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Hagelstadt
Dienstag, 25. September 2018 15° 1

Baumaßnahme

B15-Brücke: Hagelstädter gegen Lärm

Die Arbeiten an der Bahnüberführung haben erst begonnen. Die Bürger fürchten jetzt Belästigungen durch Verkehr und Züge.
Von Stefan Schwarz, MZ

iBürgermeister Dr. Bernhard Bausenwein (rechts) hofft auf keine negativen Auswirkungen.
iBürgermeister Dr. Bernhard Bausenwein (rechts) hofft auf keine negativen Auswirkungen. Foto: Schwarz

HAGELSTADT.Seit wenigen Tagen tummelt sich schweres Baugerät im Süden von Hagelstadt. Unmittelbar neben der bestehenden B15-Unterführung wird in den kommenden zwei Jahren eine neue Überführung der Bahngleise errichtet. Nach dem offiziellen Baubeginn (unsere Zeitung berichtete) hatte das Staatliche Bauamt nun zu einer abendlichen Infoveranstaltung in die Hagelstädter Mehrzweckhalle geladen, bei der die Bürger über die Maßnahmen informiert werden sollten.

Derzeit werden umfangreiche Erdarbeiten durchgeführt, berichtigte Projektleiterin Kerstin Daller. Noch heuer sollen die Dämme beidseits der Brücke geschüttet werden, um Setzschäden nach dem Winter ausgleichen zu können. Dazu seien aber zunächst Spezialtiefbauarbeiten notwendig, bei denen 1800 Betonsäulen in den Boden eingebracht werden, die das Brückenfundament stabilisieren sollen.

Doch den wenigsten der rund 50 Anwesenden schien es um das aktuelle Baugeschehen selbst zu gehen, als vielmehr um den Unmut, den die Brücke an sich mit sich bringt. Zu groß ist die Angst, dass das Bauwerk, das immerhin zwölf Meter höher im Gelände liegt als die bisherige Trassenführung durch die Unterführung, die Lärmwirkung deutlich erhöhen und für noch mehr schlaflose Nächte sorgen könnte. Zwar sind alle Pläne bereits festgestellt und die Baufahrzeuge rollen schon, die Hagelstädter freilich beruhigt das nicht, wie sie deutlich zu verstehen gaben.

Kritisiert wird dabei vor allem ein Punkt: Bei den vorliegenden Lärmgutachten wurden viele Dinge aus Sicht von Gemeinde und Bürgern nicht berücksichtigt: Weder die Geräuschwirkungen der DB-Zugstrecke, noch häufig vorherrschende Winde, die den Schall in die Hagelstädter Kessellage tragen, noch etwa aktuelle Verkehrsbelastungen. Oder um es in den Worten von Hagelstadts Bürgermeister Dr. Bernhard Bausenwein zu sagen: „Auf die Gemeinde und ihre Interessen wurde im Planungsprozess nicht gerade überschwänglich eingegangen, um es vorsichtig auszudrücken“. Zwar stellen die Simulationen damit die Situation nicht real dar, sind rechtlich aber wohl auch nicht angreifbar, wie die gescheiterte Klage der Gemeinde zeigt.

Immerhin: Die Vertreter des Staatlichen Bauamtes machten den Bürgern Hoffnung, sich für leisen Asphalt und keine perforierten Markierungen einzusetzen. Darauf könne man einwirken. Zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu versprechen, sei dagegen unseriös und Aussagen über die Lärmbelastung nach Fertigstellung sowieso nur reine Spekulation, so die Bauamt-Vertreter. Grundsätzlich seien Lärmschutz-Nachrüstungen, beispielsweise per Lärmschutzwand, erst möglich, wenn die Maßnahme fertiggestellt und der Planungshorizont erreicht ist.

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