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Kirche

Georg Seidenbusch soll selig werden

Der vor 285 Jahren gestorbene Geistliche aus Aufhausen beschäftigt viele Gläubige. In Kirchen liegen Unterschriftslisten aus.
Von Gabriele Thomann, MZ

  • Dieses Selbstbildnis hat Johann Georg Seidenbusch mit dem Gnadenbild von „Maria Schnee“gemalt. Foto: Thomann
  • Das Tragen der Madonna während des Festgottesdienstes. Foto: Archiv/lbk

Aufhausen.Am Mittwoch jährt sich der Todestag des Pfarrer Johann Georg Seidenbusch zum 285. Mal. Das Oratorium in Aufhausen arbeitet daran, dass der Priester selig gesprochen werden kann.

Fährt man durch Aufhausen, befindet man sich fast durchgängig auf der Seidenbuschstraße. Viele der Passanten wissen aber sicherlich nicht, wer sich hinter dem Namen Seidenbusch verbirgt. Johann Georg Seidenbusch wurde am 5. April 1641 in München geboren. Seine Entscheidung, Priester zu werden, stand für ihn relativ früh fest. 1666 empfing er nach seinem Theologiestudium in München die Priesterweihe. Schon ein Jahr später zog es ihn nach Aufhausen. Dort wurde er zum Pfarrer ernannt.

Immer auf Gott vertraut

Eine kleine Marienstatue, die er als Student aus einem Vorgängerbau der heutigen Bürgersaalkirche vor dem Wegwerfen gerettet hatte, brachte er mit in die Oberpfalz. Für diese Marienstatue errichtete er eine kleine hölzerne Kapelle. Aus den einfach gestalteten Andachten und seinem tiefen Glauben an die Jungfrau Maria erwuchs die Wallfahrt Maria Schnee zu Aufhausen. Johann Georg Seidenbusch war zudem ein großer Künstler, Maler und Komponist. In Aufhausen gründete er das erste Oratorium, später auch in Wien und München.

Auch die Landbevölkerung wurde regelmäßig zu Andachen zusammengerufen. Und er soll, mit Hilfe eines Schutzbriefes vom Kaiser, über 200 Ortschaften vor Krieg und Plünderung im Spanischen Erbfolgekrieg bewahrt haben. Dabei hat er immer auf Gott vertraut und sich für die Armen eingesetzt. Als er am 10. Dezember 1729 verstarb, hinterließ er eine lebendige Gemeinschaft mit dem Ideal des heiligen Phillipp Neri und eine ebenso lebendige Wallfahrt. So kam es im Jahr 1736 zum Baubeginn der heutigen Wallfahrtskirche Maria Schnee, die 1751 geweiht wurde.

285 Jahre nach dem Tod von Pfarrer Johann Georg Seidenbusch soll jetzt die Seligsprechung für diesen ganz besonderen Menschen eingeleitet werden. Das Oratorium in Aufhausen ist gerade dabei, die Priesterpersönlichkeit bei den Leuten in der Region bekannt zu machen. In verschiedenen Kirchen liegen Unterschriftslisten aus, unter anderen in München, Regensburg und Aufhausen. Mit den Unterschriften soll deutlich gemacht werden, dass die Seligsprechung vielen Gläubigen ein Herzensanliegen ein, berichtet Bruder Abraham Ring vom Oratorium in Aufhausen. „Über 5000 Unterschriften haben wir schon“, erklärt der Ordensbruder, der mit den Vorbereitungsarbeiten für das Verfahren besonders betraut ist. Diese Unterschriftslisten sollen in Kürze dem Regensburger Bischof überreicht werden - zusammen mit einer ausführlichen Dokumentation über Leben und Wirken Seidenbuschs.

600 Zettel mit Gebetsanliegen seien am Grab von Pfarrer Seidenbusch in der Wallfahrtskirche Maria Schnee in Aufhausen bisher niedergelegt worden. In weit über 50 Briefen berichten Gläubige von Gebetserhörungen auf die Fürsprache von Pfarrer Seidenbusch. Darum hat Bruder Abraham eine 300-seitige wissenschaftliche Arbeit zusammengestellt.

Freude von Benedikt

In einen Brief an den Präpositus des Aufhausener Oratoriums hat Papst em. Benedikt XVI vor kurzem seine Freude über die Bemühungen um die Eröffnung des Seligsprechungsprozesses zum Ausdruck gebracht. Es freue ihn sehr, wenn Pfarrer Seidenbusch wieder stärker ins Bewusstsein gerückt und als Vorbild für priesterliche Lebensgemeinschaften bewusst gemacht werde. Das Oratorium des Heiligen Philipp Neri in Aufhausen ist eine Klerikale Gesellschaft des Apostolischen Lebens päpstlichen Rechts. Es setzt die von Pfarrer Johann Georg Seidenbusch im 17. Jahrhundert gegründete Priestergemeinschaft fort.

Das Oratorium des Heiligen Philipp Neri formuliert auf der Homepage seine Ziele in Sachen Seidenbusch: „Er muss zunächst wieder bekannter werden. So können auch immer mehr Gläubige eine persönliche Beziehung zu ihm finden und seine Hilfe erfahren. Darum haben wir eine Novene zur Erlangung der Seligsprechung von Johann Georg Seidenbusch veröffentlicht.“ Das kann auch kostenlos bestellen werden. Auch die „Stimme des Volkes“ verlangt die Kirche, die die Seligsprechung wünscht. Darum müssen einige Tausend Unterschriften gesammelt werden. „Außerdem brauchen wir Gebetserhörungen auf die Fürbitte von Johann Georg Seidenbusch“, so das Oratorium: „Darum haben wir ein eigenes Formular gedruckt, das es erleichtert, persönliche Anliegen nach Aufhausen zu schicken. Dort werden sie am Grab des großen Pfarrers niedergelegt.“

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