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Kooperation

Stadtmarketing: Vertrag läuft aus

Das Unternehmen „Planwerk“ bringt seit fast zehn Jahren in Wörth seine Ideen ein. Trotz Kritik: Der Bürgermeister will eine weitere Zusammenarbeit.
Von Walter Schiessl, MZ

Die Freiluft-Filmvorführung ist seit 2013 fester Bestandteil im Wörther Veranstaltungsjahr.
Die Freiluft-Filmvorführung ist seit 2013 fester Bestandteil im Wörther Veranstaltungsjahr. Foto: Archiv-Gall

Wörth.In einem Jahr kann das Nürnberger Büro Planwerk das zehnjährige Bestehen der Zusammenarbeit mit der Stadt Wörth begehen. Diese hat sich für die Stadt als vorteilhaft herausgestellt, gehen doch Planwerk und Stadt wieder von einer Verlängerung der immer auf zwei Jahre beschlossene Übereinkunft aus. Thomas Kuhnt, der die Stelle 2013 übernommen hat, plant für heuer wieder einige Aktionen, mit denen die Stadt Wörth als Einkaufsziel in das Gedächtnis vieler Zeitgenossen gerufen werden.

Der 33-jährige Thomas Kuhnt, ein gebürtiger Passauer, kennt Wörth schon bestens. Der studierte Geograf hatte beim Deutschen Alpenverein ein Praktikum absolviert, ehe er seine Stelle bei Planwerk antrat. Er war 2013 Joanna Bacic nachgefolgt, die wiederum die Stelle nach Sven Päplow und Julia Wolfrum angetreten hatte. Seit Herbst 2011 wird die Stelle von Andrea von Lieven, die für die Grünen im Stadtrat sitzt, unterstützt. 35 Stunden im Monat ist Kuhnt für Wörth tätig.

„Das Unternehmertreffen und den Gesundheistag wird es heuer wieder geben!“

Bürgermeister Anton Rothfischer

„Es ist freilich gut, wenn der Planwerker länger am Ort ist“, sagen viele der Wörther Kunden und auch im Stadtrat ist man der Meinung, dass Kontinuität sehr wichtig sei. Seit vier Jahren arbeite man nun mit Thomas Kuhnt zusammen, was der Stadt wie auch den Kaufleuten gut getan habe, ist man sich einig. So unterstützte Planwerk, für dessen Arbeit es eine 60-prozentige Bezuschussung aus Städtebaufördermitteln gibt, die Kaufleute während des Umbaus der Straubinger Straße, als die östliche Zufahrt in die Stadt kurzeitig gesperrt war. Die einzelnen Projekte werden durch die Stadt, den Werbekreis und die Städtebauförderung finanziert. Die Stadt zahlt im Jahr Kosten in Höhe von 30 000 Euro an Planwerk, weiter gibt es noch einen Fond in Höhe von 14 000 Euro, aus dem die Ausgaben für Projekte bestritten werden.

Begleitung war sichtig

Ins Boot geholt wurde das Unternehmen 2008, als die Innenstadtsanierung mit der Taxisstraße, mit der Regensburger Straße und dem Marktplatz begonnen hatte. Damals war man auf die Hilfe des Nürnberger Büros massiv angewiesen, denn so sagte Bürgermeister Anton Rothfischer, die Geschäftsleute hätten während dieser für sie harten Zeiten fachmännische Begleitung gebraucht. Ob das im nächsten Jahr, wenn die Vertragsverlängerung wieder ansteht, noch einmal nötig sein werde, darüber sind sich die Wörther noch um Unklaren. Denn die Baustellen sind seit letztem Jahr allesamt beseitigt.

Thomas Kuhnt, der in Regensburg ein Planungsbüro für Unternehmer betreibt, um mit ihnen die Zielsetzung und Kreativität zu verbessern, hat sich für 2017 wieder viel vorgenommen. So läuft derzeit schon eine Aktion in Zusammenarbeit mit der Städtebauförderung, die „Genießen in Wörth“ heißt und bis 31. März dauert. In mehreren Lokalen wird den Besitzern der Gewinnkarte „Kulinarisches Wörth“ ein Aperitif serviert, zudem gibt es Gutscheine für 50 Euro zu gewinnen. Ein großes Augenmerk, so sagt Bürgermeister Anton Rothfischer, wird auf das Leerständemanagement gelegt. Das soll auch im Zusammenhang mit dem Abschluss der Sanierung in der Straubinger Straße geschehen. Weitere Schwerpunkte der Planwerk-Aktivitäten werden laut Bürgermeister Anton wieder ein Unternehmertreffen, der Gesundheitstag und eine Freiluftkinoveranstaltung sein. Diese war im Juli 2013 zum ersten Mal von Joanna Bacic ins Leben gerufen worden. Sie hatte die Vorbereitungen getroffen, die Filmvorführung im Pschornhof war die erste Aktion von Thomas Kuhnt in Wörth. Gezeigt wurde die Komödie „Friendship“. Der Filmabend war stets verbunden mit einem Einkaufsabend, bei dem die Geschäfte zwischen 18 und 20 Uhr offenstanden. Die Gastronomen hatten zudem die Gäste mit kulinarischen Schmankerln verwöhnt.

Eislaufen wurde verworfen

Der erste Filmabend im Pschornhof kam so gut an, dass er alle Jahre meist am ersten Juliwochenende wiederholt wurde. Das Programm steigerte sich mit der Zeit, schließlich spielte eine Kapelle der Musikschule auf, es gab eine Diashow mit alten Aufnahmen von Hans Groß und die Hip-Hop-Mädchen des TSV präsentierten flotte Tänze. Die Attraktivität der Veranstaltung nahm ebenso zu wie der Andrang der Besucher. die von Jahr zu Jahr mehr wurden.

Das Büro Planwerk hat seinen Sitz in Nürnberg. es wird von Claus Seprr und Gunther Schramm geleitet. Zehn Mitarbeiter, unter ihnen ist Thomas Kuhnt, gehören zum Team, das an 15 Standorten im Einsatz ist. Im Landkreis Regensburg zählen die Städte Wörth und Neutraubling dazu.

Aus einer Idee, die Thomas Kuhnt, vor einem Jahr hatte, ist bislang aber nichts geworden. Er hatte damals angeregt, im Winter 2016/17 in der Ludwigstraße eine Eislauffläche zu errichten. Im Werbekreis wie auch unter den Wörthern waren viele Feuer und Flamme für die Eislauf-Idee, doch zur Verwirklichung kam es nie. Denn als Platz des Eisvergnügens wäre nur der Pschornhof in Frage gekommen, was aber wohl eine lange Sperrung dieses Areals nach sich gezogen hätte. „Somit ist das Schlittschuhlaufen in der Wörther Innenstadt nie verwirklicht worden“, sagt Bürgermeister Anton Rothfischer.

Pro und contra

  • Pro:

    Bürgermeister Anton Rothfischer ist der Meinung, dass der Vertrag mit Planwerk auch über 2018 hinaus verlängert werden sollte. Denn zum einen gebe es daür staatliche Fördermittel und zum anderen seien die Aktivitäten des Büros von großer Wichtigkeit. „Thomas Kuhnt macht sehr viel“, sagt das Stadtoberhaupt und verweist auf Unterstützungen im Tourismus, die jetzt bei den Übernachtungszahlen zu Buche schlagen, Bewährt habe sich auch der Gesundheitstag im Bürgersaal, der heuer wieder eine Fortsetzung finden wird. Argumenten, dass das die Stadt alles auch ohne Planwerk bewerkstelligen könnte, widerspricht das Stadtoberhaupt. „Die Wörther Verwaltung und der Bauhof haben andere Aufgaben“, sagt er.

  • Contra:

    Im Stadtrat gibt es auch Gegenargumente, die meist am Geldbetrag für Planwerk eingebracht werden. Moniert worden war schon mehrfach bei Sitzungen, dass die Arbeiten des Planungsbüros eigentlich nicht messbar seien.

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