mz_logo

Gemeinden
Samstag, 24. Februar 2018 1

Finanzen

Regenstauf investiert in die Zukunft.

2017 gibt der Markt 7,3 Millionen Euro für Baumaßnahmen aus. Über 13 Millionen stehen in der Finanzplanung bis 2020.
Von Sabine Norgall, MZ

  • In Regenstauf wurde in den vergangenen Jahren viel investiert. Heuer wird die Erneuerung des 1. Abschnitts der Ortsdurchfahrt zwischen Wiser-Haus und Kulturhaus in Angriff genommen.
  • Der behindertengerechte Ausbau des 1. Abschnitts der Ortsdurchfahrt ist 2017 die größte Investition. Archiv-Foto: Norgall
  • Die alten Sozialwohnungen werden abgerissen. Ende 2018 sollen Bestandsmieter in den Neubau umziehen. Archiv-Foto: Norgall
  • Am alten Schulhaus in Steinsberg wird momentan der Brandschutz nachgerüstet und die sanitären Anlagen erneuert. Archiv-Foto: Norgall
  • Bürgermeister Böhringer und Kämmerer Andreas Liegl sind mit dem Haushalt zufrieden. Foto: Norgall

Regenstauf.In seiner Sitzung am kommenden Dienstag verabschiedet der Regenstaufer Marktrat den Haushalt 2017. Nach der Vorberatung erläuterten Kämmerer Andreas Liegl und Bürgermeister Siegfried Böhringer im Gespräch mit unserem Medienhaus das Zahlenwerk.

Der aktuelle Haushalt hat ein Gesamtvolumen von 41,786 Millionen Euro. 31, 226 Millionen entfallen auf den Verwaltungshaushalt, 10,56 Millionen auf den Vermögenshaushalt. Im Verwaltungshaushalt sind die laufenden Einnahmen und Ausgaben veranschlagt. Aus dem Vermögenshaushalt werden Investitionen getätigt. Im Verwaltungshaushaltes muss der Überschuss für die Ausgaben im Vermögenshaushalt erwirtschaftet werden.Rekordhaushalt mit Kredit finanziert

2017 liegt der Regenstaufer Haushaltsansatz rund 4,5 Millionen unter dem des Vorjahres. Laut Kämmerer Andreas Liegl liegt das daran, dass für viele Bauvorhaben wie den Neubau der Sozialwohnungen oder den Hochwasserschutz an Moosbach und Steinbach heuer nur Planungskosten berücksichtigt. Die Baukosten fallen erst in den folgenden Jahren an. 808 000 Euro sind an Krediten eingeplant. Die Verpflichtungsermächtigung bis 2020 in Höhe von über 13 Millionen Euro macht deutlich, dass die Kreditaufnahmen in den kommenden Jahren erheblich steigen werden.

Hier können Sie den Vorbericht zum Haushaltsplan ganz einsehen!

„Die Investitionen sind gut angelegtes Geld.“ Bürgermeister Siegfried Böhringer

Bürgermeister Siegfried Böhringer sieht die Investitionen als gut angelegtes Geld: „Als Bürgermeister bin ich stolz, was in den letzten Jahren alles geschafft wurde. Jetzt darf man nicht kurzfristig denken und muss bei geringen Zinsen weiter investieren.“ Dabei, sagt der Bürgermeister, werde auf die Gesamtgemeinde geschaut: „Das Geld muss so verteilt werden, dass in allen Ortsteilen was ankommt.“

Einkommenssteuer steigt weiter

Wichtigste Einnahmequelle im Verwaltungshaushalt ist die Beteiligung an der Einkommenssteuer mit einem geschätzten Aufkommen von 8,45 Millionen Euro. Das bedeutet eine Steigerung gegenüber 2016 um 300 000 Euro. Die Beteiligung an der Einkommenssteuer stieg seit 2009 kontinuierlich. Ein Umstand, den Kämmerer Andreas Liegl vor allem auf den Zuzug vieler Familien im Rahmen des Baulandprogramms zurückführt. Auch bei den Einnahmen aus Grundsteuer A und B, die sich auf 1,996 Millionen Euro summieren, ist eine leichte Steigerung zu verzeichnen. Die Gewerbesteuer hat der Kämmerer vorsichtig mit 5 Millionen Euro angesetzt. Die Schlüsselzuweisungen, die 75 Prozent der Differenz zwischen der Steuerkraftzahl im Landesdurchschnitt und der Steuerkraftzahl vor Ort ausgleichen, fielen mit 2,27 Millionen Euro unerwartet hoch aus. Ohne die Schlüsselzuweisung, sagt Liegl, würde im Verwaltungshaushalt kein Überschuss erzielt.

„Mehreinnahmen bei der Grundsteuer verschwinden sofort in der Kreisumlage.“ Kämmerer Andreas Liegl

Die durchschnittliche Steuerkraft in Regenstauf stieg zwar 2017 auf einen neuen Spitzenwert von 880 Euro (Landesdurchschnitt 1106 Euro), dennoch rutschte Regenstauf im Vergleich der Landkreiskommunen gegenüber 2016 vom 5. auf den 8. Platz zurück. Andere Kommunen haben sich noch besser entwickelten (Durchschnitt im Landkreis: 830 Euro). Die Hebesätze für die Grundsteuer A und B bleiben 2017 mit 275 Prozent ebenso konstant wie die Gewerbesteuer mit 305 Prozent.

Da die Kreisumlage nach der Nivellierung aus dem Jahr 2016 auf einem Wert von 310 Prozent angehoben wurde, stieg bei den Ausgaben im Verwaltungshaushalt die Kreisumlage auf einen Rekordstand von 6,245 Millionen Euro. Über kurz oder lang, prophezeit der Kämmerer, werde der Markt nicht daran vorbeikommen, seine Realsteuersätze an die Werte der Kreisumlage anzupassen. Derzeit verschwänden Mehreinnahmen bei der Grundsteuer sofort in der Kreisumlage. Liegl: „Das lässt sich aktuell noch kaschieren, weil die Einnahmen hoch sind.“

Personalkosten steigen weiter

Größter Ausgabenposten im Verwaltungshaushalt sind die Personalkosten mit 9,471 Millionen Euro, die 2017 erneut um 9,3 Prozent steigen. Über die Hälfte davon entfällt auf das Personal der Kindertagesstätten. Heuer wird der Eckert-Kindergarten übernommen und das Kinderhaus am Märchenbrunnen erweitert. Die Kosten für die Kindertagsbetreuung, vermutet der Kämmerer, müssten in den kommenden Jahren wohl auf den Prüfstand. Das in dem Bereich stark ausgebaute Angebot schränke den Verwaltungshaushalt ein.

Der Vermögenshaushalt finanziert sich durch den Überschuss aus dem Verwaltungshaushalt mit 2, 068 Millionen Euro, einer Entnahme aus den Rücklagen von 1,84 Millionen Euro, knapp 1,3 Millionen Euro Einnahmen aus der Veräußerung von Grundstücken, Zuschüssen von 3 Millionen Euro, einer Darlehensaufnahme von gut 800 000 Euro und einer Darlehensrückzahlung vom Wasserwerk von 1, 1 Millionen Euro. Bei den Grundstücksverkäufen handelt es sich um Gelände im Bereich des Hagebaumarkts. Außerdem kauft der Markt im Gewerbegebiet Süd Grundstücke zurück, die nicht innerhalb der vorgeschriebenen fünf Jahre bebaut wurden. Ein Fall ist das geplante Hotel, für das der Bauantrag bereits zurückgezogen ist. Die zurückfallenden Grundstücke werden weiterverkauft.

7,3 Millionen Euro aus dem Vermögenshaushalt (69 Prozent) fließen in Baumaßnahmen. Schwerpunkt bei den Investitionen bleiben die Kindertagesstätten. Für das Kinderhaus am Märchenbrunnen sind 790 000 Euro eingeplant, für den neuen Kindergarten am Eckert-Gelände in diesem Jahr 700 000 Euro.

Die Grundschule Regenstauf ist wegen gestiegener Schülerzahlen und Nachmittagsbetreuung beim Raumangebot an ihre Grenzen geraten. Auch für den Hort bei der Grundschule sind Planungskosten eingestellt. Der Umbau am alten Schulhaus in Steinsberg (Brandschutz, Toiletten) läuft gerade und ist mit 180 000 Euro veranschlagt. Für die Sozialwohnungen sind 2017 Planungskosten von 150 000 Euro vorgesehen. Ende 2018 sollen die ersten Bestandsmieter umziehen.

Größter Ausgabeposten 2017 ist die Erneuerung und der behindertengerechte Ausbau der Ortsdurchfahrt im 1. Teilabschnitt für 850 000 Euro. Die Planung für den Hochwasserschutz an Moosbach und Steinbach ist mit 200 000 Euro berücksichtigt, die Sanierung der alten Mülldeponie Karlstein mit 271 000 Euro. Knapp 800 000 Euro sind für Grunderwerb eingeplant, 1,1 Millionen entfallen auf Zuweisungen und Zuschüsse.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht