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Glaube

Die Wieskapelle ist fertig saniert

Mit der Maiandacht weihte die Pfarrgemeinde ihre Kapelle bei Alteglofsheim ein. Insgesamt kosteten die Arbeiten 308 500 Euro.
Von Theresia Luft

Pastoralreferent Armin Mehrl und Pfarrer Matthias Kienberger (von links) nutzten die Maiandacht, um die Wieskapelle zu segnen.  Foto: Theresia Luft
Pastoralreferent Armin Mehrl und Pfarrer Matthias Kienberger (von links) nutzten die Maiandacht, um die Wieskapelle zu segnen. Foto: Theresia Luft

Alteglofsheim.Die Wieskapelle in Alteglofsheim ist fertig. Die Renovierungsarbeiten sind abgeschlossen und das Kleinod erstrahlt in neuem Glanz. Abseits von der Hauptstraße, mitten im freien Feld steht die Wieskapelle und lädt zum Verweilen ein. Zur feierlichen Einweihung gab es eine Prozession zur Wieskapelle, angeführt von den „Moosgrabntalern“.

Bei der Wieskapelle wurde eine feierliche Maiandacht von Pfarrer Matthias Kienberger und Pastoralreferent Armin Mehrl gehalten. Mit Weihwasser und Weihrauch segnete Pfarrer Kienberger innen und außen die Kapelle. Für ihn sei sie ein Ort der Ruhe, Einkehr und zum Gebet einladend, sagte der Geistliche, der gerne mit dem Rad eine Tour zur Kapelle unternimmt. Bürgermeister Herbert Heidingsfelder würdigte die gelungene Renovierung der Wieskapelle.

Neues Dach schon 1968

Die neue Wieskapelle wurde nach der Prozession gesegnet.  Foto: Theresia Luft
Die neue Wieskapelle wurde nach der Prozession gesegnet. Foto: Theresia Luft

Weiter ging Heidingsfelder kurz auf die geschichtlichen Daten der Wieskapelle ein. Bereits 1968 wurde es nötig, im Zuge eines Sturmschadens ein neues Dach und neuen Bodenbelag einzubringen. Der Vorbau wurde abgebrochen. Die letzte größere Innensanierung wurde 1989 durchgeführt. „Mit der Renovierung der Wieskapelle wurde ein örtliches Kulturdenkmal für die Nachwelt erhalten und wieder so hergestellt, wie man es in den letzten 50 Jahren kannte“, sagte Heidingsfelder.

Sehen Sie hier mehr Bilder von der Wieskapelle:

Die Wieskapelle ist frisch renoviert

Die Kosten für die Renovierung wurden durch den Entschädigungsfond, durch die Diözese, Bezirk und Gemeinde getragen und bereits im Vorfeld wurden für die Instandsetzung der Wieskapelle durch verschiedenen Aktionen Geld gesammelt. Die Renovierungsarbeiten wurden 2018 begonnen und fanden 2019 ihren Abschluss. Heidingsfelder wünsche sich, dass zukünftig die Wieskapelle bei den Flurumgängen miteinbezogen werde und kündigte Öffnungszeiten der Kapelle an. Architekt Michael Feil rekonstruierte noch einmal die Daten der Renovierungsarbeiten. „Es war für die ausführenden Firmen eine große Herausforderung, so mitten am Feld ohne Wasser oder Strom in der Nähe die Arbeiten auszuführen“, sagte Feil, der die Ursachen für die Schäden erläuterte und die Maßnahmen beschrieb.

Den Altar der Wieskapelle bei Alteglofsheim ziert die Figur des gegeißelten Sohn Gottes.  Foto: Theresia Luft
Den Altar der Wieskapelle bei Alteglofsheim ziert die Figur des gegeißelten Sohn Gottes. Foto: Theresia Luft

Auch Voigt würdigte die Wieskapelle, die kunst- und kulturhistorisch von höchster Bedeutung sei, und er hoffe, dass zukünftig viele Menschen den Weg zur Wieskapelle finden werden. Doris Stiegler lag und liegt die Wieskapelle „Zum Gegeißelten Heiland“ sehr am Herzen. Sie und Karin Eckl haben seit 2008 viel geleistet, Spenden für die Wieskapelle gesammelt und die Innenrenovierung zur Erhaltung der Kapelle initiiert. Beide sind sich einig „Die Wieskapelle ist sehr schön geworden – ein Prunkstück.“ Stiegler, die damalige Frauenunionsvorsitzende, habe dem damaligen Pfarrer Josef Rohrmeier als Abschiedsgeschenk versprochen, die Patenschaft für die Kapelle zu übernehmen und sich um die Erhaltung der Kapelle anzunehmen. Federführend organisierten Stiegler und ihr Team der Frauenunion Maiandachten zugunsten der Wieskapelle.

Der Heiland kam zur Kapelle

Wie Stiegler und Eckl erzählten, haben sie jedes Mal zur Maiandacht die Figur des gegeißelten Heilands extra zur Kapelle runter gebracht, da die Statue erst am Dachboden der Pfarrkirche und später in der Gemeinde verwahrt wurde. „Die Wieskapelle war sehr baufällig und es wurden leider viele Figuren gestohlen. Wir haben geputzt, die Kapelle sauber gehalten und versucht zu retten, was zu retten war“, sagten die beiden. Für sie ist die Wieskapelle ein Ort, an dem man zur Ruhe kommt, ein Ort der Stille. „Immer wieder kamen Leute vorbei, die uns Geschichten von der Kapelle erzählten“, sagten Stiegler und Eckl.

Die Wieskapelle

  • Bau:

    Die Wieskapelle bei Alteglofsheim wurde 1748 auf freiem Feld östlich von Alteglofsheim erbaut. Den Barockaltar und die Statue des Heilands beschaffte Schlossverwalter und Hofkammerrat Maxim Anton Zehetner.

  • Die Figur:

    Die Figur des Heilands wurde zur Wieskapelle nach Steingaden gebracht und mit dem Heiland in Berührung gebracht.

  • Kosten:

    Die Gesamtkosten der Renovierung betragen 308 500 Euro.

In den vergangenen zehn Jahren habe die Frauen Union einige Tausend Euro an Spenden für die Renovierung gesammelt. Auch Edith Stierstorfer erinnert sich an eine alte Geschichte. Damals kümmerte sich Josef Kellner um die Kapelle und er sagte, er brauche einen Teppich für die Wieskapelle. Da habe ihre Mutter den Teppich aus dem Wohnzimmer genommen. Der lag dann lange Zeit in der Kapelle. Oder Hans Kammermeier, als er sich bei Regen im Vorbau der Kapelle unterstellte. Seine Frau Helga fügte an, dass ihr nach der Renovierung schon der Vorbau abgehe, der ja eigentlich zur Wieskapelle gehört habe.

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