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Geschichte

Viele alte Klosterschätze gesammelt

Hans Rudolph macht zum Klostermarkt in Frauenzell einen Blick auf Urkunden und Messgewänder aus dem Jahr 1700 möglich.
Von Resi Beiderbeck, MZ

  • Messgewänder und andere sakrale Gegenstände, die aus der Zeit zwischen 1700 und 1740 stammen, werden bei der Ausstellung gezeigt. Fotos: Beiderbeck
  • Dank dieses Porträtbildes aus dem Jahr 1800 weiß man, wie der letzte Abt von Frauenzell ausgesehen hat. Hans Rudolph freut sich, das Bild im Rahmen der Ausstellung zeigen zu können.
  • Frauenzeller Klostergeschichte wird bei der Ausstellung lebendig – in Schrift und Bild. So soll das Kloster um 1743 ausgesehen haben.

Brennberg.Am ersten Augustsonntag werden die Besucher von Klostermarkt und Dorffest in Frauenzell Gelegenheit haben, einen Blick in die reiche Geschichte und Vergangenheit des Klosters Frauenzell zu werfen. „Entdecken Sie Altes neu und erweitern Sie Ihre Kenntnisse über die heimatliche Umgebung!“, lädt Initiator Hans Rudolph ein. Der liebenswürdige Herr lebt seit einigen Jahren im Kloster Frauenzell, wo er seine Wahlheimat gefunden hat. Seit über 30 Jahren sammelt er alte Schriften, Bücher, Bibeln, Preziosen, und gerne lässt er die Öffentlichkeit an diesen Kloster-Schätzen teilhaben.

Unter dem Titel „Frauenzeller Äbte und ihre Zeit“ bietet er an vier Tagen im August die Möglichkeit, die Lebensgeschichten aller 19 Äbte kennen zu lernen, die in der Zeit von 1424 bis zur Auflösung des Klosters 1803 das geistige und wirtschaftliche Leben an diesem Ort prägten. Auch die etwa 100 Jahre zwischen Gründung der Einsiedelei 1313 auf dem Schopfloch durch die Eremiten Gottfried Pucher und Albert Tunzlinger und der Erhebung des entstandenen Klosters zur Abtei im Jahre 1424 sind ausführlich beschrieben.

„Aus dieser frühesten Zeit Frauenzeller Geschichte zeigen wir zwei besonders bedeutende Funde, die 2014 zufällig im Kirchengebäude gemacht wurden“, schwärmt Hans Rudolph. Es handelt sich dabei um Original-Urkunden aus den Jahren 1378 und 1466, welche die Geschichte Altenthanns lebendig werden lassen – ein Ort, der 1664 vom Kloster käuflich erworben wurde. Zu sehen sind außerdem Messgewänder und andere sakrale Gegenstände, die aus der Zeit zwischen 1700 und 1740 stammen.

Religiöses und weltliches Leben

Die ausgestellten Bücher dokumentieren die Amtszeiten der einzelnen Äbte bis zurück in die Frühzeit der Buchdruckerkunst. Tatsächlich wurde das älteste in der Ausstellung gezeigte Buch im Jahr 1474, also nur 20 Jahre nach dem um 1454 ersten gedruckten Buch – der Gutenberg-Bibel – und fast 20 Jahre vor der Entdeckung Amerikas, in Venedig hergestellt. Diese Zeitdokumente illustrieren auf interessante Weise den jeweiligen Zeitgeist und den Entwicklungsstand von religiösem und weltlichem Leben.

Hans Rudolph hat sich im Laufe seiner Forschungs- und Sammlertätigkeit einen hervorragenden Ruf in Fachkreisen erworben, sodass es ihm immer wieder gelingt, Leihgaben nach Frauenzell zu holen. „Der Klosterbibliothek Metten danken wir für die leihweise Überlassung eines Antiphonar-Bandes aus dem Jahr 1625, der noch einen alten handschriftlichen Besitzeintrag aus dem Kloster Frauenzell trägt und vermutlich bis 1803 zum hiesigen Bücherbestand gehörte“, freut sich Rudolph.

Dr. Hermann Reidel, der Leiter des Regensburger Diözesanmuseums, stellt für die Ausstellung freundlicherweise das wohl um 1800 entstandene Porträtbild des letzten Frauenzeller Abts Heinrich Mühlbauer, verstorben 1810 in Altenthann, zur Verfügung. Von drei anderen Frauenzeller Äbten aus dem 18. Jahrhundert sind die Originale der Lobschriften ausgestellt, die anlässlich ihres Todes verfasst wurden.

Handschrift der „Kugler-Chronik“

Gezeigt werden auch die Handschrift der sogenannten „Kugler-Chronik“ von 1745 sowie das Sammelbuch des Fraters Gottfried Gastl, der 1760 nach dem Brand der Wirtschaftsgebäude des Frauenzeller Klosters über 100 Klöster in Deutschland, Böhmen, der Schweiz und Österreich besuchte und um Spenden für den Wiederaufbau der zerstörten Gebäude bat. Zu sehen sind ferner alte Landkarten, die die früheren Ortsnamen von Frauenzell – „Unserer lieben Frauen Zell“ und „Marienzell“ – zeigen, sowie Original-Kupferstiche von 1726 mit Abbildungen von Frauenzell, Brennberg, Wörth und anderen Orten aus der näheren Umgebung.

Die Ausstellung

  • Ausstellungsort

    Die reichhaltige Dokumentation der Frauenzeller Klostergeschichte wird unter dem Titel „Frauenzeller Äbte und ihre Zeit“ im Saal der ehemaligen Bibliothek in der 1. Etage des Kloster-Nordflügels gezeigt.

  • Termine

    Die Ausstellung ist geöffnet am Sonntag, 2. August, von 10.30 bis 17 Uhr, parallel zum fünften Frauenzeller Klostermarkt, sowie am 9., 15. und 16. August jeweils von 13.30 bis 18 Uhr.

  • Eintritt

    Sowohl der Eintritt zur Ausstellung als auch die Parkplätze sind kostenfrei. (lvr)

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