MyMz
Anzeige

Sitzung

Der Weihnachtsfrieden ist gestört

Der Umbau des Rathauses sorgt in Bach für Streit. Ein Bürger wirft dem Gemeinderat Steuerverschwendung vor.
Peter Luft

Das Rathaus in Bach Foto: Peter Luft
Das Rathaus in Bach Foto: Peter Luft

Bach. Die Sitzungen des Gemeinderates im Rathaus in Bach laufen normalerweise sachlich ab. Jetzt leidet allerdings die vorweihnachtliche Stimmung. Der Umbau der Innenräume des Rathauses sorgt für Streit zwischen einem Bürger und dem Gemeinderat. Hans Höchstetter wirft dem Gremium die Verschwendung von Steuergeldern vor. Denn der Bautechniker i.R. hat für den Umbau des Rathauses eine andere Lösung. Höchstetter organisierte dazu einen Ortstermin – und lud den Behindertenbeauftragten im Landratsamt, Martin Tischler, sowie die Inklusionsbeauftragte Marion Thätter, ein. Allerdings lud Höchstetter nicht Bürgermeister Josef Peutler ein. Über diesen Termin wurde Peutler erst sehr spät von Gemeinderätin Gertraud Rißmann informiert. Der Bürgermeister schickte dann seinen Geschäftsstellenleiter Stefan Unertl zum Termin.

Die beiden Vertreter des Landratsamtes wussten aber nicht, dass es sich um das Rathaus Bach handelte. Sie gingen von einem Beratungsgespräch für ein privates Anliegen eines Bürgers aus. Auf Nachfrage des Bürgermeisters schickte Hans Fichtl, der Pressesprecher des Landratsamtes, daraufhin ein Entschuldigungsschreiben an die Gemeinde. Bei der Anberaumung des Termins sei die Brisanz des Sachverhalts nicht zu erkennen gewesen. „Solche Angelegenheiten dürfen sich nicht wieder wiederholen. In Zukunft wird das Landratsamt auf genauere Informationen achten“, räumte Fichtl ein.

Das ging dem Streit voraus: Als die Raiffeisenbank vor zwei Jahren aus den Räumen im Erdgeschoss des Rathauses auszog, bemühte sich die Gemeinde intensiv um neue Mieter – aber ohne Erfolg. Daraufhin beschloss der Gemeinderat einstimmig den Innenumbau des Rathauses. So soll unter anderem im ersten Stock eine familienfreundliche Wohnung eingerichtet werden.

Genau diesen Umbau kritisiert Höchstetter, der dem Gemeinderat nun Geheimniskrämerei vorwirft. Peutler dazu: „Hans Höchstetter saß doch in den Sitzungen als Zuhörer dabei. Da kann man doch nicht von Heimlichkeiten sprechen.“ Auch Ernst Schrödl sagt: „Der Umbau wurde öffentlich mehrmals im Beisein von Höchstetter als Zuhörer behandelt.“ Für Gemeinderat Willi Baumer sei das eine private Kampagne gegenüber dem Bürgermeister, die in den Gemeinderat hineingetragen werde. 2. Bürgermeister Dr. Andreas Eibl wird deutlicher: „Den Vorwurf der Verschwendung von Steuergeldern können wir uns nicht gefallen lassen. Das ist eine Frechheit. Da müssen wir uns wehren.“ Der dritte Bürgermeister Otto Maier holt nun eine Rechtsberatung ein. Auch Rißmann kritisiert: „Höchstetter hat mich in seinem Leserbrief zitiert. Das waren aber nicht meine Worte. Ich bin für jeden Bürger offen. Dass man dann in der Öffentlichkeit so benutzt wird, finde ich nicht in Ordnung“, sagte die Gemeinderätin (llu)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht