluss

Mit ihrem Brunnenfest feierten die Zinzendorfer den erfolgreichen Abschluss des Projekts. Fast die ganze Dorfgemeinschaft traf sich zum gemütlichen Beisammensein. Besonders freute sich Richard Schwesinger darüber, dass zahlreiche Mitglieder des Stadtrats zu diesem freudigen Ereignis nach Zinzendorf gekommen waren.

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