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Engagement

Hilfe für Endulen geht weiter

Dr. Florian Schneider berichtet von seiner Reise nach Tansania und den ersten Projekten der neuen „Klinikpartnerschaften“.
von Marianne Schmid

Dr. Mameso, eine Massai-Ärztin, erklärt im Rahmen der Workshops für lokale Hebammen und junge Frauen die Benutzung von wiederverwendbaren Damenbinden. Foto: Schneider
Dr. Mameso, eine Massai-Ärztin, erklärt im Rahmen der Workshops für lokale Hebammen und junge Frauen die Benutzung von wiederverwendbaren Damenbinden. Foto: Schneider

Aufhausen.Im Jahr 2018 wurde der Verein „Endulen – Trage es im Herzen mit“ Teil des geförderten Projektes „Klinikpartnerschaften“. Der Verein erhält über 24 Monate 50 000 Euro für diverse Projekte im Endulen Hospital in Tansania. „Wir hatten wieder eine sehr gute Projektreise nach Endulen und das Glück, dieses Jahr diese Förderung zu erhalten“, berichtet der aus Aufhausen stammende Dr. Florian Schneider. Er engagiert sich seit mehr als zehn Jahren für den gemeinnützigen Verein und besuchte im September mit den Vorstandsmitgliedern Patricia Neugebauer und Anna-Marie Seitz die Projekte in Tansania. Ein zentrales Ziel der Reise war es, die ersten Aktivitäten im Rahmen der „Klinikpartnerschaften“ am Endulen-Hospital anzubahnen und durchzuführen.

„Endulen – Trage es im Herzen mit“ ist ein Verein mit Sitz in Aufhausen und wurde 2008 gegründet, um in Tansania nachhaltige Projekte im Gesundheitssektor zu fördern. Es werden Projekte im Bereich Bildung und Gesundheitsaufklärung mittels Aufklärungskampagnen und Fortbildungen organisiert, finanziert und gefördert sowie Bau-Projekte zur Verbesserung der medizinischen Infrastruktur durchgeführt und finanzielle Hilfe für Notoperationen und Medikamentenlieferungen geleistet. Der Verein hat 22 Mitglieder.

Für 80 000 Menschen zuständig

Durch die Kooperation zwischen dem in Deutschland eingetragenen Verein und dem Endulen Hospital in Tansania wird eine bessere Gesundheitsversorgung bei Müttern und Kindern im Norden des Landes angestrebt. Das Endulen Hospital ist das einzige Krankenhaus für rund 80 000 Menschen. Durch die schlechte Gesundheitsversorgung in der Region sterben nach wie vor viele Mütter und Kindern an behandelbaren Infektionen oder zu spät erkannten Geburtskomplikationen. Frauengesundheit, sichere Schwangerschaft und Geburt waren wichtige Themen der durchgeführten Workshops. Dabei werden Hebammen, die die Geburt in den Dörfern begleiten, ins Krankenhaus eingeladen. Dort erfahren sie, wie dort Geburten stattfinden und ab wann es sicherer ist, eine medizinische Begleitung zu haben. Mit Hilfe der Klinikpartnerschaften finden diese Workshops jetzt acht- bis zehnmal im Jahr statt.

Wichtige medizinische Fachbücher wurden für die Angestellten des Endulen Hospital angeschafft. Foto: Schneider
Wichtige medizinische Fachbücher wurden für die Angestellten des Endulen Hospital angeschafft. Foto: Schneider

Zusätzlich wurden 500 Sets waschbarer Damenbinden ausgeteilt. Oft hindert die Menstruation die jungen Frauen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen oder die Schule zu besuchen, da normale Hygienebinden zu teuer oder nicht üblich sind. „Zusammen mit dem Endulen Maasai Women’s Health Projekt der US-Amerikanerin Lynn Marlowe und in Zusammenarbeit mit Dr. Mameso, einer Maasai-Ärztin aus dem Endulen Hospital, konnten wir drei Workshops mit jungen Mädchen, Frauen und lokalen Hebammen durchführen“, berichtet Dr. Schneider. Zwei Workshops fanden in der benachbarten weiterführenden Schule statt, ein weiterer in einem Maasai-Dorf zu den Themen Frauengesundheit, sichere Schwangerschaft und Geburt.

Dr. Patricia Neugebauer und Dr. Florian Schneider haben in Arbeitskreisen mit den Angestellten des Endulen Hospitals über Neugeborenen Versorgung und Reanimation gesprochen und praktisch an Puppen geübt. Bei der Reanimation helfen wegen der hohen Infektionsgefahr durch die Mund-zu-Mund Beatmung die aus Deutschland mitgebrachten Ambu-Beutel.

Für eine bessere medizinische Versorgung

  • Hintergrund:

    Tansania belegt aktuell den drittletzten Platz, wenn es um das Verhältnis von Ärzten zu Patienten geht – ein Arzt ist für 45 455 Patienten zuständig. Spende an den Verein Endulen e.V. helfen dabei, jungen engagierten Menschen eine Aus- oder Weiterbildung zu finanzieren. Endulen e.V. engagiert sich bereits seit 10 Jahren für eine bessere medizinische Versorgung in Tansania.

  • Spendekonto:

    Das neue Spendenkonto: Endulen e.V., IBAN DE43 3706 0193 4006 2200 16, BIC/Swift GENODED1PAX. Die Spendengelder werden durch ein Vereinsmitglied persönlich nach Tansania gebracht. Ab einer Spende von zehn Euro kann eine Spendenquittung ausgestellt werden, die zum Jahresende zugestellt wird. Dazu Namen und Anschrift bei der Überweisung angeben.

Derzeit sind viele zu früh oder zu leicht geborene Säuglinge in der Wöchnerinnenstation. Manche sind zu schwach, um selbstständig Muttermilch zu trinken. Das Vorstandsteam konnte 17 Dosen Frühgeborenen-Nahrung kaufen, die mit Hilfe von mitgebrachten Ernährungssonden verabreicht werden kann. Die Nahrung hilft nicht nur bei der Gewichtszunahme, sondern hemmt auch die Gefahr der Unterzuckerung und der Unterkühlung.

Medizinische Fachliteratur in englischer Sprache für Ärzte, Hebammen und Krankenpfleger des Endulen Hospitals und für die Stipendiaten wurden mitgebracht. Schneider berichtet weiter, dass zusammen mit der Initiative „Teilen im Cusanuswerk e.V.“ und der Schule Germaringen für insgesamt 7000 Euro die Solaranlage auf der Wöchnerinnenstation erweitern werden konnte. Damit wird nun ausreichend Strom erzeugt und gespeichert, um die Inkubatoren und die Sauerstoffgeräte für kranke Neugeborene über mehrere Tage zu betreiben.

Eine neue Solaranlage

Mit Hilfe der Klinikpartnerschaften und dem Bistum Münster kann die große Solaranlage, die für die Stromversorgung des Krankenhauses verantwortlich ist, für 30 000 Euro erweitert werden. Die steigenden Patientenzahlen sorgen für einen höheren Strombedarf. Dr. Schneider und sein Team sind sehr froh, dass dieses zukunftsträchtige Projekt in die Wege geleitet werden kann. Auch weitere Workshops können durchgeführt werden. Doch weitere große Projekte stehen an: neue Angestelltenhäuser fehlen, das Labor muss erweitert werden. Weil das Krankenhaus weder am Strom- noch am Wassernetz angeschlossen ist, sorgt eine Wasserpumpe für den Wasserbedarf. Das Wasser wird einmal am Tag in den bereits bestehenden Wassertank gepumpt und im Laufe des Tages im Krankenhaus verbraucht. Durch die steigenden Patientenzahlen muss ein neuer zusätzlicher Wassertank aufgestellt werden.

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