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Proklamation

Magdalena Röckl ist Zuckerrübenkönigin

51 Produkt-Hoheiten aus Bayern kamen ins Schierlinger Festzelt. Eine 20-jährige Studentin aus Aufhausen wurde gekrönt.
Von Fritz Wallner

In Schierling wurde mit Magdalena Röckl aus Aufhausen (vierte von rechts) die 14. Deutsche Zuckerrübenkönigin gekürt. Veronika Eisenhofer (dritte von links) ist Vizekönigin. Auch Landrätin Tanja Schweiger (vierte von links) gratulierte den Hoheiten. Foto: Fritz Wallner
In Schierling wurde mit Magdalena Röckl aus Aufhausen (vierte von rechts) die 14. Deutsche Zuckerrübenkönigin gekürt. Veronika Eisenhofer (dritte von links) ist Vizekönigin. Auch Landrätin Tanja Schweiger (vierte von links) gratulierte den Hoheiten. Foto: Fritz Wallner

Schierling.So einen royalen Auflauf hat womöglich die Welt noch nicht gesehen. Bei der Proklamation der 14. Deutschen Zuckerrübenkönigin gaben sich im Schierlinger Volksfest-Zelt 51 amtierende und ehemalige Produkt-Hoheiten aus ganz Bayern ein Stelldichein. Gekrönt wurde schließlich die 20-jährige angehende Studentin Magdalena Röckl aus Aufhausen.

Die Oldtimerfreunde und der Schützenverein „Gemütlichkeit“ Dengling hatten mit ihrem Organisator Hans Jeserer im Vorfeld ganze Arbeit geleistet und waren deshalb am Pfingstmontag sichtlich stolz auf den Erfolg. Die weltweiten Verwerfungen am Zuckermarkt waren weit weg, nur Jeserer erwähnte diese. Er zeigte sich zuversichtlich, dass für die Zuckerrübe wieder süßere Tage kommen. Als Schirmherr war Geschäftsführer Wolfgang Bergmann von Holmer Maschinenbau gewonnen worden, die Weltmarktführer bei Zuckerrübenvollerntern ist. Er zeigte in Eggmühl deren Produktion. Einer der Giganten war vor dem Eingang zum Volksfestareal zu sehen.

Königinnen für Gurken und Bier

Im Festzelt dominierten die Krönchen und Diademe in unterschiedlichster Gestalt: blitzend in Gold und Silber bis kunstvoll gesteckt als Blumenarrangement. Die Hoheiten kamen zum Teil von weit her: Mit „Antonia I.“ reiste als „Scheinberger Holzfee“ die Repräsentantin des Steigerwalder Holztages an. Aus dem Fränkischen Seeland kam die „Halbensteiner Kirschenkönigin“ Julia Müller, deren Schärpe mit weit über 50 Pins von den verschiedenen Auftritten ein beachtliches Gewicht aufweist.

Im Festzelt in Schierling hatten sich Königinnen aus ganz Bayern mit ihren Schärpen und blitzenden Diademen eingefunden.  Foto: Fritz Wallner
Im Festzelt in Schierling hatten sich Königinnen aus ganz Bayern mit ihren Schärpen und blitzenden Diademen eingefunden. Foto: Fritz Wallner

Nicht so weit hatten es die „Bayerische Gurkenkönigin“ Emilia Stangl aus Wallerfing und die „Bad Gögginger Weintraubenkönigin“ Monika Necker, die in Niederbayern der Landsmannschaft der Donauschwaben ihr Gesicht leiht. Zu sehen waren auch eine „Goaßmass-Königin“, ein „Bier-Prinz“, eine „Weißbier-Königin“, sowie eine „Zwiebel-Köngin“ und eine „Wein-Prinzessin“.

Dass eine Königin viele Termine zu bewältigen hat, ist aus Fernsehberichten über den europäischen Hochadel gut vorstellbar. Unermüdlich sind auch die Hoheiten auf Zeit unterwegs, um für Produkte und Regionen zu werben.

Magdalena Röckl und ihre Proklamation

  • Person:

    Die neue Königin Magdalena Röckl sagte bei der Vorstellung, ihr ganzes Leben habe sich um die Zuckerrübe gedreht. Sie habe schon immer tatkräftig im Familienbetrieb mitgeholfen, und zwar sowohl bei der Vorbereitung des Anbaus, der Unkrautbekämpfung, der Ernte als auch bei der Abdeckung der Zuckerrübenmiete. Sie macht nach einer abgeschlossenen Mechatronik-Ausbildung gerade das Fachabitur. Röckl spielt Klavier, schwimmt gerne und ist Mitglied bei der Feuerwehr und im Schützenverein Aufhausen.

  • Entscheidung:

    Innerhalb der vom Verein vorgegebenen Frist hatten sich zwei Kandidatinnen beworben. Das Los entschied, dass Magdalena Röckl die Königin und die 19-jährige Veronika Eisenhofer aus Welshofen im Landkreis Dachau Vizekönigin ist.

  • Schirmherrschaft:

    Bei der ersten Wahl der Zuckerrübenkönigin 1997 war Firmengründer Alfons Holmer von Holmer Maschinenbau aus Eggmühl Schirmherr. Die Landmaschinen- und Zuckerrübenindustrie finanziert die Königinnen als Aushängeschilder ihres Gewerbes. (lww)

Und doch überraschte die Zahl der Auftritte, die die scheidenden Zuckerrübenköniginnen Alice Summ aus Ohlstadt und Sophia Meindl nannten. Zusammen brachten sie es in drei Jahren auf 251 Auftritte, wobei sie 126 000 Kilometer zurücklegten. Johann Jeserer attestierte ihnen, „absolute Idealistinnen“ zu sein. Deutlich wurde bei der Veranstaltung auch, dass ein solches Engagement ohne die enorme – auch finanzielle – Unterstützung ihrer Familien nicht möglich wäre. Sie waren bei der „Grünen Woche“ in Berlin, beim Zuckerrübenball, beim Neujahrsempfang des Bayerischen Ministerpräsidenten, beim Zentral-Landwirtschaftsfest in München oder in Südtirol im Einsatz. „Diese drei Jahre haben uns persönlich sehr geprägt“, versicherten beide.

Krügerl als Gastgeschenk

Dieses Ehrenamt würdigte auch Bürgermeister Christian Kiendl in seinem Grußwort. Er erfreute alle Hoheiten mit einem Krügerl als Gastgeschenk. Für die scheidenden Königinnen – und auch für die neuen – hatte er Blumen dabei. Wolfgang Bergmann nannte die Königinnen sympathische Botschafterinnen, die ihre Aufgabe mit Leidenschaft versehen würden. Das Sponsoring für die Krönung hielt er auch angesichts des „nicht ganz leichten Marktumfeldes“ bei der Landtechnik für besonders wichtig. Landrätin Tanja Schweiger nannte Schierling den idealen Ort für eine solche Wahl.

„Sie sind absolute Idealistinnen.“

Hans Jeserer, Organisator, zu den Königinnen, die zahlreiche Auftritte absolvieren und dafür viele Kilometer zurücklegen

Innerhalb der vom Verein vorgegebenen Frist hatten sich zwei Kandidatinnen beworben. Das Los entschied, dass Magdalena Röckl die Königin und die 19-jährige Veronika Eisenhofer aus Welshofen im Landkreis Dachau Vizekönigin ist. Bergmann legte beiden die Schärpe um und setzte ihnen das Diadem ins Haar. Der Aufhausener Toni Schmid setzte mit seiner „Bayern-Kapelle“ mit einem kräftigen Tusch das i-Tüpfelchen.

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