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Notfall

Feuerwehr übt Rettung aus dem Kanal

Helfer aus den Gemeinden Alteglofsheim, Mintraching, Köfering, Gebelkofen und Thalmassing arbeiten zusammen.
Von Yvonne Weigl, MZ

  • Mit einem Seil an der Feuerwehrleiter gesichert steigt der Retter in den Kanal ab. Foto: Weigl
  • Ein Blick in den Kanalschacht Foto: Weigl
  • Einsatzbesprechung Foto: Weigl
  • Auch die Feuerwehrler interessiert, was es im Schacht zu sehen gibt. Foto: Weigl
  • Momentaufnahme Foto: Weigl

Alteglofsheim.Eine Rettungsübung, gemeinsam mit den Feuerwehren der Ortschaften Alteglofsheim, Mintraching, Köfering, Gebelkofen und Thalmassing, zeigt anschaulich, wie gefährlich und verantwortungsvoll die Tätigkeit der Mitarbeiter der örtlichen Abwasseranlage und der Feuerwehrler ist. Ihren Job verbringen sie meist im Untergrund. Dunkelheit und Gestank sind ihr tägliches Brot. Und sie sorgen mit klarem Kopf für eine saubere Kanalisation.

Dies wird wohl jedem aufmerksamen Zuschauer bei der Rettungsübung ersichtlich. „Es ist rutschig unten. Aber, dass es kein Wohnzimmer ist, ist jedem klar“, meint deshalb süffisant auch Stefan Kammermeier, Mitarbeiter bei der BSM, die für den Abwasserzweckverband Pfattertal die Kanalisation betreibt.

Es kann immer mal etwas passieren

Ausführlich erklärt Dipl.-Ing. Christian Geusch, Geschäftsführer der BSM (Betriebs- und Sanierungsgesellschaft für kommunale Dienstleistungen mbH Mintraching), die vielen Gefahren, die ein Kanalnetz birgt. „Selbst unter Einhaltung sämtlicher Sicherungsmaßnahmen kann immer mal etwas passieren.

Wenn tatsächlich ein Unfall passieren sollte, dann werden die Feuerwehren, vor allem Atemschutztruppen, aktiviert, damit der Verunglückte notfalls gerettet werden und die ärztliche Versorgung beginnen kann.“ Vor allem Kohlenmonoxid, Methangase, Schwefelwasserstoffgase, explosive Stoffe und schlagartig auftretendes Wasser sind die großen Gefahren. Dabei erfährt man auch, dass Schwefelwasserstoff, der nach faulenden Eiern riecht, „absolut nicht mehr riecht, wenn er tödlich“ ist.

Immer im Zwei-Mann-Trupp

Wenn die Mitarbeiter der BSM in die Tiefen der Kanalisation einsteigen, geschieht dies immer im Zwei-Mann-Trupp. Ein Mann bleibt oben, einer steigt ab. Mittels eines Gasmessgeräts, das der einsteigende Mann am Körper trägt, wird kontinuierlich über einen Schlauch die Zusammensetzung der Luft gemessen. Und nur, wenn sich diese im grünen Bereich befindet, darf der Kollege mit einem Rettungsgeschirr absteigen.

Ein Karabinerhaken am Dreibein sichert den Mann beim Abstieg.
Ein Karabinerhaken am Dreibein sichert den Mann beim Abstieg. Foto: Weigl

Die Sicherung erfolgt mittels eines Dreibeins über dem Kanal am Karabinerhaken. Sollte das Gasmessgerät Alarm schlagen, muss der oben sichernde Mann mit Hilfe seines Gaswagengeräts entscheiden, „ob er rein geht mit dem entsprechenden Sauerstoffgerät, um den Kollegen zu retten“, oder ob er die Feuerwehren alarmiert. Diese „Situation wird simuliert“. Dieser „Übungsfall soll nie als Notfall eintreten“, betont Christian Geusch.

Bei der Rettungsübung waren dann auch alle beteiligten Feuerwehren mit schwerem Gerät vor Ort und zeigten die Rettung eines Kollegen bei Bewusstsein und wie diese aussieht, wenn mittels Drehleiter der Feuerwehr gerettet werden muss.

Schnell und doch sicher muss bei einem Notfall gehandelt werden. Jeder Griff muss sitzen. Immer im Zwei-Mann-Trupp steigen die Feuerwehrler mit ihren Atemschutzgeräten in den Kanal ein und haben eine „Fluchtmaske für den Verunglückten“ dabei, so der 2. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Alteglofsheim. Wenn man die Hintergründe für diesen Beruf kennt, kann man nur hoffen, dass es nie zu einem echten Notfall kommt.

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